"Ist uns der Naturschutz egal?"

“Wegen Gülle und Mist auf Wiesen: Millionen Enziane verschwunden”

Montag, 23. September 2019 | 20:41 Uhr

Bozen – Der Enzian verschwindet in Südtirol langsam aber sicher von der Bildfläche. Viele Pflanzen- und Tierarten sind bereits verschwunden. Schuld daran ist das Düngen der Bergwiesen mittels Gülle und Mist. Die Grünen fordern das Naturschutzgesetz ohne Wenn und Aber dringend umzusetzen.

“Wir fordern die Landesregierung auf, den Artenschutz endlich ernst zu nehmen und ehrlichen Naturschutz zu betreiben. Die Universität Wien hat in einer Untersuchung gezeigt, dass allein auf der Seiser Alm sechs Millionen Enziane verschwunden sind. Grund ist die intensive Düngung mit Mist und Gülle der ehemals enzianreichen Bergwiesen. Mist- und Gülledüngung auf Bergwiesen haben in den vergangenen Jahrzehnten in Südtirol zu einem massiven Verlust an Pflanzen- und Tierarten geführt, weil diese Lebensräume den üppigen Nährstoffeintrag nicht verdauen können und veröden. Wissenschaft und Naturschutz weisen seit Jahrzehnten vergeblich auf diese unglückseligen Zusammenhänge hin, die negativen Ergebnisse lassen sich in Südtirol zu Hauf belegen. Weite Teile der Seiser Alm oder des Salten, einst als Leuchttürme der artenreichen Bergwiesen europaweit bekannt, sind heute zu Löwenzahnfluren degeneriert”, so die Grünen.

“Der Südtiroler Bauernbund und seine Tochterorganisation BRING bagatellisieren wie eh und je die Düngung von artenreichen Bergwiesen und versuchen durch Zahlenjonglieren diese zerstörerische Praxis zu rechtfertigen. Düngung von artenreichen Bergwiesen ist in Graubünden und in Tirol verpönt, Bergbauern halten sich ohne Wenn und Aber daran. Diese artenreichen Bergwiesen haben auch in Südtirol eine für die Allgemeinheit wichtige Naturschutzfunktion“, sagt Hanspeter Staffler und meint weiter: „Bevor alle Enziane aus Südtirols Bergwiesen verschwinden, braucht es dringend und radikal die Ökowende“.

“Wir fordern daher die Landesregierung auf, endlich das aus dem Jahr 2010 stammende Naturschutzgesetz umzusetzen, um die noch vorhandenen artenreichen Bergwiesen zu schützen. Wie aus der Antwort einer unserer Anfragen an die Landesrätin Maria Kuenzer hervorgeht, sollen jene Bauern, die auf artenreichen Bergwiesen Gülle ausbringen, die Landschaftspflegeprämie zurückzahlen müssen. Das ist das allermindeste, reicht aber bei Weitem nicht aus: Artenreiche Bergwiesen sind durch das Naturschutzgesetz vollkommen geschützt, unabhängig davon ob der Grundbesitzer um eine Landschaftspflegeprämie angesucht hat oder nicht”, so die Grünen.

Von: bba

Bezirk: Bozen, Salten/Schlern

Kommentare

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26 Kommentare auf "“Wegen Gülle und Mist auf Wiesen: Millionen Enziane verschwunden”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
bern
bern
Superredner
29 Tage 23 h

Ach mei, jetzt kommen wieder die Grünen ohne Wissen.
Der Enzian wächst nicht auf einer Wiese und ist dort noch nie gewachsen. Der Enzian wächst auf Böschungen, Weiden und anderen kargen Untergründen.

joe02
joe02
Tratscher
29 Tage 20 h

Sell war mir noi, dass der Enzian et af almwiesen, sondern lai af böschungen wächst!!!

montechristo
montechristo
Neuling
29 Tage 20 h

..das ändert aber nichts daran, dass Gülle auf Bergwiesen nichts zu suchen hat. Komm selber aus einem Kuhdorf (auch da gibts keinen Enzian auf den Wiesen) aber die Blumenvielfalt hat da auch jährlich abgenommen, wo gedüngt wurde. Die Bienen hatten auch nix gutes und sind massenweise eingegangen.. zu guter letzt wurden die Wiesen noch planiert (natürlich gefördert von Land & Eu). Jetzt schauts aus wie in Polen. Sehr schön was wir so aus unserem Land machen. Einen grossen Dank an die LR. Das ist Landschaftspflege vom Feinsten 👍

Leitwolf
Leitwolf
Tratscher
29 Tage 13 h

Augen auf!!!!!

bern
bern
Superredner
29 Tage 10 h

Jede Wiese, die gemäht wird, muss auch gedüngt werden. Das weiß jeder Kleingärtner. Nur die Grünen meinen, man muss die Bergwiesen auszehren bis nichts mehr wächst.

lauch
lauch
Tratscher
29 Tage 10 h

@joe02
bern war offensichtlich noch nie auf einer nicht “fetten” Almwiese somit sei ihm verziehen. Zu seiner Verteidigung: ist mittlerweile auch schwer zu finden.

Zugspitze947
Zugspitze947
Superredner
29 Tage 9 h

bern das ist ja absoluter Quatsch =natürlich wächste der Enzian auf der Wiese und auf der Böschung !!!

bern
bern
Superredner
29 Tage 9 h

@lauch
ich besitze nicht nur fette Almwiesen sondern auch magere sowie viel viel Weide. Enzian wächst auf keiner Wiese, Enzian wächst nur auf Weiden.
Die Grünen kennen anscheinend den Unterschied zwischen Weide und Wiese nicht……wahrscheinlich halten sie die Kühe für Mähmaschinen.

berthu
berthu
Superredner
27 Tage 7 h

und Böschungen haben wir auf den Almen bald genug…

Dublin
Dublin
Kinig
29 Tage 22 h

…diese flüssige Sch… deckt alles zu…
😁

bern
bern
Superredner
29 Tage 10 h

@Dublin
weißt du, wo deine flüssige… hingeht?
Die geht in die Poebene auf die Maisfelder und du kriegst sie als Polenta wieder zurück.

Anderrrr
Anderrrr
Tratscher
29 Tage 7 h

Sell kannt sogir sein😊

nuisnix
nuisnix
Superredner
29 Tage 4 h

@bern
Lieber einereiner, meinereiner isst keinen Plent aus der Poebene und auch keinen aus dem Tuffltal.
Also ist es vollkommen egal ob ihr ihn in die Poebene karrt oder auf euren Wiesen ausbringt.
Aber bitte nicht auf den mageren Bergwiesen!

alla troia
alla troia
Superredner
29 Tage 10 h

solange die Gülle auf Almwiesen gebracht werden darf ohne dass es nur eine kleine Strafe gibt, wird sich daran nichts ändern…

bern
bern
Superredner
29 Tage 8 h

@alla troia
jede Wiese, die gemäht wird, soll auch gedüngt werden. Und zwar mit Gülle (Kombination aus Mist und Jauche), das sind nämlich die biologische Überreste des Grases, das die Kuh von eben dieser Wiese bekommen hat.
Sollen die Bauern etwas die Gülle in die Poebene schicken und dafür teuren Kunstdünger kaufen?

alla troia
alla troia
Superredner
29 Tage 8 h

@bern nein, ich sagte dass die Gülle nichts auf Almwiesen zu suchen hat..

bern
bern
Superredner
29 Tage 4 h

@alla troia
das ist eine dumme falsche Aussage von dir.
Eine Wiese, die gemäht wird (von der man Nährstoffe wegnimmt), muss auch gedüngt werden (Nährstoffe werden damit zurückgegeben.
Bei einer Weide geschiet das dadurch, dass die Kuh dort währende dem Weiden auch ihre Gülle in Form von Fladen und Pisse zurücklässt.

alla troia
alla troia
Superredner
28 Tage 23 h

@bern komm schon, schau dir einmal eine Wiese an wo nur Kühe das Gras abweiden und eine Wiese wo Gülle gespritzt wird. Und noch einmal, ich spreche hier von Almwiesen!

Horn
Horn
Neuling
28 Tage 6 h

@bern
Du hast das noch nicht richtig verstenden! Wenn die Gülle von dem Heu was gefressen wird ausgebracht wird gibt es auch kein problem. Leider wird heute den Kühen viel Kraftfutter zugefüttert und dadurch gibt es sehr viel mehr gülle! Verstanden?

berthu
berthu
Superredner
27 Tage 7 h

Normal hat ein Bauer nicht mal genug Mist, seine Talwiesen zu düngen.
Die Gülle auf den Almwiesen ist der Überschuß von zuviel Vieh der wenigen Großbauern. Der Kleine bringt keine Gülle auf die Alm.

genau
genau
Universalgelehrter
29 Tage 23 h

Wie war daa mit den Bauern und der Landschaft??😄😄😄

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
29 Tage 22 h

da werd der heino traurig sein

Zugspitze947
Zugspitze947
Superredner
29 Tage 9 h

Sehr traurig wie die SVP mit dem Naturschutzgesetz umgeht 🙁

andr
andr
Universalgelehrter
27 Tage 3 h

Viele Pflanzen- und Tierarten sind bereits verschwunden. Schuld daran ist das Düngen der Bergwiesen mittels Gülle und Mist.
Soweit reicht der horizont der bauern nicht erstens stinkt geld nicht, nur die gülle, und zweitens ist ihnen die natur wurst lieber graben sie den boden alle paar jahre um aber nicht wegen überdüngung sondern weil es “nimmo recht wogst”

Gscheida
Gscheida
Grünschnabel
27 Tage 5 h

Es verschwindet net lai dor Enzian!!
In meiner Kindheit hots no volle viele Blumenwiesen gebn… und heinte? Högschtns oanmol oan Löwenzahn! Vorlauter Mischtsuppe, do konn jo nix mehr wochsn!
Koan Wundor, dass die Bienen und die Schmetterlinge fost van Aussterben bedroht sein! Tuasch jo fost koane mehr findn!

Rosenrot
Rosenrot
Tratscher
26 Tage 2 h

Der Bauernbund soll endlich aufhören, die Überdüngung durch Gülle auf den Almen durch die Bauern herunterzuspielen. Die Menschen sind nicht blind und sehen den Unterschied von früher und heute.

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