Trump bei einer Veranstaltung in Washington D.C. am Freitag

Trump droht mit Unvernunft und Auslöschung des Iran

Sonntag, 28. Juni 2026 | 11:03 Uhr

Von: APA/dpa/AFP/Reuters

Das US-Militär verübte in der zweiten Nacht in Folge einen Vergeltungsschlag gegen den Iran. US-Präsident Donald Trump nannte als Grund die iranische Verletzung des Waffenstillstandsabkommens. “Es könnte der Punkt kommen, an dem wir nicht mehr vernünftig sein können und gezwungen sind, die Arbeit, die wir sehr erfolgreich begonnen haben, militärisch zu Ende zu bringen”, schrieb er auf Truth Social. “Wenn das passiert, wird die Islamische Republik Iran nicht mehr existieren.”

Wie das US-Regionalkommando CENTCOM mitteilte, seien “iranische militärische Überwachungseinrichtungen, Kommunikationssysteme, Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Mittel zur Minenverlegung” getroffen worden. Die iranischen Revolutionsgarden antworteten mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Ziele in Kuwait und Bahrain.

Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff

Es war der zweite US-Angriff auf den Iran seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den beiden Ländern Mitte Juni. Bereits in der Nacht auf Samstag hatten die USA gemeldet, iranische Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie küstennahe Radaranlagen aus der Luft angegriffen zu haben – als Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag.

Am Samstag hatte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO mitgeteilt, dass ein Frachtschiff von einem unbekannten Geschoss getroffen worden sei. Die genauen Hintergründe dieses Vorfalls blieben aber zunächst unklar. Laut CENTCOM handelte es sich bei dem Schiff um die unter panamaischer Flagge fahrende “Kiku”. Der Tanker sei am Donnerstag in Katar ausgelaufen und auf dem Weg in die Vereinigten Arabischen Emirate gewesen, berichtete die “New York Times” unter Berufung auf einen US-Beamten.

Alarm in Kuwait und Bahrain

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) reagierten in den frühen Sonntag-Morgenstunden auf den erneuten US-Angriff. Die Marine und Luftwaffe hätten in einem gemeinsamen Raketen- und Drohneneinsatz acht wichtige Infrastrukturziele der US-Armee in den beiden Ländern zerstört, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News mit. Es handle sich um Ziele auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ali Al-Salem in Kuwait und der 5. US-Marineflotte in Mina Salman, Bahrain. Die IRGC betonten in ihrer Mitteilung, die Angriffe in Kuwait und Bahrain seien eine Reaktion auf die jüngste US-Aggression. Die USA hätten damit gegen das Rahmenabkommen mit Teheran zur Beilegung des Krieges und die geltende Waffenruhe verstoßen.

Bahrain bestätigte die Angriffe des Irans. Das Außenministerium in Manama sprach von einer “gefährlichen Eskalation”, die einem “bewussten Muster wiederholter Angriffe” gegen das Land folge. Der Iran halte an seinem Kurs fest und sei mit Blick auf das Rahmenabkommen mit den USA über ein Ende der Gewalt “allein verantwortlich” dafür, die noch bleibenden Chancen auf eine Deeskalation zu untergraben. Das Innenministerium von Bahrain teilte auf X mit, es seien Alarmsirenen ausgelöst worden. Die Einwohner des Landes wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu begeben. Ein Wohngebäude wurde im Zuge des Angriffs beschädigt. Tote habe es nicht gegeben.

Die kuwaitische Armee hatte in der Nacht auf der Plattform X mitgeteilt, die Luftabwehr wehre feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab. Die gegenseitigen Vergeltungsschläge drohen, die Lage im Nahen Osten weiter zu eskalieren. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Revolutionsgarden: USA haben Waffenruhe gebrochen

Gemäß dem Abkommen gebe es Vereinbarungen mit der Islamischen Republik zur Kontrolle des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormuz, so die IRGC. Von nun an würden Schiffe, die gegen die Vereinbarung verstießen, mit größerer Härte als bisher bekämpft. Jegliche Aggression des Feindes werde eine vernichtende Antwort nach sich ziehen. Dem Feind sollte bewusst sein, dass ein Bruch der Waffenruhe den gesamten Prozess beenden werde.

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