Schützenbezirks Südtiroler Unterland übt Kritik an Wahlkreiseinteilung

“Wiederholt werden ausschließlich italienische Interessen befriedigt”

Donnerstag, 16. Juli 2026 | 10:36 Uhr

Von: luk

Neumarkt – In einer Nacht-und-Nebel-Aktion zwischen italienischer Regierung und SVP wurde das Südtiroler Unterland politisch zerstückelt. Wieder einmal werden Wahlreformen nicht den Grundsätzen der Gerechtigkeit und Partizipation folgend, sondern nach reinen Parteiinteressen durchgeboxt. Die Unterlander sind wiedrholt das Opfer schmutziger Geschäfte auf politischer Ebene. Das schreibt der Schützenbezirks Südtiroler Unterland zur Wahlkreiseinteilung.

“1921 protestierten die Unterlandler beim ‘Volkstag in Neumarkt’ gegen die politische Angliederung der elf Unterlandler Gemeinden an das Trentino. Hintergrund war die versuchte Eingliederung des Unterlands in den Wahlkreis Trient, um Trientner Interessen zu befriedigen. Im Faschismus wurde das Unterland 1927 an die Provinz Trient angeschlossen. Diese Angliederung wurde 1945 wiederholt. 1946 waren energische Protestaktionen der Unterlandler notwendig, um dieses historische Unrecht rückgängig zu machen”, so Bezirksmarjor Peter Frankt.

Heute werde das Unterland wieder einmal italienischen Interessen geopfert und fortan nur noch ein Anhängsel des mehrheitlich italienischen Bozens im Senatswahlkreis sein. “Ein ums andere Mal wird die Südtirol-Autonomie nicht dazu gebraucht, den Schutz der deutschen und ladinischen Volksgruppe zu garantieren, sondern um italienische Befindlichkeiten zu stillen. Das ist ethnisches Zündeln auf höchstem Niveau. Die Geschichtsvergessenheit rund um das Unterland ist eklatant. Zurückstecken müssen offenbar stets die deutschen und ladinischen Südtiroler”, so Frank.

“Eines sind die italienischen Spielereien, etwas anderes das beschämende Verhalten der politischen Vertreter Südtirols. Es ist absolut inakzeptabel, dass die politische Vertretung Südtirols in Rom nicht geschlossen gegen diese Wahlkreiseinteilung gestimmt hat. Politische Südtirol-Vertreter mit Format hätten energischen Protest eingelegt anstatt parteipolitisches Kleingeld zu fordern. Offenbar sind die Zeiten einer konsequenten Südtirol-Politik bei den derzeitigen Parlamentariern vorbei und es dominieren anderweitige Interessen. Es wird Zeit für Veränderungen”, heißt es abschließend.

Bezirk: Überetsch/Unterland

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen