Von: mk
Bozen – Wer trägt die Verantwortung für den Teileinsturz des Gerichtsgebäudes in Bozen? Diese Frage stellt sich die Gewerkschaft UIL-SGK Südtirol. „Der Einsturz im Justizpalast von Bozen erfordert eine sofortige, transparente und gründliche Aufklärung. Dass es heute nicht zu einer Tragödie gekommen ist, ist lediglich einem glücklichen Zufall zu verdanken. Es reicht nicht aus, erleichtert aufzuatmen“, erklärt Mauro Baldessari, Generalsekretär der UIL-SGK Südtirol.
Die Gewerkschaft fordert eine vollständige Aufklärung der Ursachen des Einsturzes sowie eine rasche Feststellung möglicher Verantwortlichkeiten. Wenn ein öffentliches Gebäude, an dem Bauarbeiten durchgeführt werden, teilweise einstürzt, hätten Bürgerinnen und Bürger sowie alle Beschäftigten das Recht zu erfahren, ob sämtliche vorgeschriebenen Kontrollen, Überprüfungen und Sicherheitsmaßnahmen tatsächlich eingehalten wurden.
„Der Justizpalast ist nicht nur ein öffentliches Gebäude, sondern auch ein Arbeitsplatz, an dem täglich Richterinnen und Richter, Verwaltungsbedienstete, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Angehörige der Sicherheitskräfte, Sicherheitsdienstmitarbeiter, Technikerinnen und Techniker, Beschäftigte der ausführenden Unternehmen sowie zahlreiche weitere Berufsgruppen tätig sind. Hinzu kommen die vielen Bürgerinnen und Bürger, die das Gebäude täglich aufsuchen. Gerade deshalb müssen bei sämtlichen Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten höchste Sicherheitsstandards ohne jede Ausnahme gewährleistet sein“, so Baldessari.
Sicherheit auf Baustellen und an Arbeitsplätzen sei keine bürokratische Formalität und dürfe niemals Zeit- oder Kostendruck untergeordnet werden. Sie sei ein unverzichtbares Grundprinzip. „Deshalb fordern wir größtmögliche Transparenz entlang der gesamten Projektkette, von der Planung über die Bauausführung bis hin zu den durchgeführten Kontrollen, damit der Vorfall lückenlos aufgeklärt und mögliche Verantwortlichkeiten festgestellt werden können“, fügt Baldessari hinzu.
„Unsere Solidarität gilt der verletzten Person. Gleichzeitig danken wir der Feuerwehr, den Einsatzkräften, dem Rettungsdienst und allen Beteiligten, die mit großer Professionalität und raschem Handeln die Sicherheit vor Ort gewährleistet haben.“
Aus diesem Vorfall müsse laut Baldessari eine klare Lehre gezogen werden: „Prävention darf niemals als Kostenfaktor betrachtet werden. Der Schutz von Gesundheit und Sicherheit betrifft alle Menschen, die den Justizpalast täglich betreten, unabhängig von ihrer Funktion oder ihrem Beruf. Dieses Thema geht über einzelne Kategorien hinaus und verlangt Verantwortungsbewusstsein von allen, die an der Planung, Durchführung und Kontrolle öffentlicher Bauvorhaben beteiligt sind. Jeder in die Sicherheit investierte Euro ist eine Investition in den Schutz der Menschen und in die Glaubwürdigkeit unserer Institutionen. Die UIL-SGK wird diesen Grundsatz weiterhin mit größter Entschlossenheit vertreten.“




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