Von: apa
Die heurige Oscar-Saison beginnt mit einem Rekord: Der musikalische Vampirhorrorfilm “Blood & Sinners” von Regisseur Ryan Coogler geht mit ganzen 16 Nominierungen ins Rennen um die wichtigsten Filmpreise der Welt, die am 15. März zum 98. Mal verliehen werden. Damit deklassiert das Werk das bisherige Allzeit-Spitzentrio “All About Eve”, “Titanic” und “La La Land”, das auf je 14 Nominierungen kam. Cooglers Werk hat in praktisch allen zentralen Kategorien Siegchancen.
Auf Platz 2 des heurigen Feldes liegt mit 13 Nominierungen “One Battle After Another” von Paul Thomas Anderson. Bereits mit gehörigem Abstand und je 9 Nennungen folgt ein Trio, bestehend aus Guillermo del Toros Literaturhorror “Frankenstein”, Timothée Chalamets Darstellung eines Tischtennisspielers in “Marty Supreme” sowie das norwegische Familiendrama “Sentimental Value” von Joachim Trier.
Die zehn Arbeiten umfassende Königskategorie Bester Film ergänzen neben den fünf führenden in der Gesamtliste noch “Bugonia” von Yorgos Lanthimos, “F1” von Joseph Kosinski, “Hamnet” von Chloé Zhao, “The Secret Agent” von Kleber Mendonça Filho und “Train Dreams” von Clint Bentley. Die Regieriege bilden Zhao (“Hamnet”), Josh Safdie (“Marty Supreme”), Anderson (“One Battle after Another”), Trier (“Sentimental Value”) sowie Coogler mit “Sinners”.
Chalamet, Stone, DiCaprio und Buckley dürfen hoffen
Breit gestreut ist das Feld bei den Schauspielkräften. Bei den Hauptdarstellerinnen sind die favorisierte Jessie Buckley (“Hamnet”), Rose Byrne (“If I Had Legs I’d Kick You”), Kate Hudson (“Song Sung Blue”), Renate Reinsve (“Sentimental Value”) sowie Emma Stone (“Bugonia”) weiterhin im Rennen. Bei den Hauptdarstellern rittern hingegen Timothée Chalamet (“Marty Supreme”), Leonardo DiCaprio (“One Battle After Another”), Ethan Hawke (“Blue Moon”), Michael B. Jordan (“Blood & Sinners”) und Wagner Moura (“The Secret Agent”) um die begehrte Trophäe.
Österreichs Hoffnungen zerschlagen
Die österreichischen Hoffnungen haben sich indes zerschlagen. Der heimische Dokumentarfilmer Richard Ladkani schaffte es mit seinem “Yanuni” nicht in die Endrunde. Selbstredend ein wenig enttäuscht, aber nicht zerstört zeigte sich Ladkani gegenüber der APA nach der Entscheidung. “Natürlich wäre es eine große Freude gewesen, nach der Shortlist diesmal noch einen Schritt weiterzugehen – das will ich gar nicht leugnen. Gleichzeitig ist das Erreichen der Shortlist bereits eine außergewöhnliche Anerkennung. Nach ‘The Ivory Game’ ist es nun das zweite Mal, dass wir es unter die engste Auswahl geschafft haben, und das erfüllt mich mit Stolz.” Und der 52-jährige Filmemacher blickt bereits nach vorne: “Wir stehen bereits mit einem neuen Projekt über Dr. Jane Goodall in den Startlöchern – und vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.”
Auch der österreichisch-schweizerische Erfolgsregisseur Edward Berger, der es für “Ballad of a Small Player” zumindest in zwei Sparten in die Vorauswahl geschafft hatte, muss heuer bei der Glamourgala nicht für sich selbst mitfiebern. Und bei den Auslandsoscars war die österreichische Einreichung “Pfau – Bin ich echt?” von Bernhard Wenger bereits zuvor nicht auf die Shortlist gekommen.
Das humane Kino
Academy-Präsidentin Lynette Howell Taylor hatte zum Auftakt des Nominierungsreigens die humane Dimension des Kinos unterstrichen: “Die Oscars feiern heuer unsere Verbindung miteinander.” Das gelte auch gerade in Zeiten des technischen Fortschritts dank KI: “Der Herzschlag des Films ist und wird immer menschlich sein.” Auf der menschlichen Seite findet sich auch die erste neue Oscar-Kategorie seit 25 Jahren: Zum ersten Mal wird heuer bei der wieder von Conan O’Brien moderierten Gala im Dolby Theatre das beste Casting gewürdigt.
(S E R V I C E – www.oscars.org )




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