Auch Raumfahrt sucht nach nachhaltigen Alternativen

Die Wipptaler Kuh und die Reise ins Weltall

Freitag, 23. Dezember 2022 | 12:32 Uhr

Pfitsch – Auch die Raumfahrt muss in Zeiten des Klimawandels nach nachhaltigen Alternativen suchen. Raketen sollen wiederverwendet werden und der Treibstoff am besten aus nachhaltigen Quellen stammen. Daher ist die Deutsche Raumfahrtbehörde auf den Wipptaler Biogas-Produzenten biwi aufmerksam geworden.

biwi, vormals Biogas Wipptal ist mit ihren auffälligen gelben Kuppeln eine außergewöhnliche Anlage zur Biogas-Produktion aus Gülle und Mist. Herkömmliche Anlagen nutzen das Biogas lediglich zur Stromgewinnung. In Pfitsch bei Sterzing wird aus dem Biogas aufwändig Bio-LNG, also flüssiges Methangas hergestellt. Zusätzlich wird hier CO2 für die Lebensmittelindustrie produziert und Dünger in verschiedenen Ausführungen bis hin zu geruchlosen Dünger-Pellets. Die Wipptaler Milchkühe produzieren fleißig das Grundmaterial, von dem am Ende nur sauberes Wasser übrigbleibt, das in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden kann. Diese restlose Verwertung von Mist und Gülle hat in der Fachwelt für viel Aufsehen gesorgt.

Der exzellente Ruf von biwi ist bis zur Deutschen Raumfahrtbehörde vorgedrungen. Die betreibt in Baden-Württemberg ein Institut für Raumfahrtsantriebe und mehrere Raketenprüfstände. Damit die europäischen Ariane-Raketen einen entscheidenden Schritt hin zur Nachhaltigkeit machen können, sollen sie mit dem Treibstoff Bio-LNG ins All fliegen. Dieser muss für diese komplexe Aufgabe von besonders hohem Reinheitsgrad sein. Nur wenige Biogas-Hersteller können das bieten, unter ihnen auch biwi.

Auf dem Testgelände in Lampoldshausen wurde die Delegation von biwi sehr freundlich empfangen. Es fand eine Führung und ein erster Austausch statt, die Gespräche werden weitergehen. Bis eines fernen Tages vielleicht tatsächlich eine nachhaltige europäische Ariane Rakete auf der Startrampe steht, der Countdown läuft und etwas, was sonst auf dem Misthaufen und den Wipptaler Wiesen landet, eine Rakete ins All befördert.

Von: mk

Bezirk: Wipptal

Kommentare

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10 Kommentare auf "Die Wipptaler Kuh und die Reise ins Weltall"


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DerTourist
DerTourist
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Was ist nachhaltig an Biogas? Die Milch- und Fleischindustrie gehört zu den größten Umweltverschmutzern.

Faktenchecker
1 Monat 8 Tage

Nachdenken, dann schreiben…

fritzol
fritzol
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@Faktenchecker
könntest selber deinen Gedanken umsetzen

Staenkerer
1 Monat 8 Tage

mog sein, ober 💩 hinterlosst der mensch jo a und man woas heit no nit was in der zukunft, aufgebaut auf des schun erreichte, olles mochbor isch!

fritzol
fritzol
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

wir sind überall die Besten auch beim Mistmachen,es lebe Südtirol

diskret
diskret
Superredner
1 Monat 8 Tage

Vollkommen recht hast , im Sommer ein Gestank nach den Grass schnitt das die Lunge zerreißt vor lauter Gülle

Stolzz
Stolzz
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Habe ich mir auch gedacht! Wir verlieren wohl langsam den Boden unter den Füßen. Vielleicht noch als Denkanstoß: Kühe sind keine Klimakiller, besonders dann nicht, wenn wir sie nicht zur “Sau” machen und sie als Wiederkäuer nur jenes Futter verwerten, das wir Menschen selbst nicht verdauen können (Gras, Heu, Nachprodukte der Getreide- oder Lebensmittelindustrie).

Nichname
Nichname
Superredner
1 Monat 8 Tage

Ich finde es gut, wenn wir mit ein paar Kuhfladen eine Rakete ins Weltall schießen können. Das ist echter Fortschritt.

Rabe
Rabe
Superredner
1 Monat 8 Tage

dei Rakete 🚀 werd woll lospfnattorn 😄

Tattamolnia426
Tattamolnia426
Superredner
1 Monat 7 Tage

Nor Werts obm hoaßn… bla bla bla..problem

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