Debatte um Tourismuszonen

HGV verlangt mehr Kontrolle bei Airbnb

Freitag, 13. September 2019 | 16:22 Uhr

Bozen – Bezugnehmend auf die aktuelle Debatte um die Abänderung des Landesraumordnungsgesetzes betreffend Ausweisung neuer Tourismuszonen verweist der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) darauf, dass die Errichtung von neuen Hotels auf heute unbebauten Flächen in entwickelten und stark entwickelten Gebieten mit dem neuen Gesetz für Raum- und Landschaft außerhalb der Siedlungsgrenzen nicht mehr möglich sein wird. Diese Entscheidung wurde vom HGV immer mitgetragen im Sinne einer verstärkt qualitativen und weniger quantitativen Entwicklung im Tourismus.

„Es trifft zu, dass der bevorstehende Termin des Inkrafttretens des neuen Urbanistikgesetzes einen gewissen Druck erzeugt hat und einige wenige Projekte eingereicht wurden, die möglicherweise weder baulich noch betriebswirtschaftlich voll ausgereift sind. Wenn man aber von rund 60 aufliegenden Hotelprojekten spricht, dann muss auch dazu gesagt werden, dass die allermeisten davon bereits über Jahre geplant wurden und vor allem deren Realisierung auch laut dem neuen Gesetz möglich wären. Nur eine kleine Minderheit der aufliegenden Projekte beträfen nämlich neue Betriebe auf heute unbebauten Flächen, welche mit neuem Gesetz nicht mehr realisiert werden könnten“, stellt HGV-Präsident Manfred Pinzger klar.

In Südtirol gibt es heute rund 154.000 Betten in gewerblichen Beherbergungsbetrieben, aber auch rund 50.000 Betten im Rahmen des Urlaubs auf dem Bauernhof sowie der Privatzimmervermietungen. „Wenn man also über Steuerungsmechanismen in der Hotellerie diskutiert, und dazu waren und sind wir immer bereit, dann muss im Kontext der allgemeinen touristischen Entwicklung auch eine Steuerung der Tätigkeit der nichtgewerblichen Betriebe angedacht werden“, betont Pinzger.

In diesem Kontext sei auch auf das immer stärker auftretende Phänomen der Vermietung von privaten Zimmern und Wohnungen, vermarktet auf Plattformen wie z. B. Airbnb in Südtirol verwiesen. Auch hier braucht es Steuerungsmechanismen bzw. verstärkte Kontrollmaßnahmen, schließlich werden dabei auch Betten zu touristischen Zwecken vermietet. Das Ausufern dieser Art der Vermietung trägt speziell in urbanen Zentren zu einer Verringerung der Mietangebote für die einheimische Bevölkerung bei und reduziert zugleich auch die Möglichkeit der Unterbringung von Mitarbeitern.

Fakt ist somit, dass auch Urlaub auf dem Bauernhof sowie die Privatzimmervermietung mit ihren rund 50.000 Betten und gemeinsam rund 5,3 Millionen Übernachtungen einen erheblichen Einfluss auf die touristische Entwicklung und die daraus resultierenden Auswirkungen haben, schreibt der HGV abschließend in seiner Presseaussendung.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

8 Kommentare auf "HGV verlangt mehr Kontrolle bei Airbnb"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
OrB
OrB
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Urlaub auf dem Bauernhof gehört gleich besteuert wie Pensionen und Hotels!

honsi
honsi
Tratscher
1 Monat 9 Tage

@OrB Sie haben recht, UaB sollte auch keine Steuern zahlen.

montechristo
montechristo
Neuling
1 Monat 9 Tage
Würde noch einen Schritt weitergehen. Bauern sollten wie alle andern auch Steuern zahlen. Die Zeiten sind vorbei, dass die im Verhältnis zum Einkommen keinen Cent zu den öffentlichen Ausgaben beitragen. Ein Unternehmer zahlt bis zu 43% auf seinen Gewinn, damit bei uns nicht die Lichter ausgehen. Der Bauer zahlt nur auf den läppischen Bodenertrag, das ist pippifax und gehört endlich abgeschafft. Andere Länder sind da nicht so nachlässig und dort gibt es nicht weniger Landwirte. Wer gut verdient, muss auch etwas davon abgeben. Das ist mehr als Gerecht und alles andere ist m.E. nicht verfassungskonform. Dafür sollte sich die Svp… Weiterlesen »
nuisnix
nuisnix
Superredner
1 Monat 10 Tage

Ich würde AirBnb nur mehr in Gröden zulassen 😁😁😁

franky
franky
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Nicht Totzukriegen die Privaten..,

Techno Guy
Techno Guy
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Gerade die Kuenzer Maria hat für die Bauern in der letzten Wahlperiode gekämpft, dass diese noch mehr Ferienwohnungen bauen dürfen! Und jetzt als Landesrätin wird täglich gegen die Gäste gewettert und von Over-Tourismus gesprochen!

Ist das der wahre Populismus? 😉

MarkusKoell
MarkusKoell
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Airbnb gehört verboten fertig und Urlaub auf dem Bauernhof wird gleich berechnet wie beim Hotel.
Am besten nur 5 Sterne Hotels sodass nur mehr Leute mit Geld kommen .

spotz
spotz
Tratscher
1 Monat 9 Tage

dann kontrolliert euch selber!!! ge

wpDiscuz