Kaum Frostschäden - guter Markt für Erdbeeren

Ernte von Beeren und Steinobst hat begonnen

Mittwoch, 22. Juni 2022 | 11:01 Uhr

Bozen – Heuer stehen alle Zeichen auf ein erfolgreiches Erntejahr für Beeren und Steinobst. Wenige Frostnächte im Frühjahr und gute Witterung sorgen für eine ausgezeichnete Qualität der Früchte. Der Ernteertrag wird insgesamt höher ausfallen als letztes Jahr.

Dieses Jahr hat die Ernte von Erdbeeren etwas früher begonnen als voriges Jahr. Laut Markus Tscholl, Versteigerungsleiter der Egma in Vilpian werden heuer rund 70 Tonnen erwartet. Außerdem sei die Marktsituation dieses Jahr vielversprechend: Für Erdbeeren gebe es derzeit sehr gute Preise. Tscholl erklärt den Grund: „Die Ernte in Spanien ist bereits verkauft, in Italien ist aber noch etwas Ware vorhanden. Die letzten Erntedurchgänge haben aber unter schlechter Witterung gelitten. Darum ist der Markt derzeit sehr aufnahmefähig.“ Auch bei Himbeeren seien die Ausgangsbedingungen sehr gut.

Bei den Kirschen gab es glücklicherweise nur wenige Frostnächte, daher ist mit einer sehr guten Qualität der Früchte zu rechnen. „Wir erwarten eine normale Erntemenge von 130 Tonnen. Die Saison dauert dieses Jahr voraussichtlich von Ende Juni bis Mitte August“, so Markus Tscholl. Die Kirschenernte im Vinschgau beginnt heuer Anfang Juli. „Die Erntemenge schätzen wir auf 650 Tonnen“, sagt Reinhard Ladurner. Er ist Verantwortlicher für den Bereich Kirschen beim Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse VI.P.

Philipp Brunner, Betriebsleiter der Marteller Erzeugergenossenschaft, sieht für das heurige Jahr gute Erträge von bis zu 350 Tonnen Erdbeeren voraus. Die ersten Beeren wurden bereits am 4. Juni geerntet, also zwei bis drei Wochen früher als im vergangenen Jahr. 2021 hatte die Ernte witterungsbedingt eher spät angefangen. Die Eröffnung der Beerensaison wird im Martelltal im Rahmen der Marteller Erdbeertage vom 18. Juni bis 9. Juli 2022 mit einem interessanten Rahmenprogramm gefeiert. Den Höhepunkt bildet der festliche Beerentag am 26. Juni 2022 mit einem bunten Rahmenprogramm.

Hannes Spögler, der bei VI.P für die Marillen zuständig ist, schätzt die Lage folgendermaßen ein: „Die Ernteschätzung geht von einer Menge von 380 Tonnen Marillen aus, was einer Normalernte entspricht. Wir haben dieses Jahr keine Frostschäden zu verzeichnen und wenn das Wetter weiterhin stabil bleibt, rechnen wir mit einer guten Qualität. Die Haupternte beginnt Anfang Juli und endet Mitte August.“

Das Stein- und Beerenobst mit Qualitätszeichen Südtirol wird von der Obstversteigerung Egma und der VI.P vermarktet. Der Verkauf erfolgt hauptsächlich an Großmärkte sowie an den Lebensmitteleinzelhandel in Italien. Daneben sind Südtiroler Beeren- und Steinobst in lokalen Obst- und Gemüsegeschäften erhältlich.

IDM Südtirol unterstützt den Saisonstart in Italien mit Großmarktaktionen. Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen und Marillen mit Qualitätszeichen Südtirol werden in Padua, Florenz, Rom, Mailand und Bergamo präsentiert, und zwar vom 4. bis 8. Juli. In Verona, Turin und Genua ist dagegen das Gemüse mit Qualitätszeichen vom 11. bis 13. Juli zu Gast.

Qualität durch höchste Standards

Das Qualitätszeichen Südtirol garantiert Ursprung und Güte der damit gekennzeichneten Produkte. Die Obstbauern müssen bei der Produktion überdurchschnittliche Qualitätsstandards bezüglich Größe und Zuckergehalt der Früchte erfüllen. Die Anbaugebiete der Beeren und der Kirschen liegen auf mindestens 500 Meter ü.d.M. Sie reichen bei den Kirschen bis auf 1.100 und bei den Beeren bis auf 1.800 Meter Höhe hinauf. Die Ernte wird ausschließlich in Handarbeit eingebracht, regelmäßige Qualitätskontrollen garantieren ein einzigartiges Fruchtaroma. Die Anbaugebiete befinden sich im Vinschgau, Eisacktal, Pustertal und Ultental, in Jenesien und auf dem Ritten.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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