Dekret erlaubt den Einsatz

Mit Samurai-Schlupfwespe die Marmorierte Baumwanze bekämpfen

Freitag, 20. September 2019 | 12:47 Uhr

Bozen – Ein Dekret des Präsidenten der Republik erlaubt nun den Einsatz nicht-heimischer Nützlinge gegen invasive Schädlinge. Dies könnte möglicherweise auch bald für die Samurai-Schlupfwespe gelten.

Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) ist ein invasiver Schädling: Aus Asien eingeschleppt, hat sie sich in fast allen Regionen Norditaliens stark verbreitet. In Südtirol ist sie seit 2016 präsent und bedroht vor allem die Landwirtschaft. Denn die Marmorierte Baumwanze hat ein sehr weites Nahrungsspektrum hat und kann sich von einer Vielzahl von Obst-, Gemüse- und Ackerfrüchten ernähren. In Europa hat die sehr robuste Wanze kaum Feinde – ganz im Gegensatz zu ihrem Ursprungsgebiet. Dort hat sie einen winzig-kleinen Gegenspieler: die Samurai-Schlupfwespe (Trissolcus japonicus). Sie parasitiert die Eier der Wanze und unterdrückt auf diese Weise deren Vermehrung und Verbreitung.

Gegenspieler einsetzen, aber mit Vorsicht

Es liegt also nahe, diesen Gegenspieler auch in unseren Breiten einzusetzen. Doch Vorsicht ist geboten: Denn die Freisetzung nicht-autochthoner – sprich nicht-heimischer Arten kann sich negativ auf andere heimische Arten auswirken und so die lokale Flora und Fauna gefährden. Daher muss eine solche Freisetzung genau geprüft werden. Diese Vorsicht fließt in ein Dekret des Präsidenten der Republik vom 5. Juli 2019 ein. Das am 5. September veröffentliche Dekret erlaubt den Einsatz nicht-autochthoner Arten zur Schädlingsbekämpfung. Allerdings muss das Umweltministerium zuvor ein Gutachten und eine Genehmigung vorlegen.

Strategischer Plan mit Regionen und Staat

Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler hat sich mit seinen Kollegen aus sechs italienischen Provinzen und Regionen (Trentino, Emilia-Romagna, Friaul-Julisch-Venetien, Lombardei, Piemont und Veneto) dafür eingesetzt, eine biologische Schädlingsbekämpfung durch Nützlinge – wie diese Schlupfwespen – auch bei uns zu ermöglichen. Die nächsten Schritte werden nun mit Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova und Umweltminister Sergio Costa abgestimmt. Dazu hat Schuler gemeinsam mit den Vertretern der anderen Regionen einen strategischen Aktionsplan mit den notwendigen Maßnahmen erarbeitet. So wollen die Provinzen und Regionen Einrichtungen für die Vermehrung dieser Nützlinge schaffen sowie die Erforschung in den verschiedenen Regionen vernetzen und stärken.

Landesrat Schuler: „Pflanzengesundheit dank natürlicher Bekämpfung“

Landesrat Schuler erklärt das Hauptziel: “Wir wollen damit größere Schäden in unseren Obstwiesen verhindern. Wenn wir Nützlingen einsetzen, können wir damit invasive Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen.” Er sieht darin einen positiven Beitrag zu “unseren Bemühungen, die Pflanzengesundheit an erste Stelle zu setzen und das Thema Nachhaltigkeit noch stärker voranzubringen.”

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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15 Kommentare auf "Mit Samurai-Schlupfwespe die Marmorierte Baumwanze bekämpfen"


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knedlfanni
knedlfanni
Tratscher
1 Monat 3 Tage

perfekt, mit einem “ausländischem” nützling, einen “ausländischen” schädling bekämpfen!!😂💩 klingt logisch, ist auch so! ein hoch auf unsre laimburg… wie wärs mit einem betriebsauflug nach asien, um frisch gleich nochmehr invasive arten einzuschleppen!!💪👍

Costa
Costa
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Diese Art von Schlupfwespe gibt es schon im Trentino frei in der Natur.

barlo
barlo
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Lond der Nörgler! Spritzen nit recht, Nützlinge nutzen a nit recht!

StreetBob
StreetBob
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Die invasiven Orten werden eingeschleppt, weil heit a JEDER zu jederJohredzeit OLLM in die Regale hobm will. Donn kimmp des Glump aus der gonzn Welt zu ins. So schsuggs sus. Denkt amol noch, wos diesbezüglich Aspiag, Lidl, Eurospin und Co. drzua beitrogn…..

Staenkerer
1 Monat 2 Tage

@barlo nutzlinge sein schunnrecht, mehr als recht, ba de importierten müßn sich holt de Experten tn sicher sein das sich de, für de bekämpfung für den oan schädlig, importierten nützlinge, sich nit später als schädlinge für onderes außerstelln!
isch nit es erste mol das des passiert auf der welt und importerte nützlinge sich als resistente plagegeister ausergstellt hobn!
ober wenn kompatscher es ok. gib, konn nix passiern …..

GGP
GGP
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

de wespe wert sicher a di einheimischen wanzenarten befallen….

Tobi
Tobi
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Jo hoffentlich. Die sem mochen lei die gleichen Schaden. Sein lei net so mobil und vermehren sich net so stork.

GGP
GGP
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

die einheimischen orten hobn an sinn u sein nützlich, hobn obr a di feinde ws olles im gleichgewicht holten..

Carolina Reaper
Carolina Reaper
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

In Australien hat man auch allerhand importiert… Die Folge ist die einheimischen Tierarten werden aufgefressen.. Ist jedoch nicht so schlimm in 100 Jahren haben wir diese Welt eh zerstört.. Nur weiter so

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 3 Tage

.. na, die samurai wissen schun wos tian…
😂

hoihoi
hoihoi
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

👍🏻😩 supi Welt gerettet ….

cooler Typ
cooler Typ
Superredner
1 Monat 2 Tage

Komisch, jahrzehnte lang wurden Insektizide eingesetzt und jetzt werden fremde Arten importiert.

lauch
lauch
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Bitte als nächstes die Aga Kröte

Sommerschnee
Sommerschnee
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Obstfrüchten, Gemüsefrüchten und Ackerfrüchten 🤔

falschauer
1 Monat 2 Tage

die bekämpfung der wanzen, um die apfelernte zu retten, mag gut und recht sein, aber welche schäden an der flora und fauna werden unter umständen von dieser wespe verursacht, das wäre auch interessant zu wissen

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