Ein Durchbruch steht offenbar bevor

Trump sagt Angriffe ab – Iran dementiert Verhandlungserfolg

Donnerstag, 11. Juni 2026 | 21:40 Uhr

Von: APA/AFP/dpa/Reuters

US-Präsident Donald Trump hat die noch für Donnerstag angedrohten Angriffe auf den Iran wieder abgesagt. Nach Gesprächen mit “der höchsten Ebene der iranischen Führung” zeichne sich eine Verhandlungslösung ab, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Zeit und Ort der Unterzeichnung des Abkommens würden “in Kürze bekanntgegeben”. Der Ölpreis gab daraufhin deutlich nach. Der Iran erklärte allerdings umgehend, dass es noch keine Einigung gebe.

Wie die iranische Agentur Fars allerdings Donnerstagabend berichtete, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Teheran dem Text auf eine Verständigung mit den USA zustimmt. Voraussetzung sei aber, dass die USA den Text akzeptiert hätten, der vom Iran vorgeschlagen worden sei. Eine endgültige Antwort habe der Iran aber noch nicht gegeben.

Trump schrieb, “abschließende Punkte” seien “von allen beteiligten Parteien genehmigt worden, darunter die Vereinigten Staaten, Israel, Saudi-Arabien, die VAE (Vereinigte Arabische Emirate), Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien, Ägypten und andere”. “Es wurde kein Text für eine Vereinbarung gebilligt”, berichtete kurz darauf hingegen die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Drohungen des US-Präsidenten

Wenige Stunden zuvor hatte der US-Präsident dem Iran noch mit “sehr heftigen” Angriffen Donnerstagabend gedroht. “In nicht zu ferner Zukunft” würden die US-Streitkräfte zudem die strategisch wichtige “Insel Kharg und andere Ölinfrastruktur-Orte einnehmen”, fügte er hinzu.

Nach Einschätzung von Militärexperten würde eine Einnahme von Kharg Bodentruppen erfordern. Einen solchen riskanten Einsatz hatte Trump bisher nicht befohlen.

Trump unschlüssig

Dabei scheint Trump selbst nicht entschlossen, wie er vorgehen will. “Ich will keine Bodentruppen”, sagte er kürzlich im Interview mit dem Sender Fox News. “Aber wenn ich wollte, könnten wir eine kleine Gruppe Soldaten hinschicken und alles einnehmen”, schickte er hinterher.

Die im Norden des Persischen Golfs gelegene Insel ist der wichtigste iranische Ölterminal, über den normalerweise 90 Prozent des Rohöls aus dem Land umgeschlagen werden. Ende März hatte Trump gedroht, Kharg zu “vernichten”, sollte der Iran die Straße von Hormuz nicht wieder für den Schiffsverkehr freigeben.

Bereits Mitte März hatte Trump erklärt, die US-Luftwaffe habe militärische Ziele auf der Insel angegriffen und “vollständig ausradiert”. Der Iran bestätigte dies nicht. Nach Angaben der örtlichen Behörden lief der Exportbetrieb uneingeschränkt weiter.

In den vergangenen Tagen war es angesichts stockender Verhandlungen erneut zu Angriffen zwischen den USA und dem Iran gekommen. Das US-Militär griff Ziele im Iran an, Teheran reagierte mit Raketen-und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait. Das iranische Außenministerium nannte die im April vereinbarte Feuerpause danach “praktisch bedeutungslos”.

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