Von: apa
Ein Training muss den Abfahrerinnen für das Rennen am Freitag in Crans-Montana (10.00/live ORF 1) reichen. Der zweite Zeitlauf am Donnerstag war wegen zu viel Neuschnees nicht möglich. Die Olympiageneralprobe fällt damit verkürzt aus, denn ein Training über die volle Distanz war schon am Mittwoch nicht möglich gewesen. Zum Spielverderber am Silvester-Unglücksort könnte allerdings Nebel werden.
Österreichs Cortina-Quartett Cornelia Hütter, Nina Ortlieb, Mirjam Puchner und Ariane Rädler will die letzte Chance nutzen, um in der schnellsten Disziplin noch Selbstvertrauen zu tanken. “Wir würden immer gern die Originalstrecke fahren, dafür haben wir im Sommer trainiert. Wenn es nicht so ist, fahren wir halt am Super-G-Start weg. Es ändert nicht viel”, sagte Hütter vor einer Fahrt, die nicht viel länger als 1:15 Minuten dauern wird.
Spezieller Ort für Hütter
Ihre jüngsten Wochen seien durchwachsen gewesen, aktuell wisse sie selbst nicht so genau, wo sie stehe, sagte die Siegerin von Val d’Isere. “Natürlich macht man sich Gedanken, aber keine Sorgen, dass es nicht mehr funktioniert. Ich freue mich schon auf das Wochenende”, sagte Hütter. In Crans-Montana erlitt sie 2022 bei einem schweren Sturz am Zielsprung ein Schädel-Hirn-Trauma sowie Knieverletzungen. Zwei Jahre später versöhnte sie sich mit dem Ort als Abfahrts-Zweite.
Nina Ortlieb war zuletzt in Tarvisio Vierte und die Schnellste im einzigen Abfahrtstraining am Mittwoch. Mit Startnummer 1 sei sie jedoch Testpilotin. “Solange man nicht in der Topgruppe ist, ist man dieser Gefahr immer ausgesetzt. Das heißt für mich, fleißig Punkte zu sammeln, damit ich möglichst bald in der Topgruppe bin.”
Gedämpfte Stimmung nach der Brandkatastrophe
Die Stimmung im Schweizer Skiort ist nach der Brandtragödie mit 40 Toten in der Silvesternacht noch merklich gedämpft. “Da sieht man, wie unbedeutend das ist, was wir machen. Dennoch haben wir die Hoffnung, dass wir dem Ort mit dem Event ein Stück Normalität und Vorfreude auf die WM im kommenden Jahr geben können”, sagte Ortlieb im Ö3-Interview. Hütter meinte: “Wir alle haben da mitgelitten und getrauert. Wir möchten mit unserem Einsatz und unserer Motivation positive Gefühle rüberbringen.”
“Man spürt in gewisser Art und Weise, was da passiert ist”, sagte Mirjam Puchner. “Wir Sportler haben immer den Fokus auf dem Sport, aber solche Ereignisse relativieren dann sehr, sehr viel. Natürlich sind die Gedanken bei den Betroffenen in dieser Zeit.” Die Salzburgerin hat als Saisonbestleistung Rang drei von St. Moritz stehen. “Ich habe diese Saison wieder sehr viele Höhen und Tiefen erlebt.” Nach einem guten Beginn habe sie auch wegen Rückenproblemen einen Durchhänger gehabt. “In der letzten Woche habe ich sehr, sehr gut trainiert. Ich reise mit einem guten Gefühl nach Cortina”, blickt Puchner bereits auf den Saisonhöhepunkt in Italien.
Wetterprognose verheißt Niederschlag
Ariane Rädler komplettiert das Olympia-Quartett. Besser als Zehnte war sie in der Abfahrt bisher noch nicht. “Bis jetzt habe ich nicht so recht zeigen können, was ich kann. Deshalb ist mir das Wochenende schon sehr wichtig.” Während die Läuferinnen von nach wie vor kompakten Pistenverhältnissen ausgingen, kam Cheftrainer Roland Assinger mit einer wenig erbaulichen Wetterprognose aus der Mannschaftsführersitzung am Abend. “Erwartet wird eine kalte, klare Nacht. Aber in den Morgenstunden soll Niederschlag kommen. Damit verbunden ist aufgrund der Feuchtigkeit hier in Crans-Montana sehr gern Nebel”, meinte Assinger.
Die im Disziplinweltcup führende Lindsey Vonn war in allen ihren acht Saisonrennen in den zwei schnellen Disziplinen unter den ersten vier und in der Abfahrt immer auf dem Podest. Die Deutsche Emma Aicher liegt in der Wertung 144 Zähler zurück, deren Landsfrau Kira Weidle-Winkelmann als Dritte 168, Hütter als Siebente 221. Am Samstag steht noch ein Super-G auf dem Programm.




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