HGV fordert Richtungswechsel

“Signal an Gastronomie blieb aus”

Mittwoch, 31. März 2021 | 18:14 Uhr

Bozen – Der 25-köpfige Landesausschuss des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) hat sich heute zu einer Dringlichkeitssitzung getroffen, um die Entscheidung der Landesregierung zu den nächsten Öffnungsschritten und die weitere Vorgangsweise des HGV zu bewerten. „Ich und mit mir Tausende von Barbetreibern und Gastronomen fragen sich, warum die Landesregierung bei den weiteren Öffnungsschritten die Gastronomie ein weiteres Mal nicht berücksichtigt hat, obwohl im Vorfeld entsprechende Zusicherungen gegeben worden sind“, reagiert HGV-Präsident Manfred Pinzger auf die Entscheidung der Landesregierung.

Die Ausschussmitglieder haben über die Stimmung in den Bezirken berichtet, die speziell unter den Bar- und Restaurantbetreibern, aber auch unter den Beherbergungsbetrieben sehr angespannt ist. Die Entscheidung der Landesregierung, die Gastronomie nicht zu berücksichtigen, ist auch schwer nachzuvollziehen vor dem Hintergrund, dass Einkaufszentren offen halten dürfen, die darin sich befindliche Bar aber geschlossen bleiben muss, oder dass der Würstelstand und die Eisdiele offen sein können, weil sie eine Handelslizenz haben, die Bar nebenan aber nicht arbeiten darf, oder dass Wochenmärkte öffnen können, die Bar nebenan aber nicht. „All diese Dinge führen unter den Gastwirten zu großem Zorn und schließlich auch dazu, dass das gesamte Corona-Management der Landesregierung in Zweifel gezogen wird“, unterstreicht HGV-Vizepräsident Thomas Walch.

Werden die Infektionszahlen weiterhin als wichtigstes Kriterium hergenommen, dann wird die Gastronomie weiter geschlossen bleiben und der Tourismus nicht wieder Fahrt aufnehmen können, so die einhellige Meinung im Landesausschuss. „Die Corona-Auflagen werden immer öfter nicht eingehalten. Noch weniger der Fall sein wird das aufgrund der nun erfolgten weiteren Lockerungen. Das Testen im produzierenden Gewerbe und im Handel ist nur freiwillig und keine Pflicht, und was ist mit den Saisonarbeitskräften in der Landwirtschaft, die nun wieder verstärkt ins Land kommen“, fragt sich HGV-Vizepräsident Gottfried Schgaguler.

Für den HGV ist Richtungswechsel notwendig

Nach über einem Jahr der Pandemie ist der Mut der Politik der Ideen- und Visionslosigkeit gewichen. Auf der Strecke bleiben der Tourismus und die Gastronomie, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Zulieferer. „Die Politik darf nicht mehr mit denselben Rezepten, die zu Beginn der Pandemie eingeführt wurden, agieren. Der HGV-Landesausschuss fordert deshalb einen Richtungswechsel“, so HGV-Präsident Manfred Pinzger. Konkret heißt das für den HGV:

In allen Wirtschaftssektoren, in denen gearbeitet wird, einschließlich der Landwirtschaft, müsse genauso eine Testpflicht bestehen, wie das in den Schulen der Fall ist.

Die Impfkampagne müsse beschleunigt werden, koste es, was es wolle. Dabei müsse für die Mitarbeitenden der Hotellerie und Gastronomie eine Sonderschiene gefahren werden.

Auf lokaler Ebene müsse der sogenannte „Grüne Pass“ mit Tempo vorangetrieben werden, das heißt, wer einkaufen, öffentliche Veranstaltungen besuchen, Urlaub machen und eine Bar oder ein Restaurant betreten will, braucht einen gültigen Corona-Test, einen Nachweis von Antikörpern oder einer Covid-19-Impfung. „Ein entsprechendes Konzept ist ausgearbeitet und ist die Grundlage für die Bildung einer „Covid safe area“. „Die Politik ist nun gefordert, grünes Licht für dieses Projekt zu geben“, sagt HGV-Bezirksobmann und IDM-Präsident Hansi Pichler.

Eine weitere Forderung des HGV ist, dass die Gastbetriebe bei den Landesbeihilfen nun absolute Priorität genießen müssen. „Tatsache ist, dass mit den in Aussicht gestellten Ausfallzahlungen vielfach nicht einmal die aufgeschobene Gemeindeimmobiliensteuer und die Gemeindegebühren bezahlt werden können. Deshalb muss für die Gastbetriebe eine weitere zielgerichtete Zusatzförderung aufgelegt oder die Landeshilfen zugunsten dieser umgeschichtet werden“, betont HGV-Bezirksobmann und Landtagsabgeordneter Helmut Tauber abschließend in der Presseaussendung.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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28 Kommentare auf "“Signal an Gastronomie blieb aus”"


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PuggaNagga
13 Tage 9 h

Vor Juni wird gar nichts geöffnet.
*Meine unbedeutende Prognose.

EviB
EviB
Superredner
13 Tage 9 h

PuggaNagga
ich schätze, es wird so laufen wie letzes Jahr: Mitte, Ende Mai…

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
13 Tage 9 h
Hallo @EviB, letztes Jahr wurde pünktlich nach Pfingsten eröffnet, hunderte Millionen Umsatz sinnfrei wegen drei Tagen mehr oder weniger “Sperre” den Südtiroler Betrieben entzogen. Wäre ja nur eine der umsatzträchtigsten Wochenenden des Jahres gewesen.. Diesmal scheint das Motto “Komplettvernichtung” zu sein. Immer mehr “Experten” und nachplappernde Politgrössen faseln von einem “Reise-August wenn es gut läuft” Es langt jetzt, gerade läuft das Mega-Geschäft Ostern auf Gletscher und im Tal die Etsch herunter Aufsperren! Grenzen,Betriebe,Handel, alles, bedingungslos. Wer sich “schützen” will kann das mittlerweile allumfassend und komplett in seinem privaten Bombenkeller.. Das Einzige was gerade exponentiell steigt ist Existenzvernichtung, Depression,Arbeitslosiglkeit und Nationalismus.… Weiterlesen »
Piefke-NRW
Piefke-NRW
Superredner
13 Tage 8 h

@Andreas1234567 : Bravo! Ich würde
mir gerne tägliche Statistiken über Suizide, Depressionen und Anrufe bei der Telefon-Seelsorge wünschen! Diese Kollateralschäden interessieren anscheinend niemand!

xXx
xXx
Universalgelehrter
13 Tage 6 h

@Piefke-NRW und Andreas. nur weil Südtirol offensichtlich euer Malle ist, heißt das noch lange nicht das wir euch uneinsichtigen “Rebellen” gerade hier gebrauchen können. Hier Stimmung machen wollen, obwohl es bei euch nicht viel anders aussieht könnt ihr euch auch schencken.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
13 Tage 4 h

Hallo @xXx,

wegen solcher Moralapostelei durfte der Sohn aus Bozen nicht zur sterbenskranken Mutter in Innsbruck,hat der Südtiroler Student in Tirol und Bayern ein Jahr verloren und sind tausende Südtiroler Gastro-Existenzen verloren und vernichtet.

Aber Hauptsache der Heimische aus dem Kreis der sorglosen Beamten,Rentner und Arbeitslosen hat seine leere Fussgängerzone ohne ausländische Gäste die sein Auge beleidigen.Koste es was es wolle.

Den meisten “Touristen” ist es achselzuckend egal, fahren sie halt in die Schweiz, die hohe Tatra oder sonstwohin.
Wer jetzt, immer noch, nach Südtirol will meint es bitter ernst.
Die sogenannten “Stammgäste”

Auf Wiedersehen in Südtirol

nok
nok
Superredner
12 Tage 14 h

@EviB
Ja wenn wir Glück haben…

mpf16
mpf16
Neuling
13 Tage 9 h

“Die Impfkampagne müsse beschleunigt werden, koste es, was es wolle. Dabei müsse für die Mitarbeitenden der Hotellerie und Gastronomie eine Sonderschiene gefahren werden.”

Lobbyismus pur auf Kosten aller anderen😡. Dreist und unglaublich, dass dies ein offizielles Statement ist.

Der HGV sollte sich massiv schämen und sich sofort entschuldigen!!
Dass sich der Verband entschuldigt, ist bei diesem Verband aber wohl ausgeschlossen!

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
13 Tage 9 h

Hallo zum Abend,

genug gebettelt und gewinselt, was ist denn das für ein “Interessenverband”?

In 2020 war es über den Sommer auf Alm,Berghof und Hütte lustig zugegangen, es gab nicht einen Fall an dem einer dieser Einrichtungen schliessen musste, keinen einzigen Infektionsherd, nicht einen Tag.
Trotz Gastarbeitern,Touristen und Heimischen in lustiger lebensfreudiger Runde.
Mit einfachsten Mitteln, ein bisschen Abstand hier, ein wenig Seifenspender dort.

Alle in die Lehre beim SBB, wenn man mit denen nur halb so umspringen würden ständen morgen 1000 Traktoren quer auf dem Brenner..

Aufsperren, bedingungslos.Was 2020 unfassbar gut geklappt hat muss eine Chance in 2021 bekommen das zu wiederholen

Auf Wiedersehen in Südtirol

Anja
Anja
Universalgelehrter
13 Tage 9 h

Die Mitrbeiter des Gastgewerbes sollen eine bevorzugte Behandlung beim Impfen bekommen? Gehts noch?

Was ist mit den Mitarbeitern all jener Betriebe, die seit einem Jahr weiterhin berufsbedingt im Ausland unterwegs sind und in vielen Ländern berufsbedingt deshalb in Quarantäne müssen, bevor sie arbeiten dürfen???

Hat der HGV jetzt komplett den Verstand verloren? Viele brauchen eine Impfung! und JEDER hat Recht darauf….

Offline
Offline
Universalgelehrter
13 Tage 7 h

Baden-Württemberg und Bayern haben bereits den harten Lockdown vollzogen. Führende Virologen, Epidemiologen und Chefärzte von Unikliniken fordern eine sofortige Ausdehnung auf ganz Deutschland. Und das, obwohl die bundesweiten heutigen ! 7-Tage Inzidenzwerte mit 132 um über 100 !!! niedriger liegen als in Italien und knapp 20 niedriger als in Südtirol. Sind die alle blöder und/oder unqualifizierter als die Experten in Italien/Südtirol ??

EviB
EviB
Superredner
13 Tage 6 h

offline
naja… die Deutschen sind auch bekannt dafür, überängstlich und überbüroratisiert zu sein…

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Universalgelehrter
13 Tage 5 h

@EviB..ob überängstlich, weiß ich nicht. Was die Bürokratie in unserem Land anbelangt, ist mir eine etwas überbürokratische, dafür aber Funktionierende !! deutlich lieber, als gar Keine !! bzw. ein von einer NGO gesteuertes Land

Neumi
Neumi
Kinig
12 Tage 20 h

@ EviB Naja, NRG war’s nicht, jetzt haben sie die höchsten Zahlen.

Und wenn wir von “überbürokratisiert” sprechen, möchte ich an dieser Stelle ohne weiteren Kommentar unsere Vielzahl an Änderungen an der Eigenerklärung ins Spiel bringen.

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
13 Tage 8 h

Deutschland und Österreich verschärfen, da bleibt die Gastronomie zu. solange die Grenzen dicht sind und keine Touristen kommen, wird es nicht viel bringen. Pinzger braucht sich nicht so wichtig machen. vor Pfingsten geht eh nix

Andreas
Andreas
Universalgelehrter
12 Tage 20 h

i hear olm lei touristen! die eingeimischen taten ober vielleicht a a mol wieder gerne an cafe trinken oder a pizza essen gian.

Dolomiticus
Dolomiticus
Superredner
13 Tage 9 h
Ich sage das schon lange: von Wirtschaftspolitik hat diese Landesregierung nicht den geringsten Tau. Pinzger hat recht wenn er sagt, dass derzeit die Ideenlosigkeit regiert. Und das ist schlimm, sehr schlimm. Entweder es bewegt sich was, und zwar sofort nach Ostern, oder der HGV sollte selber mal zu einer Großdemo nach Bozen rufen! Die Politik muss ingalin spüren, dass es so nicht weiter geht! Und sollten die Covid-Beihilfen des Landes auch so skandalös ausfallen wie die staatlichen und ich wieder durch die Finger schaue, dann werde ich mich der Sammelklage gegen Land, Staat und Eu jener Hoteliers anschließen, die sie… Weiterlesen »
EviB
EviB
Superredner
13 Tage 9 h

Eigentlich sind nur noch wir im Gastgewerbe, Kultur und Fitnessstudios vom Lockdown betroffen
Ausnahmslos alle anderen Bereiche sind mittlerweile geöffnet.
Wirklich unfair!🧐
Und als Anmerkung: als ob das viele Menschen abhalten würde, sich trotzdem heimlich zu treffen!

Hupsstupspups
Hupsstupspups
Grünschnabel
13 Tage 7 h

Man sollte noch ein Jahr alles rot lassen!!!!

Fred-Feuerstein
Fred-Feuerstein
Grünschnabel
13 Tage 7 h

Wenn das mit dem dauerhaften Zusperren so weiter geht, dann geht der ganze Tourismus, der ja für Südtirol ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor ist, den Bach runter.

Offline
Offline
Universalgelehrter
13 Tage 8 h

Wenn man einen Großteil der Kommentare und Bewertungen hier für repräsentativ halten würde, käme man unweigerlich auf die Idee, dass die Römische/Südtiroler LandesRegierung hier mitliest und ihre Entscheidungen sowohl damit als auch mit dem fehlenden Vertrauen in den bürgerlichen (Haus) Verstand trifft. Ich könnte diese Beweggründe nachvollziehen.

buggler2
buggler2
Tratscher
13 Tage 8 h

Nit plerrn bis zlescht kimp wieder, unverschuldet verschuldet, und dann gibt’s richtig knete

Targa
Targa
Superredner
12 Tage 14 h

Das hoffen wir nicht, weil das wäre ungerecht, wenn der Steuerzahler für die Mega Hotelerweiterungen zur Kasse gebeten würde!

monia
monia
Tratscher
12 Tage 18 h

Wen der Staat/Land uns das Arbeiten verbietet dann ist dieser auch verpflichtet diesen Ausfall zu entschädigen! Die momentanen Entschädigungszahlungen sind 1 bis 3 % von dem welche die Betriebe in A, CH oder Deutschland erhalten!

Italien kriegt den Löwenanteil von 270 Milliarden (!!!) aus dem Recovery-Fond der EU und lässt dann viele Tausende von Betrieben und Familien samt Mitarbeitern im Stich! Viele werden diese Krise nicht überleben!

primetime
primetime
Universalgelehrter
12 Tage 20 h

„ Auf lokaler Ebene müsse der sogenannte „Grüne Pass“ mit Tempo vorangetrieben werden, das heißt, wer einkaufen, öffentliche Veranstaltungen besuchen, Urlaub machen und eine Bar oder ein Restaurant betreten will…“
Aja, mit Kanonen auf Spatzen schießen. Also einkaufen, Restaurant und Bar was tag täglich gemacht wird (mehr oder weniger), sollte alle 72 Stunden so in etwa einen Test vorlegen??
Wollen wir das frisch auf den täglichen Stuhlgang ausweiten oder wer von einem Zimmer ins andere will? Wan weis ja nie….
Man kanns auch deutlich übertreiben

Tanne
Tanne
Universalgelehrter
12 Tage 19 h

Immer diese Radikalen Forderungen.

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
12 Tage 21 h

… obwohl im Vorfeld entsprechende Zusicherungen gegeben worden sind…

Willkommen in der Realität 😂😂😂

Erwin
Erwin
Grünschnabel
12 Tage 17 h

Es besteht keine Gleichbehandlung der Betriebe!Bar mußte um 18Uhr schließen,das Restaurant hingegen erst um 22Uhr!Der Barbetreiber mußte schliesen und sich dann von den Kunden anhören zu lassen ,dann gehen wir in dieses Resaurant oder Pizzeria weitermachen ohne etwas gegessen zu haben!Ein Körbele Brot auf den Tisch zu Tarnung und gut war es.Habe ich als Barbetreibe oft von meinen Kunden so gehört!Wo bleibt da die Gerechtikeit??

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