Arbeitsmarkt-News: Frauen zunehmend am Arbeitsmarkt vertreten

Von der Generation Maria zur Generation Monika

Mittwoch, 21. Dezember 2022 | 11:33 Uhr

Bozen – Die zunehmende Beteiligung der Frauen am Erwerbsleben ist eine der gewichtigsten Veränderungen nicht nur auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt. Die neue “News” der Arbeitsmarktbeobachtungsstelle des Arbeitsmarktservice (AMS) stellt diese Entwicklung aus besonderer Perspektive dar: im Vergleich dreier Generationen von Südtiroler Frauen.

“Was die Beteiligung am Arbeitsmarkt betrifft”, erläutert der Direktor des Arbeitsmarktservice, Stefan Luther, “so ist die Betrachtung der Frauenerwerbsquote höchst interessant. Hier lassen sich nämlich starke Veränderungen feststellen, die die Struktur des Arbeitsmarktes in naher Zukunft bestimmen.” Wie viele Arbeitskräfte Südtirol in den kommenden Jahren zur Verfügung stünden, hänge sehr stark davon ab, wie sich die Erwerbsbeteiligung der Frauen entwickle, zeigt sich Luther überzeugt.

Generation Maria: Weniger als die Hälfte berufstätig, einige “Baby-Pensionistinnen”

Die ab 1940 geborenen Frauen sind zu etwa 40 bis 50 Prozent erwerbstätig. Gerade in den Jahren des Wirtschaftsbooms beteiligt sich ein Teil von ihnen am Arbeitsmarkt-Geschehen und geht einer bezahlten Erwerbsarbeit nach. In manchen Fällen erfolgt dieser Eintritt bereits sehr früh. Wer im öffentlichen Dienst tätig ist, kommt ab den 1980er Jahren in den Genuss der sogenannten “Baby-Pensionen”: pensionsberechtigt trotz geringer Beitragsjahre und aufgrund von Kindern.

Generation Elisabeth: Erstmals mehr Frauen erwerbstätig als “nur” zu Hause

Eine wichtige Wendung erfolgt für die von 1950 bis 1970 geborenen Frauen, die verstärkt am Erwerbsleben teilnehmen. Sie sind im Alter von 40 und 50 Jahren zu 60 Prozent beschäftigt. Die in den 1960er Jahren geborenen Frauen scheiden zwar nach der Geburt der Kinder kurzzeitig aus dem Erwerbsleben aus, aber fast alle kehren wiederum in die Arbeitswelt zurück. Begleitet und ermöglicht wird diese Entwicklung durch die Verbreitung der Teilzeitverträge. Der wirtschaftliche Wandel weg von der Agrar- und hin zur Dienstleistungsgesellschaft ist in vollem Gange.

Generation Monika: Ab 1970 geborene Frauen studieren und steigen später in den Arbeitsmarkt ein

Die Bildungsexpansion in Form von Oberschulabschlüssen und Studium der ab 1970 geborenen Frauen führen dazu, dass diese nunmehr später in den Arbeitsmarkt einsteigen als die vorherige Generation. Die in den 1990er geborenen Frauen beginnen ihren beruflichen Werdegang noch später. Nicht mehr jede dieser Frauen hat Kinder; die Anzahl der Nachkommen sinkt und die Kinder werden überdies später geboren. Diese Generation Frauen arbeiten zwar noch nicht im selben Ausmaß wie die gleichaltrigen Männer, die Angleichung schreitet allerdings voran: Der Eintritt in wie auch der Austritt aus dem Arbeitsmarkt erfolgen später; es gibt weniger Unterbrechungen wegen der Kinderbetreuung.

Und die Männer?

Ob Josef, Franz, Stefan oder Lukas: Was die Beteiligung am Erwerbsleben betrifft, so ist diese bei den Männern über Generationen sehr stabil. In allen dargestellten Generationen erreicht die Erwerbsbeteiligung bei den Dreißig- bis Fünfzigjährigen ihren höchsten Stand – vaterschaftsbedingte Einbrüche gibt es kaum.

Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt weiter fördern

Arbeitslandesrat Philipp Achammer unterstreicht den Zusammenhang zwischen dem steigenden Bildungsniveau der Frauen und deren Erwerbsbeteiligung: “Gerade Frauen mit Schul- und Studienabschlüssen beteiligen sich kontinuierlich am Erwerbsleben. Dies entspricht zuallererst den Ansprüchen, die Frauen selbst an eine gelungene Lebensführung stellen. Die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung der Frauen ist in einem modernen Arbeitsmarkt mit einem starken Dienstleistungsbereich unumgänglich. Gerade die Wirtschafts- und Bildungsförderung des Landes sowie der im Aufbau befindliche Arbeitgeberservice schafft zwar wichtige Voraussetzungen für eine steigende Beteiligung von Frauen auf unserem Arbeitsmarkt. Aber es besteht zweifellos noch Bedarf an einer Intensivierung und weiteren Verbreitung der Maßnahmen.”

Die Arbeitsmarkt-News “Die Beteiligung am Arbeitsmarkt. Generationen im Vergleich” enthält weiterführende Informationen in Form von erläuternden Texten und Schaubildern. Insbesondere die publizierten Schaubilder ermöglichen einen vergleichenden Einblick in das generationen- und geschlechtsspezifische Erwerbsverhalten, setzen allerdings eine gewisse Aufmerksamkeit voraus.

Auf den Landeswebseiten ist die Arbeitsmarkt-News über diesen Link zu finden: http://www.provinz.bz.it/arbeit-wirtschaft/arbeit/statistik/arbeitsmarkt-news.asp.

Das tagesaktuelle Monitoring wichtiger Entwicklungen am Südtiroler Arbeitsmarkt gibt es hier: www.provinz.bz.it/arbeit/daten.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Von der Generation Maria zur Generation Monika"


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Staenkerer
1 Monat 14 Tage

der größte toal der generation “maria” hot mit sicherheit mehr georbeitet als viele moanen und hobn sichs nit verdient im vergleich zur der heutigen generation, de ihre orbeit außer haus verrichtet, in a unterer schublod gsteck zu wern
a poor wos domols nit normal wor und in viele orte nit wor bs.:
worms wosser, im haus, fehlanzeige!
dusche, bod, fehlanzeige !
klo mit wosserspühlung, fehlanzeige!
waschmaschien, fehlanzeige,
heizung ….
küchnmaschienen ….
elektro oder gasherd….
a auto….
kitas ….
kindergortn ….
olles nit gebn ober an tschiebl kinder und oft an longen fußweg zum einkafn oder zum orzt und oft no a mithilfe ba an bauer, oft um naturalien!

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 13 Tage

Die steigende Zahlen der Frauen als Vollzeitbeschäftigte hängt auch damit zusammen, dass eine durchschnittliche Südtiroler Familie von einem Einkommen allein Miete und Lebenshaltungskosten kaum mehr finanzieren kann…

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Universalgelehrter
1 Monat 14 Tage

Ein großer Unterschied ist tatsächlich in den sechziger Jahre geborenen und den siebziger Jahre geborenen. Die späteren haben viel mehr Akademiker. 
Als rund um 1990 im Bergdorf Jemand mit dem Studieren begonnen hat wurde er als Nichtsnutz beschimpft, zu faul zu arbeiten, faules Pack…..heute haben sie die besser bezahlten Arbeitsstellen und die bessere Pensionsabsicherung, gehen leichter durch Krisen….

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