Von: APA/dpa
Corinna Harfouch (71) verabschiedet sich mit der “Tatort”-Folge “Gefahrengebiet” von ihrer Rolle als Kommissarin Susanne Bonard, die sie sechs Folgen lang gespielt hat. In der neuen Episode, am Sonntag (1. Februar) um 20.15 Uhr in ORF 2 und danach auf ORF ON abrufbar, steht Bonards Ruhestand kurz bevor. Lange scheint es in dem Fall sogar so zu sein, als müsse Kollege Robert Karow (Mark Waschke) alleine ermitteln, während die Kommissarin in eine kleine Sinnkrise stürzt.
Zunächst zieht es die Mordermittler aber an den grünen Stadtrand Berlins in den Grunewald. Dort wurde ein Obdachloser mit Bissspuren tot aufgefunden. Während sich eine Augenzeugin sicher ist, eine frei laufende Wölfin am Tatort gesehen zu haben, bleibt Kommissar Karow skeptisch. War tatsächlich ein Tier schuld am Tod des Mannes? Bonard hingegen wirkt in ihrer letzten Arbeitswoche gedankenverloren. Als das Duo im Wald auf ein Überlebenstraining stößt, schließt sich die Ermittlerin kurzerhand der Wildnislehrerin (Anne Ratte-Polle) an, ohne Handy und Dienstwaffe.
Zur Fassungslosigkeit ihres Kollegen – schließlich hänge die Survival-Tour offensichtlich nicht mit dem Tatort zusammen. Ganz so einfach ist es letztlich nicht. Denn der Tod des Obdachlosen entpuppt sich als Mord. Bonard und Karow lernen unabhängig voneinander die Welt von Preppern kennen, die sich auf allerlei Katastrophen vorbereiten, darunter der Wanderer Noah Farrell (Nils Kahnwald).
Introspektive Momente statt Spannung
“Gefahrengebiet” von Mira Thiel (Drehbuch und Regie) stellt die persönliche Entwicklung der Kommissare mehr in den Vordergrund als den eigentlichen Mordfall. Atmosphärisch erzählt der Krimi von Gegensätzen: Während sich der sonst so schroffe Karow von einer verletzlichen Seite zeigt und (vergnügliche) Ablenkung in der Großstadt sucht, hinterfragt Bonard in der ruhigen Natur ihr Berufsleben.
Allerdings schwächt der Fokus auf das Private die Spannung des Falls stellenweise ab. Einige Szenen wirken langatmig, etwa die Ausflüge in die “Wildnis”. Wer auf klassische Krimi-Spannung hofft, sollte sich dieses Mal eher auf introspektive Momente einstellen.
Aktuelles Thema
Wie bereits die Vorgänger greift der Berliner “Tatort” erneut politische und gesellschaftliche Themen auf. Welches Verhältnis haben Mensch und Natur? Wie sollte man sich auf einen Katastrophenfall vorbereiten? Nach dem großen Stromausfall in Berlin Anfang Jänner wirken diese Fragen besonders aktuell.
Noch eine Frage stellt sich mit Blick auf die Zukunft des “Tatorts” in der Hauptstadt: Wie geht es weiter? Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hatte mit Harfouch insgesamt sechs “Tatort”-Episoden vereinbart. Das war auch der Schauspielerin klar, wie sie mal der “Augsburger Allgemeinen” sagte: “Es wäre ja auch absurd, wenn ich mit 75 immer noch “Tatort”-Kommissarin wäre und im Rollstuhl die Verbrecher jage.” Wer ihre Nachfolge übernimmt, steht bisher nicht fest. Klar ist, dass Waschke als Karow einen Fall solo ermitteln soll.
(Von Sabrina Szameitat/dpa)




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