Künstliche Intelligenz im Fokus

Dies Academicus an der PTH Brixen

Donnerstag, 29. Januar 2026 | 15:27 Uhr

Von: Ivd

Bozen/Brixen – Beim Dies Academicus 2026 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule (PTH) Brixen, an der derzeit rund 70 Studierende sowie über 150 Gasthörer eingeschrieben sind, stand heute das Thema Künstliche Intelligenz (KI) im Mittelpunkt. Im Rahmen des Festakts wurde auch das neue Brixner Theologische Jahrbuch präsentiert. Darüber hinaus wurden die Abschlussdiplome überreicht.

Der Dies Academicus ist der jährliche Festtag der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen. Er bildet den feierlichen Rahmen, um besondere Leistungen zu würdigen, aktuelle Themen aus Theologie, Gesellschaft und Wissenschaft zu diskutieren sowie die Abschlussdiplome des vergangenen Studienjahres zu vergeben. Zugleich ist er Treffpunkt für Lehrende, Studierende, Absolventen sowie Gäste aus Kirche und Gesellschaft.

PTH Brixen: 70 Studenten, 150 Gasthörer, 140 Kursteilnehmer

An der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen studieren aktuell 70 ordentliche Hörer in den Studiengängen Fachtheologie und Religionspädagogik. Im Wintersemester waren zusätzlich 150 Gasthörer gemeldet, die verschiedene Lehrgänge und Kurse besuchen, darunter das Bachelor-Studium in Philosophie, der Universitätsstudiengang Angewandte Ethik (gemeinsam mit den Universitäten Innsbruck und Bozen), sowie der neue Zertifikatslehrgang „Ars Sacra“ über Kunst und Kirche. Das Institut für theologische Weiterbildung zählt in der deutschsprachigen Sektion „Brixner Theologische Kurse“ 140 Teilnehmende in vier Kursen. Die Angebote der italienischsprachigen Sektion „Istituto di Studi religiosi“ in Bozen werden von 95 Personen besucht.

Festvortrag: KI als Herausforderung und Chance für die Theologie

Der Festvortrag beim Dies Academicus war heuer dem Thema der Künstlichen Intelligenz gewidmet. Der Referent, Dr. Valentino Maraldi, Lehrbeauftragter an der Katholischen Fakultät der Emilia-Romagna in Bologna sowie am ISSR in Bozen und Universitätsseelsorger der Diözese Bozen-Brixen, zeigte die Auswirkungen auf, die neue digitale Technologien mittlerweile weltweit in fast allen Bereichen des menschlichen Lebens haben. Die tiefgreifendste Veränderung betrifft jedoch den Wandel, den KI bei den Menschen selbst bewirkt, nämlich in ihrer Art, die Welt und sich selbst zu verstehen. Er zitierte Papst Leo, der dazu sagte: „Die Herausforderung der KI ist nicht technologischer, sondern anthropologischer Natur.“ In diesem Zusammenhang, so Maraldi, kann die Theologie die KI als „Zeichen der Zeit“ betrachten und eine Vision entwickeln, um KI von einer potenziellen Bedrohung in eine Chance zu verwandeln. So können wir wiederentdecken, was uns wirklich menschlich macht: die Fähigkeit, unbegrenzt Fragen zu stellen, zu lieben und verantwortungsbewusst in der Welt zu leben.

Brixner Theologisches Jahrbuch: Wahrheit und Lüge in Zeiten von Fake News

Professor Christoph Amor stellte im Anschluss den neuen Band des Brixner Theologischen Jahrbuchs vor. Es trägt den Titel „Wahrheit und Lüge. Theologie in Zeiten von Fake News und Desinformation“. Die gängige Annahme, dass eine Aussage wahr ist, wenn sie mit der Realität übereinstimmt, gerät gegenwärtig unter Druck. Wahrheit wird verhandelbar und zu einem Mittel gezielter Einflussnahme. Auch im öffentlichen Diskurs verschwimmen die Grenzen zwischen Information und Desinformation, zwischen Fakten und Fakes, zwischen Wahrheit und Meinung. Emotion schlägt Evidenz. Gegen Gefühle und angeblich „alternative Fakten“ lässt sich schwer rational argumentieren. Inmitten dieser Krise der Wahrheit ist die Theologie herausgefordert, ihre Stimme neu zu erheben, und zwar nicht als Hüterin dogmatischer Gewissheiten, sondern als Suchende nach dem, was trägt und verbindet.

Abschlussdiplome und Auszeichnung für herausragende Arbeiten

Dekan Martin M. Lintner verlieh anschließend die Abschlussdiplome an Absolventinnen des vergangenen Jahres. Eine Person hat erfolgreich das Bachelor-Studium Philosophie abgeschlossen.

Bezirk: Bozen, Eisacktal

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