US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard

US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard erklärt Rücktritt

Freitag, 22. Mai 2026 | 20:31 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard hat ihren Rücktritt angekündigt. Als Grund nannte sie eine seltene Form von Knochenkrebs, an der ihr Mann erkrankt ist, wie aus einem von einer Mitarbeiterin am Freitag veröffentlichten Brief an Präsident Donald Trump hervorgeht. “Ich muss mich aus dem öffentlichen Dienst zurückziehen, um an seiner Seite zu sein und ihn in diesem Kampf voll und ganz zu unterstützen.” Sie wolle ihr Amt deshalb zum 30. Juni abtreten.

Als Geheimdienstkoordinatorin steht Gabbard an der Spitze der US-Nachrichtendienste und fungiert als Hauptberaterin des Präsidenten in nachrichtendienstlichen Angelegenheiten. Sie hatte das Amt zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit Anfang 2025 angetreten.

Unterschiedliche Auffassungen zu Trump rund um Iran

Aus dem Umfeld des Weißen Hauses verlautete, Gabbard sei zum Rückzug gedrängt worden. In der Vergangenheit hatte Trump Differenzen mit Gabbard angedeutet. Wie mehrere Medien berichten, war Gabbard vor ihrer Berufung in die US-Regierung entschiedene Gegnerin von Auslandseinsätzen des Militärs.

Zuletzt gingen die Meinungen Gabbards und Trumps rund um den Iran-Krieg öffentlich auseinander. So hatte der Präsident betont, dass sie eine gemäßigtere Haltung zum Thema Urananreicherung vertrete als er. Er hatte jedoch auch betont, dass dies nicht bedeutet, dass man nicht für ein Amt geeignet wäre. Im Blickpunkt stand auch Gabbards Einstellung zur Frage, ob vom iranischen Atomprogramm eine direkte Bedrohung für die USA ausgehe – eine Behauptung, mit der Trump seinen Kriegseintritt begründete.

Laut dem Sender PBS hatte Gabbard in einer schriftlichen Stellungnahme an einen Senatsausschuss erklärt, der Iran habe seit den Luftschlägen aus dem Sommer 2025 keine Anstrengungen unternommen, seine nuklearen Fähigkeiten wieder aufzubauen. Als sie während einer Anhörung im Kongress nach der direkten Bedrohung gefragt wurde, wich sie aus. “Der Einzige, der entscheiden kann, was eine unmittelbare Bedrohung darstellt und was nicht, ist der Präsident.”

In ihrem Rücktrittsschreiben dankte Gabbard Trump für sein Vertrauen. Trump sagte, dass Gabbard die US-Administration “leider” am 30. Juni verlasse. Ihr Stellvertreter, Aaron Lukas, werde das Amt kommissarisch übernehmen. “Tulsi hat einen unglaublichen Job gemacht, wir werden sie vermissen”, erklärte Trump in seinem Online-Netzwerk Truth Social.

Im März hatte Trump Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen, im April folgte Justizministerin Pam Bondi. Wenige Wochen später erklärte dann auch Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer ihren Rücktritt.

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