Ein Blick auf die Wortwolke, die über dem ESC schwebt

Österreich geht bei den ESC-Lyrics ganz eigene Wege

Montag, 27. April 2026 | 12:36 Uhr

Von: apa

Am Ende geht es doch stets um die Liebe – in Österreich wie weltweit. Zumindest beim Blick auf die häufigsten Wörter, die in Siegertiteln respektive den rot-weiß-roten Liedern des Eurovision Song Contest verwendet werden. “Love” liegt bei den Österreich-Songs seit 1957 ebenso an erster Stelle wie bei den Siegertiteln des Bewerbs seit 1956. Nimmt man “Liebe” bei den heimischen Beiträgen noch dazu, ist das romantische Gefühl gar unangefochtener Alleinherrscher in der Wordcloud.

Das war es dann aber auch schon fast mit den Gemeinsamkeiten. Einzig “Feel” hat es bei den Österreich-Liedern auf Platz 8 geschafft seit dem ersten Antreten des Landes im Jahr 1957 und hat sich auch bei den Siegertiteln mit dem zehnten einen Platz in den Top Ten gesichert. Ansonsten streben die heimischen ESC-Texte und die internationalen Song-Contest-Libretti weit auseinander. Auf Platz 2 des Österreich-Rankings liegt etwa “Welt”, während es “World” bei den siegreichen Nummern seit der ESC-Gründung 1956 nur auf den 147. Rang schafft.

“Woki” und “Popo” als Alleinstellungsmerkmal

Die Vorliebe für das Leben allgemein teilt sich Österreich offenbar immerhin mit der frankophilen Welt. “Life” schafft es in der rot-weiß-roten Liste immerhin auf Platz 5 (und das deutsche “Leben” auch noch auf Platz 43), womit man sich mit der französischsprachigen Variante “Vie” eins weiß, die bei den Siegertiteln einen guten Platz 4 belegt. “Life” liegt bei den Siegernummern indes abgeschlagen auf Platz 97.

Und dann gibt es die großen alpinen Eigenheiten, die ESC-Österreich vor allem den Trackshittaz und Lizzi Engstler zu verdanken hat. “Woki” hat sich mit Platz 4 ebenso eine Topplatzierung gesichert wie “Popo” (Platz 10). Das anglophile Pendant “Shake” findet sich indes entrisch auf Platz 1.968, während es “Butt” nicht einmal unter die von der APA ausgewerteten Top 2.341 geschafft hat. Auch “Sunday” findet sich ebenso wenig unter den Siegersongs wie “Hurricane”, wohingegen “Sonntag” sich dank Engstlers Duo Mess auf Platz 6 der Ö-Liste vorgeschoben hat und “Hurricane” Platz 9 belegt – letzteres ein Verdienst der Band Westend 1983.

“Ferto” und “Jalla” sind heuer Spitze

Und wie positioniert sich das Teilnehmerfeld für den Wiener ESC in diesem Wortgewitter? Der Blick auf die heurigen Führungsparolen zeigt vor allem eines: Sehr viele Songs werden in Originalsprache gesungen, nicht auf Englisch. Von Albanien über Dänemark und Co-Favorit Finnland bis hin zur Österreich-Hoffnung Cosmó oder den serbischen Metalrockern vertrauen Länder heuer der eigenen Zunge.

Ganz vorne liegt entsprechend das “Ferto” (in etwa “Her damit”) des Griechen Akylas, das ganze 72 Mal in der Stadthalle erklingen wird – pro Auftritt. Dem Kollegen dicht auf den Fersen ist die Zypriotin Antigoni mit ihrem Song “Jalla” (in etwa “Gemma”), wobei der Adhortativ 69 Mal erschallen wird. Das Bangaranga (in etwa Bangaranga) der Bulgarin Dara kommt zu 48 Ausrufungen und damit zu Platz 4.

Im Vergleich dazu hat die Liebe heuer nicht viel zu melden und findet sich abgeschlagen auf Platz 8 mit “nur” 26 Nennungen unter allen 35 ESC-Liedern. Damit liegt “Love” noch hinter dem “Choke”, also dem “Würgen”, aus Rumänien, das 30 Mal als Appell erschallt. Vielleicht auch ein trauriges Symbol für unsere Zeit …

(S E R V I C E – www.eurovision.tv )

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