CO2-Fußabdruck als Schattenseite

Was ist eigentlich Flugobst?

Dienstag, 04. Januar 2022 | 07:40 Uhr

Bozen – Als Flugobst werden im Lebensmittelhandel jene Früchte bezeichnet, die per Flugzeug aus dem Herkunftsland importiert werden. Im Vergleich zur meist mehrwöchigen Reise auf dem Seeweg ist die Transportzeit in der Luft viel kürzer. Das bringt den Vorteil, dass die Früchte bis zur Ernte an der Pflanze reifen können und einen intensiveren Geschmack entwickeln. Außerdem sind die Früchte frischer, da sie nach der Ernte viel rascher in den Handel gelangen. Früchte, die auf dem Seeweg transportiert werden, werden dagegen vorzeitig und unreif geerntet, gekühlt per Schiff transportiert und müssen im Bestimmungsland erst nachreifen, bevor sie verkauft werden.

Auf dem Luftweg werden hauptsächlich jene Obstarten transportiert, die vergleichsweise rasch verderben oder bei welchen sich durch die kürzere Transportzeit ein Qualitätsvorteil ergibt. Dies trifft insbesondere auf Mango, Ananas, Litschi und Bananen zu. Da der Transport im Flugzeug höhere Kosten verursacht als der Schiffstransport, ist Flugobst im Handel entsprechend teuer und wird in erster Linie im Feinkosthandel angeboten.

Die Schattenseite des Flugtransports liegt im hohen Energieaufwand und den Treibhausgasemissionen, die dadurch verursacht werden. Laut Berechnungen des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) ist der CO2-Fußabdruck einer Flugananas 25 Mal höher als jener einer per Schiff transportierten Ananas. „Ananas, die auf dem Seeweg von Zentralamerika nach Deutschland kommt, hat einen CO2-Fußabdruck von rund 0,6 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Ananas. Für Ananas, die auf dem Luftweg nach Deutschland kommt, sind es dagegen über 15 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Ananas“, führt Silke Raffeiner, die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol, aus. „Damit erzeugt Flugananas mehr Treibhausgase als die meisten Fleischprodukte.“

Flugobst wird im Handel teilweise als solches bezeichnet, eine verpflichtende Angabe des Transportmittels gibt es jedoch nicht.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "Was ist eigentlich Flugobst?"


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Doolin
Doolin
Kinig
18 Tage 2 h

…wenn’s dann runter kommt, ist es Fallobst…
😆

Karl
Karl
Universalgelehrter
17 Tage 22 h

Es ist immer noch besser ein Flugzeug voller schmackhaften  Ananas  und  Mangos die länger am Baum reifen  können nach  Europa zu liefern als  ein Flugzeug voller hohler Birnen zum Ballermann  nach Mallorca 🙂

halihalo
halihalo
Universalgelehrter
17 Tage 22 h

und als volle Williamsbirnen wieder zurück🍐😂

Staenkerer
17 Tage 20 h

allso es oanzige flugobst des i iss isch a apfl oder a birne de mir a bauer ban klaubn zuawirft und mein oanziger flug wor der als jugendlicher über de stiege,
also, von mir verursochte umweltverschmutzung = 0,
der, bis jetz oanzige, flugpreiß den i gezohlt honn = a poor blaue flecke!

übrigens kaf i a koans des a seereise mocht, i mog des nähmlich olles nit, a nit bananen!

halihalo
halihalo
Universalgelehrter
17 Tage 16 h

Respekt wenn du das schaffst ! ich versuche auch weniger von diesem exotischem Zeug zu kaufen aber das bestimme ich nicht allein😅

Chrys
Chrys
Superredner
18 Tage 57 Min

Jeder kritisiert was fuer ihn wichtig und falsch erscheint.
Fakt ist, dass zwischen Flugzeug und Schiff eine Umweltbelastung von zirka 1:25 besteht. Trotzdem verfrachten wir bald nahezu alles per Flugzeug, fliegen in den Urlaub fuer ein Wochenende, usw.
Es steckt eben nirgends Kostenwahrheit dahinter. Fliegen ist eben viel zu billig, gleich wie Auto fahren, usw.
Es kann doch nicht sein, dass eine Banane oder eine Ananas viel weniger kostet als ein Apfel und das liegt sicherlich nicht an den Produktionskosten, denn auch hierzulange bekommt der Bauer nur wenige Cent fuer ein Kg, das dann im Handel  mehrere € pro Kg, kostet.

VES
VES
Grünschnabel
18 Tage 1 h

Lineare Berechnung deshalb nicht korrekt. Fracht und Passagiervolumen werden gegenseitig ausgewogen.

Faktenchecker
17 Tage 22 h

Das sit Flugobst:

Evi
Evi
Universalgelehrter
17 Tage 23 h

Notiz am Rande: In Deutschland musste kürzlich ein Supermarkt für einige Tage gesperrt werden, weil eine hochgiftige Spinne unter den Bananen gefunden wurde und entwischt ist….
Ist wohl auch als blinder Passagier mit eingereist…

hihi
hihi
Neuling
17 Tage 21 h

So einen Schmorrn honi selten gheart…es isch sicher besser, wenn die Schiffe wochenlong in produzierten Müll in Meer innipumpen, als a Flieger(wobei viele Flugobstsorten teilweise in Billigfliegern mit wenig Gepäck) geliefert werden🤦🤦🤦

Chrys
Chrys
Superredner
17 Tage 17 h

Selbst in “Billigfliegern” ist wenig Gewicht frei um Zusatzfracht aufzunehmen. Zudem muss Obst in einem beheizten Innenraum transportiert werden da andernfalls alles nur Müll ist. Die verfügbaren Zuladungen können nur kurzfristig ermittelt werden während Obst- und Gemüsetransporte auf die Minute abgestimmt sein müssen. Obst kann weder am Start- als auch am Zielflughafen lange herumstehen und von Afrika oder Südamerika fliegen nicht gerade so viele Maschinen z.B. nach Mailand. Nicht auszudenken, wenn dann z.B. ein Flug von Lateinamerika nach Paris freien Raum verfuegbar haette und dann von Paris nach Mailand nicht mehr.

Unioner
Unioner
Tratscher
17 Tage 17 h

Das Problem sind wir. Ich bin in der DDR groß geworden und da gab es bekanntlich selten exotische Früchte. Wir haben das was möglich war geerntet eingekocht, im Keller gelagert und unsere eigenen Äpfel bis in den Frühling hinein gegessen. Gut das ist lange vorbei aber muss man denn das ganze Jahr Erdbeeren essen und Äpfel aus Neuseeland oder Chile kaufen nur weil sie frisch aussehen? Wer Umweltschutz will muss verzichten.

Chrys
Chrys
Superredner
17 Tage 16 h

Aber die DDR Bürger sehnten sich immer nach den voll gefüllten Läden in West-D. Die meckerten doch immer, dass sie 6 Monate im Jahr nahezu kein Obst und Gemüse hatten.

Chrys
Chrys
Superredner
17 Tage 16 h
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