Teile des Gerichtsgebäudes sind eingebrochen

Nach Einsturz: Mitarbeiter retten Laptops und Dokumente

Samstag, 18. Juli 2026 | 09:33 Uhr

Von: mk

Bozen – Bozen steht nach dem Teileinsturz des Gerichtsgebäudes immer noch unter Schock. Weil Teile des Bauwerks gegen 6.00 Uhr in der Früh überraschend eingebrochen sind, wurde wie durch ein Wunder niemand ernsthaft verletzt. Dabei hätte es leicht zu einer Tragödie kommen können. Zu Bürozeiten halten sich in der Regel über 150 Menschen in dem Gebäude auf. Neben der Ursachenforschung herrscht nun vor allem die Frage vor: Wie kann die Justiz ihren Betrieb weiterhin aufrechterhalten?

Richtern und Angestellten ist am Freitag die Befugnis erteilt worden, unter Sicherheitsvorkehrungen und begleitet von der Feuerwehr Laptops und wichtige Unterlagen sicherzustellen und aus dem Gebäude zu holen. Mittlerweile wurde außerdem bestätigt, dass auch die derzeit noch intakten Seitenflügel für längere Zeit unbenutzbar bleiben.

Auch der Gerichtsplatz bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Untertags und während der Nacht wird er von Ordnungshütern überwacht – einerseits um Schaulustige fernzuhalten, andererseits aber auch um zu verhindern, dass Gerichtsakten von Unbefugten gestohlen werden.

Landestechniker und die Berufsfeuerwehr der Landesagentur für Bevölkerungsschutz arbeiten gleichzeitig ununterbrochen daran, die Sicherheit zu gewährleisten. „Der Bagger wird die Trümmer weiter entfernen. Die Sicherung des Gebäudes bleibt ein zentrales Ziel. Die Decken werden genau überprüft, um das darunterliegende Archiv zu schützen. Gleichzeitig wird alles unternommen, um die Fassade zu sichern“, erklärte Landesrat Christian Bianchi.

Mehrere Richter absolvieren derzeit ihre Arbeit im Gebäudepalast, wo das Berufungsgericht untergebracht ist. Haftprüfungstermine finden derzeit im Gefängnis statt. Die Landesabteilung Vermögensverwaltung hat außerdem noch am Donnerstagnachmittag eine Bekanntmachung veröffentlicht, über die nach einer Immobilie gesucht wird, in der 150 bis 200 Personen in Büros untergebracht werden können. Die Bekanntmachung ist auf dem auf dem Ausschreibungsportal AOV unter Ausschreibungen, Auftragsvergaben und Marktrecherchen einsehbar.

Der eingestürzte Gebäudeteil ist inzwischen von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden, dasselbe soll auch für die Seitenflügel gelten. Statiker haben davor gewarnt, dass weitere Teile des Gebäudes Schwachstellen aufweisen könnten.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung wegen fahrlässigen Bauwerkseinsturzes in die Wege geleitet. Ermittelt wird derzeit gegen Unbekannt. Ob die in Angriff genommenen Sanierungsarbeiten mit dem Einsturz des Gebäudes in Zusammenhang stehen, ist derzeit noch unklar. Gerechnet wird damit, dass die Erforschung der Ursachen längere Zeit in Anspruch nehmen. Wie Bianchi Medien gegenüber erklärte, wird das Land dafür eigene Gutachter nominieren.

Bezirk: Bozen

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