DM-Leitfaden für Bauherren

Gebäude aufstocken statt neu bauen

Samstag, 06. November 2021 | 10:35 Uhr

Bozen – Ein neuer IDM-Leitfaden zeigt Bauherrn die Vorteile einer nachhaltigen Lösung auf.

Grund und Boden sind eine endliche Ressource, gleichzeitig steigt der Bedarf an Wohnraum auch in Südtirol ständig. Eine nachhaltige Lösung für dieses Dilemma ist die Gebäudeaufstockung, also das Sanieren und Umbauen von bereits bestehendem Wohnraum. Gleichzeitig bringt diese Lösung für künftige Bauherrn eine Reihe von Vorteilen mit sich. Um diesen das große Potenzial der Aufstockung von Gebäuden zu verdeutlichen, hat IDM Südtirol einen Leitfaden herausgegeben.

Er gibt einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingen und die urbanistischen Voraussetzungen und gibt Tipps zur Wirtschaftlichkeit von Projekten, möglichen Beiträgen und effizienten Projektabläufen. Dazu werden interessante Beispiele aus der Praxis aufgezeigt.

„Auch Südtirol hat nur begrenzten Raum für Neubauten zur Verfügung, deshalb bietet sich hier als Chance an, Leerstände zu nutzen“, sagt Vera Leonardelli, Abteilungsdirektorin Business Development von IDM. IDM habe sich mit den Akteuren und Partnern aus der Wirtschaft und mit Vertretern der Politik über die verschiedenen Ansätze ausgetauscht, die sich hier anbieten. Die Gebäudeaufstockung sei einer, der viel Potenzial in sich berge. „Deshalb haben wir beschlossen, für das Thema zu sensibilisieren und einen Leitfaden für die Gebäudeaufstockung zu erstellen“, so Leonardelli.

„Gerade für die Umwelt ist die Gebäudeaufstockung eine sehr nachhaltige Möglichkeit, sowohl im urbanen als auch im ländlichen Bereich zusätzlichen Wohnraum zu schaffen“, unterstreichen auch Hubert Gruber, Obmann der Baugruppe im Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) und Robert Kargruber, Vizepräsident des Baukollegiums des Südtiroler Unternehmerverbandes, die gemeinsam mit anderen Partnern wie der Verbraucherzentrale, Experten, Technikern, Architekten und Unternehmen wertvolle Beiträge für den Leitfaden geliefert haben. Jede Wiederverwendung verringere den Ressourcenverbrauch, reduziere Abfall und schone so die Umwelt. Gleichzeitig werden deutlich weniger Baumaterialien verbaut als bei einem Abriss in Verbindung mit einem Neubau und keine zusätzlichen wertvollen Böden neu versiegelt. Wenn man zudem auf eine intelligente Anwendung von Ressourcen schonenden Materialien achtet, trägt man noch weiter zur Umweltverträglichkeit bei. Die meistens mit einer Aufstockung einhergehende energetische Sanierung ist eine weitere Maßnahme zur Entlastung der Umwelt. Wer saniert oder umbaut, kann damit auch viel Geld und Zeit sparen, etwa, weil man die Strukturen des bereits bestehenden Objekts wie Zu- und Abwasser, Strom und Heizung mitnutzen kann. Zudem belasten keine zusätzlichen Kosten durch einen Grundstückskauf und dessen Folgekosten das Budget. Das Gebäude kann auch meist während der Bauphase bewohnt werden, was weitere Spesen wie temporäre Umzüge hinfällig macht.

Aufgrund verschiedener Beiträge und Fördermaßnahmen sind Gebäudeaufstockungen gerade besonders attraktiv. Neben dem staatlichen Superbonus ist auch der Kubaturbonus ein Anreiz. Anfang Oktober wurde dieser um  weitere fünf Jahre verlängert. Wer seine Immobilie um 200 Kubikmeter erweitern will, muss ab jetzt zumindest ein KlimaHaus B errichten. Zudem gilt der Kubaturbonus nur für Wohnbauzonen. Für die Südtiroler Bauwirtschaft ist die Aufstockung von Gebäuden eine interessante Business-Möglichkeit, für die sie bereits bestens gerüstet ist und auch das nötige Know-how besitzt – vom Planer über den Experten und Techniker bis hin zum Unternehmen. Daher können Umbauten, Aufstockungen und andere Veränderungen an Bestandsgebäuden auch vollständig von Südtiroler Planern und Handwerkern umgesetzt werden. Das bringt solide Qualität und fördert die regionale Wertschöpfung.

Von: bba

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "Gebäude aufstocken statt neu bauen"


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Mikeman
Mikeman
Kinig
27 Tage 16 h

wieder so eine super Schnappsidee da die meisten Vogelkäfige sowieso schon von selbst gerade stehen bleiben geschweige noch was drauf stocken,man wird anscheinend immer dreister.

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
27 Tage 13 h

…jetzt wachst die Nachbarshütt vor deiner Nas…
🤪

tucano2
tucano2
Grünschnabel
27 Tage 14 h

des hat man sich schun long ausdenkn kennt, nit die hofstelleverlegung in die schianschtn wiesn genehmign und im dorf die hittn verlottern lossn, obr dr normale bürger konn do sowieso nit mitredn, der konn sich mit sein gehaltl nit a supervilla bauen!

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
27 Tage 11 h

,,Grund und Boden sind eine endliche Ressource…..” deswegen dürfen die Hotels immer wachsen und größer werden?….oder wie soll man das jetzt verstehen?

berthu
berthu
Universalgelehrter
25 Tage 19 h
Lange Zeit hat man die Häuslebauer penibel kontrolliert, daß ja kein begehbarer, evt.später nutzbarer Dachraum gebaut wird. Wie paßt das zu der Idee jetzt? Beim “Erhöhen” wird mindestens das Obergeschoß wieder zerstört. Hätte man den Baumenschen damals den “einen Meter” Höhe laut Hausverstand genehmigt, wären viele Dachböden zumindest teilweise nutzbar. Wann wer den Dachboden oder Keller ausbaut, sollte jedem selbst überlassen werden, unberührt von Bau- und Infrastrukturabgaben. Die sind ja beim Umbau trotzdem wieder fällig. Nur wird da soo viel gesunde, fast neue teure Bausubstanz vernichtet. Und die Qualität am Bau ist nicht besser geworden, nur die Preise vervielfacht! All… Weiterlesen »
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