Pöder: "Verständlichere Amtsschreiben gefordert"

Wohnungsbesetzer und Vollstrecker: “Bürger von Amtssprache überfordert”

Montag, 15. August 2016 | 10:53 Uhr

Bozen – Warum bezeichnet das Land mich in meiner eigenen Wohnung als “Wohnungsbesetzer”, bedeutet “Vollstreckungstitel” dass mir eine Hinrichtung droht und ist die “Erwerbsstellung” etwas Unanständiges in den Amtsstuben?

Diese und viele andere Fragen können sich laut Andreas Pöder einem Bürger aufdrängen, wenn er einen Brief, ein Formular oder eine Anleitung aus einer der vielen Südtiroler Amtsstuben des Landes, der Gemeinden oder auch vom Staat und dem Sanitätsbetrieb erhält.

Andreas Pöder von der BürgerUnion will nun mit einem Antrag im Landtag erreichen, dass die öffentlichen Verwaltungen in Südtirol, angefangen bei Land und Gemeinden, ihre Briefe, Anleitungen und Formulare in einer verständliche Sprache verfassen. Dazu soll ein gemeinsames Projekt gestartet werden.

“Wer ein Amtsschreiben mit umständlichen Formulieren und ellenlangen verschachtelten Sätzen ist häufig völlig überfordert. Vielen Bürgern ist beim Lesen solcher Anleitungen und Schreiben oft nicht klar, was man ihnen eventuell vorhält, was das Amt von ihnen will oder was genau sie jetzt bis wann tun müssen”, so Pöder.

“Wenn beispielsweise ein Bürger als “Wohnungsbesetzer” bezeichnet wird, dann ist ihm nicht sofort klar, dass damit einfach gemeint ist, dass er die Wohnung bewohnt. Oder was genau ist ein Grundwohnbedarf, eine Feststellungsnummer, die Erwerbsstellung. Abgesehen von einzelnen verwendeten Worten geht es auch um umständlich und lang formulierte Sätze.”

Pöder erklärt, er wolle nicht generell die Mitarbeiter in den Ämtern für diese Problematik verantwortlich machen. “Das sind Fachleute und Sachbearbeiter, die mit einer bestimmten Materie befasst sind und dann eben eine Amtssprache und juridische Formulierungen verwenden. Oft ist einem auch nicht klar, wie man etwas verständlicher und trotzdem korrekt Beschreiben kann.”

“Deshalb sollen Land, Gemeinden und andere öffentliche Körperschaften zusammenarbeiten, um in einem gemeinsamen Projekt die Amtssprache und somit auch die Amtsbriefe für die Bürger verständlicher zum machen”, so Pöder.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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