Wie Fastfood für den Menschen

Brot: Die stille Gefahr für Enten und Schwäne

Montag, 02. Februar 2026 | 08:18 Uhr

Von: luk

Der Österreichische Tierschutzverein warnt davor, Enten und Schwäne mit Brot oder Semmeln zu füttern. Was von vielen Menschen als gut gemeinte Tierliebe verstanden wird, kann den Wasservögeln laut dem Verein erheblich schaden und zudem negative Auswirkungen auf Gewässer und deren Ökosysteme haben.

Brot sei für Wasservögel nährstoffarm und mit „Fastfood“ für den Menschen vergleichbar, erklärte Alfred Kofler, Leiter der Tierpflege am Assisi-Hof in Stockerau. Es mache zwar satt, liefere jedoch kaum Proteine, Vitamine, Mineralstoffe oder essenzielle Fettsäuren. Tiere, die regelmäßig Brot erhalten, vernachlässigten zudem die natürliche Nahrungssuche, was langfristig zu Mangelernährung führen könne.

Studien zufolge begünstigt eine unausgewogene Ernährung unter anderem ein geschwächtes Immunsystem, brüchiges Gefieder und eine erhöhte Sterblichkeit, insbesondere in den Wintermonaten. Bei Jungvögeln kann falsche Fütterung das sogenannte Engelsflügel-Syndrom auslösen, eine Wachstumsstörung der Flügel.

Weitere Risiken ergeben sich laut Tierschutzverein durch die Beschaffenheit von Brot. Es kann im Magen aufquellen, Verstopfungen verursachen und dem Körper Feuchtigkeit entziehen. Besonders gefährlich sei schimmeliges Brot, das zu Vergiftungen und Pilzinfektionen führen könne.

Neben den gesundheitlichen Folgen für die Tiere habe Brotfütterung auch ökologische Auswirkungen. Nicht gefressene Brotstücke sinken auf den Gewässergrund, verfaulen dort, verbrauchen Sauerstoff und fördern das Algenwachstum. Zudem würden Ratten und andere Schädlinge angelockt, die heimische Arten verdrängen können.

Grundsätzlich seien Enten und Schwäne Selbstversorger und fänden in intakten Gewässern ausreichend natürliche Nahrung wie Wasserpflanzen, Algen, Insekten und Samen. Problematisch könne die Situation vor allem in städtischen Parks mit hoher Tierdichte und wenig naturnaher Ufervegetation werden.

Der Österreichische Tierschutzverein appelliert daher an die Bevölkerung, aus Rücksicht auf die Tiere auf das Füttern mit Brot zu verzichten. Statt Verboten setzt der Verein auf Aufklärung und fordert Gemeinden auf, an Gewässern Informationstafeln über artgerechtes Verhalten anzubringen. In Österreich ist das Füttern von Wasservögeln an stehenden Gewässern vielerorts ohnehin untersagt. In Wien kann ein Verstoß mit einer Geldstrafe von 50 Euro geahndet werden.

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