Von: stnews
Kiens – Ein wichtiger Meilenstein für die Mobilität im Pustertal ist erreicht: Am 22. Mai ist in Kiens die letzte Tunnelwand des Haupttunnels der neuen Umfahrung durchbrochen worden. Mit dem Abschluss des Ausbruchs der rund 900 Meter langen Galerie beginnt eine neue Bauphase. Die Verkehrsfreigabe ist laut aktuellem Zeitplan für Herbst 2027 vorgesehen.
An der Veranstaltung nahmen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger teil, ebenso der Landesrat für Infrastrukturen und Mobilität Daniel Alfreider, der Kienser Bürgermeister Markus Mitterhofer, Fachleute der Landesverwaltung, Vertreter der beteiligten Unternehmen sowie die Arbeiter auf der Baustelle. Zu den technischen Verantwortlichen zählen der Direktor des Landesamtes für Straßenbau Nord-Ost Florian Knollseisen, der Vertreter des Bauunternehmens Pierfrancesco Redaelli sowie der vor Ort zuständige technische Leiter Reinhold Palla.
“Mit diesem Durchbruch setzen wir einen konkreten Schritt, um den Ortskern von Kiens zu entlasten, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern”, betont Landesrat Alfreider. “Eine Baustelle dieser Größe bringt Belastungen mit sich. Daher gilt unser Dank allen Beteiligten – den Bürgerinnen und Bürgern, der Gemeinde, den Technikern, den Unternehmen und den Arbeitern.”
Fortschritt der Arbeiten
Die Bauarbeiten für die Umfahrung Kiens laufen seit 2022. Der Ausbruch des rund 900 Meter langen Haupttunnels ist inzwischen vollständig abgeschlossen. Derzeit wird an der Abdichtung und am Innenausbau mit Stahlbeton gearbeitet. Parallel dazu werden weitere Maßnahmen umgesetzt: Dazu zählen die Verlegung der Hochspannungsleitung von Terna durch den Tunnel, der Bau des Westportals und einer künstlichen Galerie sowie Maßnahmen zur Bodenverbesserung für den zentralen Fluchtstollen.
Technische Herausforderungen
Das Projekt stellt hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Die Trasse verläuft durch ein sensibles Gebiet und unterquert den Siedlungsbereich von Kiens. Während der Bauphase sind daher Verkehrsmaßnahmen und Eingriffe in bestehende Infrastrukturen notwendig. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Sicherheit der darüberliegenden Gebäude. Ein kontinuierliches Monitoringsystem überwacht mögliche Bewegungen und ermöglicht ein rasches Eingreifen bei Bedarf.
“Beim Tunnelbau unter einem bewohnten Gebiet stehen Präzision und Sicherheit im Vordergrund”, unterstreicht Alfreider. “Ziel ist ein spürbarer Nutzen für die Bevölkerung: weniger Verkehr im Ortszentrum und mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden.”
Investition und Nutzen
Die aktuellen Kosten der Umfahrung belaufen sich auf rund 82 Millionen Euro. Mit zusätzlichen Anpassungen, insbesondere für den Fluchtstollen und die technischen Ausstattungen, wird derzeit von Gesamtkosten von rund 84 Millionen Euro ausgegangen. Das Projekt wird auch über den Fonds für Entwicklung und Kohäsion (FSC) mitfinanziert, und zwar mit einem Betrag von 25 Millionen Euro.
Mit der Inbetriebnahme der Umfahrung wird eine deutliche Entlastung des Ortskerns erwartet. Ein wesentlicher Teil des Verkehrs kann künftig aus dem Dorfzentrum verlagert werden. Damit verbessern sich sowohl die Verkehrssicherheit als auch die Lebensqualität im Ort.



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