„Gesetz ist eindeutig“

Im Urlaub bestohlen – der Gastwirt haftet

Donnerstag, 07. September 2017 | 08:06 Uhr

Bozen – Manchmal kommt es leider vor, dass der Urlaub wegen eines Diebstahls ruiniert wird: Vom Hotelzimmer werden Geldtaschen, Bargeld und Kameras entwendet oder aus der Garage des Hotels verschwinden Rennräder oder Ski.

Beim Diebstahl im Hotel resignieren die Verbraucher oft, wenn der Gastwirt ihnen mitteilt, dass es nicht seine Schuld sei, sondern jene der Verbraucher, welche den Safe nicht benutzt oder die Tür nicht richtig abgeschlossen hätten. „In Wahrheit sieht die rechtliche Lage allerdings ganz anders aus“, erklärt Monika Nardo, Rechtsberaterin beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen. „Wir alle kennen Hinweise wie ‘Der Gastwirt übernimmt keine Haftung bei Diebstählen’ oder Ähnliches; das Gesetz ist jedoch eindeutig: Abmachungen oder Erklärungen zum Ausschluss oder zur Beschränkung der Haftung des Gastwirts im Voraus sind nichtig“, fährt die Juristin fort.

Eine europäische Konvention regelt die Haftung der Gastwirte bei in den Beherbergungsbetrieb eingebrachten Sachen. Das bedeutet, dass bei einem Diebstahl im Hotel, die Verbraucher den gleichen Schutz in beinahe identischer Weise genießen, vorausgesetzt, das Hotel befindet sich in einem der Länder, die dem Übereinkommen beigetreten sind. Allerdings ist Spanien, ein beliebtes Reiseziel der Italiener, eines jener Länder, welches die Konvention nicht ratifiziert hat.

Die Haftung des Gastwirtes bei in den Beherbergungsbetrieb eingebrachten Sachen, beschränkt sich auf den Wert des gestohlenen Guts und zwar bis zum Gegenwert des Hundertfachen des Unterkunftspreises für einen Tag. „Zurzeit bearbeite ich den Fall eines österreichischen Konsumenten, welchem in einem Hotel in Abano Terme seine kostbare Uhr im Wert von über 2.500 Euro gestohlen wurde. Der Preis der Unterkunft pro Nacht beträgt 75 Euro, somit beträgt der Höchstwert des Schadensersatzes 7.500 Euro, und ist insofern ein ausreichend hoher Betrag, um den Wert der gestohlenen Uhr zu decken“, erzählt Nardo vom EVZ in Bozen. Diese Höchstgrenze gilt allerdings nicht, wenn dem Gastwirt die Sachen in Verwahrung gegeben worden sind, wie zum Beispiel wenn der Gast der Rezeption seinen Schmuck zur Aufbewahrung übergibt. In diesen Fällen haftet der Gastwirt unbeschränkt.

Es sei daran erinnert, dass der Gast verpflichtet ist, dem Gastwirt den Schaden unverzüglich zu melden. Außerdem ist es dringend angeraten, bei der Polizei eine Anzeige wegen Diebstahls zu erstatten.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des EVZ Bozen www.euroconsumatori.org. Hier findet ihr auch einen Musterbrief, der an das Hotel geschickt werden kann.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Im Urlaub bestohlen – der Gastwirt haftet"


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werner66
werner66
Tratscher
14 Tage 16 h

Das wird ein Spaß, wenn sich das herum spricht. 
Arme Gastwirte, da wird noch eine Menge teurer Schmuck und Bargeld verschwinden….lauter Sachen die es nie gab.
Und die vielen Furbi können sich sonst unbezahlbare Urlaube leisten..

Laempel
Laempel
Grünschnabel
14 Tage 15 h

Sowas ist fast schon eine Anstiftung zur Zechprellerei durch Vortäuschung von Diebstahl. Verbraucherschutz gut und recht, aber es gibt auch die Sorgfaltspflicht und Eigenverantwortung, und auf seine Sachen sollte jeder Gast schon selber aufpassen, es sei denn, er gibt sie an der Rezeption zur Aufbewahrung ab oder trifft für die Sicherheit seiner mitgebrachten Wertsachen mit dem Gastgeber schriftlich beidseitig akzeptierte Vereinbarungen.

traktor
traktor
Superredner
14 Tage 16 h

hoffentlich liest hier kein betrüger mit….

stief
stief
Grünschnabel
14 Tage 17 h

Guat zu wissn..

Staenkerer
14 Tage 12 h

gauner, betrüger u. leichtsinnige scheinen glott besser obgsichert zu sein wie oll de ehrlichen u. korrekten…??? wenn eh der gostwirt, od. besser dessen versicherung, hoftet werd in zukunft woll kaum mehr jemand auf seine sochn ochtn, so moncher werd zuig vermissn wos er nie ghob hot u. de diebe kennen sich ruhig bedienen, de beklauen jo a versicherung u. nit an privaten! na, jo, warum eigentlich no eigenverantwortung u. ehrlichkeit wenn man heit für olles an dep… findet der für dieb u. gschädigten in kopf hinholtet!

hoffnung
hoffnung
Grünschnabel
14 Tage 14 h

Soviel mir bekannt ist, muß zuerst einmal klar ersichtlich sein, daß es sich um einen Diebstahl handelt. Wenn jemand Fenster und Türen offenläßt, wird er schlecht beweisen können, daß es sich um Diebstahl handelt. Zudem haben die meisten Vermieter eine Rechtsschutzversicherung.

Susi
Susi
Neuling
14 Tage 7 h

Also nor miaßet theoretisch z.B. die Gemeinde hoften, wenn in an Auto ingebrochen wird auf an öffentlichen Parkplotz??

Mec.T.
Mec.T.
Grünschnabel
14 Tage 4 h
Leimer a Witz; wenns so weiter geat, gibs kuane Gostwirte, wegen Zechprellerei; kuane Hüttenwirte wegen die Welf, kaune Bauern wegen Giftspritzerei, kuane Hondwerker wegen zu hohem Risiko dass der Orbeiter bsoffen zi do Orbeit kimp…. GESETZE lossen grüßen! denkt amol noch es gscheiden Gesetzesmocher und Onwälte; i mecht lei mol wissen wia viele des schun olm ausgenutzt hoben. i hoff dass do die Polizei a Statistik führt wer wia oft wos gemeldet hot. am besten isch wirklich nix tian, kriagsch Geld in Ors.. innigschoben, und brauchsch nix zi befürchten, wenn do mol eppas erlabsch und geat guat hosch Glick kop… Weiterlesen »
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