Von: APA/Reuters/AFP
Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind nach Angaben der dortigen Behörden am Dienstag mindestens drei Menschen getötet worden. In Slowjansk in der östlichen Region Donezk wurde ein Ehepaar bei einem russischen Angriff mit einer Gleitbombe getötet, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte. In der südukrainischen Hafenstadt Odessa wurde nach Behördenangaben bei einem russischen Drohnenangriff mindestens ein Mann getötet.
Der 20 Jahre alte Sohn des bei dem Angriff in Slowjansk getöteten Paares überlebte laut Behörden die Attacke verletzt. Slowjansk liegt etwa 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt und wird regelmäßig von russischen Streitkräften angegriffen.
Ein Toter und mehr als 20 Verletzte in Odessa
Neue russische Angriffe wurden auch aus dem Süden der Ukraine gemeldet. Bei einem Drohnenangriff ist in der Hafenstadt Odessa wurde nach Behördenangaben mindestens ein Mann getötet. Der Chef der Stadtverwaltung, Serhij Lyssak, berichtete in der Früh auf Telegram zudem von mindestens 23 Verletzten.
Es seien mehrere Wohnblocks und Einfamilienhäuser, ein Infrastrukturobjekt und eine Kirche im Stadtzentrum beschädigt worden. In der Nacht habe es mehrere Brände gegeben, teilte Lyssak mit. Rettungskräfte bargen Menschen, die in den beschädigten Häusern eingeschlossen waren. In den Trümmern wurde noch nach zwei Vermissten gesucht.
Russland hatte in den vergangenen Wochen seine Angriffe auf Odessa verstärkt. Die russische Armee nahm insbesondere Einrichtungen der Logistik und der Energieinfrastruktur ins Visier. Zuletzt waren in der Region Odessa auch unter ausländischer Flagge fahrende zivile Schiffe angegriffen worden.
80 Prozent in Charkiw ohne Strom
Noch am Montagabend traf ein russischer Angriff mit Raketen und Drohnen die Energieversorgung der ostukrainischen Großstadt Charkiw. 80 Prozent der Stadt und des Umlands seien ohne Strom, es gebe Notabschaltungen, teilte Gouverneur Oleh Synjehubow mit. Das Energiesystem sei schwer beschädigt worden. Die ständige Gefahr weiterer Luftangriffe erschwere die Reparaturarbeiten. Auch zwei Schulen seien beschädigt worden.
Auch in der südlichen Region Mykolajiw und Lwiw im Westen nahm Russland laut ukrainischen Behörden Energieinfrastruktur ins Visier. Dabei wurde in Mykolajiw ein Mensch verletzt.
Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben in der Nacht 165 feindliche Drohnen, von denen 135 abgefangen worden seien. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau meldete den Abschuss von 19 ukrainischen Drohnen. Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit fast vier Jahren mit einem verheerenden Krieg.
Russischer Armeechef besuchte Truppen im Osten der Ukraine
Der russische Armeechef Waleri Gerassimow besuchte unterdessen nach russischen Angaben im Osten der Ukraine kämpfende Soldaten. Gerassimow habe “den Fortschritt der Kampfeinsätze der militärischen Formationen und Einheiten der Streitkräftegruppe Sapad (West) im Spezialoperationsgebiet” geprüft, teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag im Onlinedienst Telegram mit. Einzelheiten zum Ort und Zeitpunkt des Besuchs wurden nicht mitgeteilt.
Die in der Ukraine kämpfenden russischen Soldaten “setzen ihre Offensive an allen Fronten fort”, sagte Gerassimow laut einem vom Verteidigungsministerium veröffentlichten Video. Weiter sagte er, die russischen Streitkräfte hätten seit Jahresbeginn 17 Ortschaften und “mehr als 500 Quadratkilometer” ukrainischen Territoriums unter ihre Kontrolle gebracht.
Die Armee rücke nun auf die Stadt Saporischschja im Süden der Ukraine vor, fügte Gerassimow hinzu. Die russischen Truppen befinden sich seinen Worten zufolge “etwa zwölf bis 14 Kilometer vom südlichen und südöstlichen” Stadtrand Saporischschjas entfernt.
Der Truppenbesuch des russischen Generalstabschefs erfolgte wenige Tage vor neuen Gesprächen zwischen Russland, der Ukraine und den USA in den kommenden Tagen in Abu Dhabi. Ziel des Treffens ist es, eine Lösung für den Konflikt in der Ukraine zu finden, der durch die groß angelegte russische Offensive im Februar 2022 ausgelöst wurde.
Am vergangenen Wochenende hatten Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA in Abu Dhabi erstmals direkt miteinander über den US-Plan zur Beilegung des Konflikts gesprochen. Die Gespräche in dem trilateralen Format sollen nach Angaben Washingtons und Kiews am 1. Februar in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate fortgesetzt werden. Die Gespräche stocken insbesondere wegen der Territorialfrage.




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