Jakob Pöltl trainiert in Wien

NBA-Profi Pöltl legt Fokus im Sommer auf seinen Körper

Donnerstag, 11. Juni 2026 | 18:56 Uhr

Von: apa

Österreichs NBA-Profi Jakob Pöltl legt seinen Fokus in der Sommerpause auf körperliche Themen. Der Center von den Toronto Raptors war in der abgelaufenen Saison lange von Rückenproblemen außer Gefecht gesetzt. Das soll ihm nicht noch einmal passieren. Dafür investiere er viel Zeit und Energie, versicherte der 30-Jährige beim Heimatbesuch in Wien vor Journalisten. Die Chance, dass er im Juli oder August im ÖBV-Nationalteam zu sehen sein wird, scheint daher eher gering.

“Ich fühle mich sehr gut. Das Wichtigste für mich ist, dass das konstant so bleibt und sich nicht nach ein, zwei Monaten in der Saison dann wieder verschlechtert”, erklärte Pöltl. 36 von 82 Partien der regulären Saison hatte der Wiener zuletzt verpasst – so viele, wie noch nie in seiner zehnjährigen NBA-Karriere. Im Play-off war er wieder in Vollbesitz seiner Kräfte, dennoch kam für die Raptors in einem entscheidenden siebenten Spiel gegen die Cleveland Cavaliers in der ersten Runde das Aus.

Laut Pöltl soll das nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein. “Wir haben eine junge Mannschaft. Ich bin mir sicher, dass sich einige Spieler noch deutlich weiterentwickeln werden”, meinte der Routinier. Insofern hält er es auch nicht für zwingend notwendig, auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Dieser dürfte rund um den Draft in zwei Wochen in Schwung kommen. Pöltl: “Wir haben in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleistet, ein Team zusammenzustellen, das jung und motiviert ist, das am Kommen ist. Natürlich gibt es immer Verbesserungspotenzial – ob das jetzt der eine oder andere Spieler ist, der uns noch fehlt, oder ob sich Spieler individuell anpassen müssen. Wir haben auf jeden Fall ein gutes Fundament gelegt und können darauf aufbauen.”

Der Rücken und das Nationalteam

Er selbst will dabei eine wichtige Rolle spielen. In der Play-off-Serie gegen die Cavaliers, seiner ersten seit 2019, war Pöltl phasenweise ungewöhnlich lange auf der Bank gesessen. In den Exit-Gesprächen nach Saisonende sei mit dem Team auch die schwierige Situation mit dem Rücken thematisiert worden. “Wir haben gemeinsam besprochen, dass der Fokus diesen Sommer darauf liegen wird, dass ich körperlich so stark wie möglich in die Saison starten kann”, erklärte Pöltl.

Im Heimtraining in Wien arbeitet der 2,13-Meter-Mann neben seiner Beweglichkeit auch am Aufbau von Kraft und Athletik. Sein basketballerischer Fokus unterscheide sich nicht groß von den Vorjahren. “Das Einzige, was ich mir vorgenommen habe, ist, dass ich mehr an der Technik arbeite und das Kontakttraining im Sommer ein bisschen rausnehme, um gezielter mit dem Rücken zu arbeiten”, erklärte Pöltl. Er wolle sich “nicht im Sommer überstrapazieren und dann zu Saisonbeginn Probleme damit haben”. Er verfolge ein sehr strukturiertes Trainingsprogramm. Der Sommer sei aber noch nicht hundertprozentig durchgeplant.

Auch die Tür für das Nationalteam stieß Pöltl noch nicht endgültig zu. Die ÖBV-Auswahl trifft in der WM-Qualifikation am 3. Juli in Wien auf Polen und am 6. Juli auswärts auf Lettland. Ende August folgt ein weiteres Länderspiel-Fenster. “Ich habe es grundsätzlich auf dem Radar und würde auch gerne spielen”, sagte Pöltl. “Aber ich muss schauen, wie es gesundheitlich geht, und wie es sich vom Saisonaufbau her ausgeht.” Die diesbezüglichen Gespräche mit dem Nationalteam und den Raptors würden laufen. Eine Entscheidung soll laut Pöltl “sobald wie möglich” fallen. “Es ist für alle Beteiligten am besten, wenn so früh wie möglich klar ist, wer dabei ist und wer nicht.” Der NBA-Pionier war vergangenen Sommer erstmals nach drei Jahren wieder im ÖBV-Team zu sehen gewesen.

NBA-Finals “noch nicht entschieden”

Noch viel länger mussten die Fans der New York Knicks auf eine Teilnahme an einer NBA-Finalserie warten, nämlich 27 Jahre. Mit einer 3:1-Führung gegen die San Antonio Spurs im Rücken greifen die New Yorker nun nach ihrem ersten Titel seit 1973. “Die Knicks spielen einen sehr starken Basketball, ich gönne es ihnen schon”, sagte Pöltl. Die New Yorker hatten auf dem Weg ins Finale u.a. auch Cleveland ausgeschaltet.

Seinem Ex-Team aus San Antonio traut Pöltl aber noch alles zu. “Es ist erst vorbei, wenn man vier Spiele gewonnen hat”, betonte der Österreicher. “Die letzten zwei Spiele haben sie sehr stark gespielt, streckenweise eigentlich in allen vier Partien. Ich habe das Gefühl, die Konstanz hat ein bisschen gefehlt.” Spurs-Star Victor Wembanyama und Co. seien aber bereits im Halbfinale gegen Titelfavorit Oklahoma City Thunder nach einem Rückstand zurückgekommen. “Es ist noch nichts entschieden”, meinte Pöltl. Spiel fünf steigt in der Nacht von Samstag auf Sonntag (2.30 Uhr MESZ) in Texas.

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