Von: mk
Brüssel – Im Rahmen einer Untersuchung wurden Anfang September 2025 auf Bauernmärkten in Südtirol, genauer im Vinschgau, fünf verschiedene Apfelproben erworben und anschließend in einem Labor auf Rückstände von Pestiziden analysiert. Vier von fünf untersuchten Apfelproben wiesen Rückstände von fünf oder mehr Pestizid-Wirkstoffen auf und gelten damit als mehrfach belastet („Pestizid-Cocktail“). Darauf weist PAN-Europe-Vorstandsmitglied Koen Hertoge in einer Presseaussendung hin.
Insgesamt konnten 13 unterschiedliche Wirkstoffe nachgewiesen werden, darunter neun Fungizide und vier Insektizide.
Von den identifizierten Wirkstoffen verfügen zwölf über eine aktuell gültige Zulassung in Südtirol bzw. Italien, dürfen jedoch ausschließlich von professionellen Anwendern eingesetzt werden.
Besonders besorgniserregend sei das toxikologische Profil der gefundenen Substanzen, erklärt Hertoge: „Elf Wirkstoffe stehen im Verdacht, reproduktionstoxisch zu sein. Drei Wirkstoffe stehen unter Verdacht, krebserregend zu wirken. Fünf Wirkstoffe gelten als potenziell hormonell wirksam (endokrine Disruptoren, EDCs)“
Im Vergleich zu Apfelproben aus anderen europäischen Ländern würden die untersuchten Äpfel aus Südtirol die höchste Gesamtbelastung („Toxic Load“) aufweisen. Besonders kritisch ist laut PAN-Europe die Kombination mehrerer Wirkstoffe, deren Wechselwirkungen bislang nur unzureichend erforscht sind.
„Diese Äpfel eignen sich nicht für die Herstellung von Baby- und Kleinkindernahrung. Babys und kleine Kinder sind besonders empfindlich gegenüber bestimmten Schadstoffen, da ihr Körper noch im Wachstum ist und sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht schneller belastet werden können“, erklärt Hertoge.
Angesichts der vorliegenden Ergebnisse empfiehlt PAN-Europe Konsumentinnen und Konsumenten ausdrücklich, beim Apfelkauf auf Bio-Äpfel zurückzugreifen. Die ökologische Landwirtschaft verzichte auf den Einsatz synthetischer Pestizide und stelle damit eine deutlich geringere Belastung für Mensch und Umwelt dar.
„Die Untersuchung unterstreicht erneut die Notwendigkeit einer kritischen Bewertung des intensiven Pestizideinsatzes im konventionellen Apfelanbau sowie einer stärkeren Förderung pestizidarmer und ökologischer Alternativen“, erklärt PAN Europe.




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