Odyssee eines 44-jährigen Bozners

Die Firma wechselt und der Job ist wegen Krankheit weg

Montag, 10. Dezember 2018 | 10:39 Uhr

Bozen – Noch vor wenigen Monaten war ein 44-Jähriger Mann aus Bozen Angestellter einer privaten Firma. Weil die italienische Post einen Auftrag neu vergeben hat, während er sich im Spital befand, steht er nun ohne Arbeit da – ausgerechnet vor Weihnachten.

Laut einem Bericht des Alto Adige litt der Mann an Herzproblemen und musste deshalb ins Krankenhaus von Schlanders eingeliefert werden. Nun geht es ihm wieder besser und er könnte eigentlich arbeiten. Doch sein Job ist weg, obwohl er einen regulären Arbeitsvertrag hatte. Das Unternehmen, das anstelle seiner alten Firma den Auftrag der Post erhielt, hat ihn mit einem anderen Arbeiter ersetzt.

Bis Mai war er Fahrer eines Privatunternehmens, das im Vinschgau engagiert worden war, die gesammelte Post hinzubringen und abzutransportieren – in erster Linie in Mals und in Latsch. Eines Tages hatte er heftige Schmerzen in der Brust verspürt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Glücklicherweise erkannten die Ärzte rechtzeitig, dass es sich um einen Herzinfarkt handelte – oder genauer gesagt um eine Herzbeutelentzündung mit schwerer Herzinsuffizienz.

Anschließend war der 44-Jährige eine längere Zeit im Krankenstand. Mittlerweile geht es ihm wieder besser, obwohl er immer noch auf Medikamente angewiesen ist. Dafür muss er rund 300 Euro pro Monat ausgeben.

Doch wie konnte er seinen Arbeitsplatz verlieren? Ausgerechnet während seiner krankheitsbedingten Abwesenheit kam es zum Austausch der Firma, die für den Auftrag der Post zuständig war. Normalerweise sehen die gewerkschaftlichen Abkommen vor, dass die Angestellten des scheidenden Unternehmens von der Nachfolgefirma übernommen werden.

Dies ist in den übrigen Fällen auch geschehen – nur nicht bei dem Bozner. Sein Arbeitsvertrag würde ihn eigentlich vor solch einer Situation schützen. Auch die Gewerkschaft AGB/CGIL intervenierte und die neue Firma versicherte, dass der 44-Jährige seine Arbeit antreten könne, sobald er sich erholt habe. Doch in Wirklichkeit ist der Mann seit 4. Dezember zu Hause.

Derzeit scheint das Unternehmen, das seinen Sitz in Apulien hat, nicht vorzuhaben, den Bozner wieder an seinen Arbeitsplatz zurückzulassen. Dabei hat er sich mehrfach bereit erklärt, sich der Visite eines gerichtlichen Arztes zu unterziehen, um seine Arbeitstauglichkeit unter Beweis zu stellen. Doch bislang hat er noch keine Antwort erhalten.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Vinschgau

Kommentare

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23 Kommentare auf "Die Firma wechselt und der Job ist wegen Krankheit weg"


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vitus
vitus
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Dass jemand zuhause bleiben muss, ist immer schlimm. Noch viel schlimmer finde ich, dass er für Medikamente zahlen muss. Medikamente bei Herzproblemen müssen kostenlos sein. Für was zahlen wir INPS???

Seele80
Seele80
Neuling
1 Monat 10 Tage

vitus,ja möchte man meinen, leider muss man bei bestimmten Medikamente kräftig zuzahlen.l.g.

Mezcalito
Mezcalito
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

das glaub ich nicht. die Medikamente gibts dich alle auf rotem rezept und dann hat er sicher noch eine ticket Befreiung…

denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 9 Tage

Ich verstehe nie, was solche Berichte bei vielen Kommentatoren auslösen.
Es wäre schön, in den nächsten Tagen zu lesen, dass eine Firma aufgrund dieses Berichtes den Mann angestellt hat.
Anderenfalls wäre es eine Möglichkeit hier ein Bankkonto bekannt zugeben, in das jene die das tun möchten, einen Beitrag einzahlen können, damit er gut um die Runden kommt, bis er eine neue Arbeit hat.

nala
nala
Tratscher
1 Monat 9 Tage

@Mezcalito
Sicher mit ganz viel phantasie , wie oft habe ich ein medikament ausgestellt bekommen aufn roten Zettel , und in der Apotheke isch mir dann gesagt worden , das muss man privat zahlen !!!
Was nutzt der rote Zettel ?

Lorin
Lorin
Tratscher
1 Monat 9 Tage

@Mezcalito 
Ich auch nicht, es gibt für jede der drei obengenannten Erkrankungen eine Ticketbefreiung.
Zudem, was hat ein Herzinfarkt mit einer Herzbeutelentzündung zu tun?

anonymous
anonymous
Superredner
1 Monat 10 Tage

In Calabrien findet er Arbeit

ikke
ikke
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Ich wünsche dir das selbe Schicksal dann kannst du hier solche Sprüche klopfen!!

anonymous
anonymous
Superredner
1 Monat 10 Tage

@ikke
Super 

Surfer
Surfer
Superredner
1 Monat 10 Tage

Hochmut kommt vor dem Fall….

aristoteles
aristoteles
Superredner
1 Monat 10 Tage

wer hier arbeit sucht, der findet sie.

BEATS
BEATS
Tratscher
1 Monat 10 Tage

ja das ist auch so… aber in dem Fall nicht zutreffend!

Tschoegglberger.
1 Monat 10 Tage

aus Süditalien wird nie eine Antwort kommen.

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Da er wie laut Artikel hervorgeht höchstwahrscheinlich irgendwie gekündigt worden ist wird er Arbeitslose kassieren. Also dürfte der finanzielle Schaden sich in Grenzen halten.
Andernfalls kann ja das Land mit vorrübergehenden Geldgeschenken einspringen. Für andere Sachen und Menschen ist ja auch genügend da.

oli.
oli.
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Wäre gut vom Land , aber Asylanten bevorzugt.

der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
1 Monat 10 Tage

@PuggaNagga
Was meinen sie wie viel sie Arbeitslose kassieren. Mit dem Geld kann man in Südtirol nicht überleben, vielleicht in Süditalien? Bei uns muss man noch Schwarz dazu verdienen, dann gehts vielleicht. 

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Eine Firma aus Apulien? 🤔

m69
m69
Kinig
1 Monat 9 Tage

So ist das@

Ja.!

Diese Postdienste werden ausgeschrieben!
Damit man bei den Fahreren sich die Zweisprachigkeit sparen kann.
Aber das ist nicht das größte Problem, bei diesen Ausschreibungen gibt es dann noch die Subappalti..
Zum Schluss verrichten zum Teil einzelne Fahrer auf eigene Rechnung diese Fahrten.
Das alles um einen Hungerlohn

Tabernakel
1 Monat 9 Tage

@m69

Wenn Du dafür arbeitest bist Du tief gesunken. Warum macht Du das? Nichts gelernt?

wiakimpdir4
wiakimpdir4
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Arbeitsinspektorat einschalten?

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Über 50 und eine körperliche Schwäche, sei es auch nur was Simples bedeutet eine schwierige Suche auf dem Arbeitsmarkt- leider.

Evi
Evi
Superredner
1 Monat 9 Tage

Einseitige Berichterstattung. Kenne den Fall und ist alles rechtens. Frage: Wer stellt einen Fahrer mit schwerer Herzinsuffizienz ein? Damit er dann, wenn wirklich was passiert, Schuld ist und für immer blechen kann…

sarnarle
sarnarle
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Wünsche ihm alles Gute, und das ist eine Sauerei wie mit ihm umgegangen wurde, aber bei einen Postdienst aus Süditalien zu arbeiten währe höst fragwürdig. Ist vielleicht besser wenn er sich nach einer anderen Arbeit umsieht. 300€ an Medikamente ist für mich nicht ganz nachvollziehbar.

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