Bakterien, Parasiten und Pilze können Chlorwasser trotzen

Gefahren im Schwimmbad: So schützen wir uns vor Keimen

Samstag, 06. August 2016 | 09:19 Uhr

Bozen – Schwimmen ist gesund, hält fit und erfrischt. Wasser ist aber nicht nur bei Menschen sondern auch bei Bakterien als Aufenthaltsort beliebt. Deshalb sollten wir beim Schwimmbadbesuch einige Regeln beachten

Für ein im wahrsten Sinne des Wortes ungetrübtes Bade- und Schwimmvergnügen sorgen in Südtirol die Schwimmbad- und Lido-Betreiber sowie die Dienste für Hygiene und öffentlichen Gesundheit gemeinsam mit dem Landeslabor.

Während den Betreibern die Einhaltung der Normen für Sauberkeit und Sicherheit obliegt, führt das Personal der Dienste für Hygiene und öffentliche Gesundheit des Südtiroler Sanitätsbetriebes regelmäßig Wasseranalysen durch und kontrolliert die Qualität des Wassers.

Im Fokus steht dabei besonders die physikalisch-chemische und mikrobiologische Zusammensetzung. Begutachtet und überprüft werden auch die Duschen, Toiletten und technischen Räume sowie der Überlauf, das Wasserkreislaufsystem und der Zustand der verschiedenen Filter.

Eigenverantwortung – Chlorwasser tötet nicht alle Keime ab

Trotz dieser Maßnahmen und dem gesetzlich vorgeschriebenen Zusatz von Chlor, das zur Bekämpfung der Keime dient, kann die Einschleppung und Verbreitung von Bakterien im Wasser nicht vollkommen unterbunden werden.

„Jeder einzelne Besucher und jede Besucherin kann aber durch korrektes Verhalten selbst dazu beitragen, dass gesundheitsgefährdende Bakterien erst gar nicht eingeschleppt oder übertragen werden“, erklärt Maria Grazia Zuccaro, Direktorin des Dienstes für Hygiene und öffentliche Gesundheit des Gesundheitsbezirkes Brixen.

Der menschliche Körper sei nun einmal Träger von Mikroorganismen, die auch auf andere übertragen werden können. Dies geschehe besonders durch die Verschmutzung des Wassers mit menschlichen Fäkalien, welche Quelle von Bakterien, Viren und Parasiten sein können, so die Expertin.

WC-Gang vor dem Schwimmen und Duschen

Der Gang zur Toilette vor dem Sprung ins Wasser sollte deshalb genauso selbstverständlich sein wie das Duschen vorher. Auch Kindern sollten diese Regeln vermittelt werden. Ins Wasser spucken oder schnäuzen ist nicht nur aus gesundheitlicher Sicht ein „No go“ und die Benutzung einer Badehaube dient ebenfalls der Hygiene.

Personen mit offenen Wunden oder Warzen sollten überhaupt nicht ins Wasser gehen. Badesandalen sind ein guter Schutz gegen Fußpilze und sollten deshalb immer getragen werden. Und wenn eine Desinfektionsspray-Vorrichtung vorhanden ist, sollte diese auch benutzt werden. Duschen und anschließendes sorgfältiges Abtrocknen nach dem Schwimmen hilft ebenfalls Infektionen und der Entwicklung von Haut- und Nagelpilzen vorzubeugen.

Um Unfälle zu vermeiden sollten die allgemeinen Baderegeln und Sicherheitshinweise beachtet werden. Hier die wichtigsten:

•               Niemals mit vollem Magen ins Wasser gehen, nach Mahlzeiten zwei bis drei Stunden warten.

•               Vorher abkühlen, niemals überhitzt in das Becken eintauchen.

•               Für den Ein- und Ausstieg ins und aus dem Wasser immer die dafür vorgesehenen Vorrichtungen benutzen.

•               Nur von Stellen ins Wasser springen, von denen es erlaubt ist. Niemals in unbekannte Gewässer tauchen!

•               Vorsicht in der Nähe von Wasserfiltern, lange Haare können sich leicht darin verfangen.

•               Bei Muskelkrämpfen sofort das Wasser verlassen.

•               Kinder sind immer im Auge zu behalten, besonders dann, wenn sie sich am Beckenrand oder im Wasser aufhalten.

 

Werden diese Baderegeln und die hygienischen Vorsichtsmaßnahmen beachtet, steht einem genussvollem Badevergnügen nichts mehr im Wege.

 

 

 

 

 

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

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