Handys der Eltern zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausgeschaltet?

Zeuge widerlegt Version von Benno Neumair

Donnerstag, 11. Februar 2021 | 08:26 Uhr
Update

Bozen – Am Bozner Landesgericht fällt heute die Entscheidung, ob Benno Neumair aus dem Gefängnis entlassen wird. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 30-jährigen Bozner bekanntlich vor, etwas mit dem Tod seiner Eltern zu tun zu haben. Der Fall des vermissten Ehepaares löst auch auf nationaler Ebene großes Interesse aus.

Die 68-jährige Laura Perselli und ihr 63-jähriger Ehemann Peter Neumair galten seit 4. Jänner als vermisst. Während der Leichnam von Laura Perselli am Samstag aus der Etsch geborgen werden konnte, musste die Suche nach Peter Neumair auch am gestrigen Mittwoch erfolglos abgebrochen werden. Trotzdem wird die Suchaktion entlang der Etsch auch heute fortgesetzt werden und es findet eine Sitzung statt, um das weitere Vorgehen der Einsatzkräfte zu koordinieren.

Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, ist ein Motorboot der Berufsfeuerwehr ausgerückt, um die Etsch entlang zu fahren. Der Regen in den letzten Tagen hat den Fluss getrübt. Auch das Staubecken in Mori im Trentino wird ständig überwacht.

Schwester um eigene Unversehrtheit besorgt

Unterdessen versuchen die Anwälte von Benno Neumair, die Freilassung ihres Mandanten zu erwirken, berichtet Alto Adige online. Der 30-Jährige steht unter Verdacht wegen zweifachen Mordes an seinen Eltern und wegen des Verbergens der Leichen. Der Bozner beteuert nach wie vor seine Unschuld.

Einem Bericht des Fernsehsenders RTTR zufolge hat die Schwester des Hauptverdächtigten, Madè Neumair, über ihren Anwalt Carlo Bertacchi dem Gericht eine Notiz zukommen lassen, worin sie ihrer Sorge um ihre Unversehrtheit Ausdruck verleiht, sollte ihr Bruder aus der U-Haft entlassen werden.

Handys zu unterschiedlichen Zeitpunkten abgeschaltet?

Keine Bestätigung gibt es vonseiten der Staatsanwaltschaft, dass das Handy von Peter Neumair am Tag seines Verschwindens bereits gegen 17.30 Uhr ausgeschaltet wurde, während es vom Handy von Laura Perselli erst ab 21.30 Uhr kein Signal mehr gab. Sollte tatsächlich ein Tötungsdelikt vorliegen, würde dies möglicherweise darauf hindeuten, dass die 68-Jährige und der 63-Jährige zu unterschiedlichen Zeiten ermordet worden sind.

Zeuge meldet sich zu Wort

Auch nationale Medien beschäftigen sich mit dem mysteriösen Fall aus Bozen. Im Rahmen der Sendung „Chi l’ha visto“ im staatlichen Fernsehen ist unter anderem der Betreiber des Fischerteiches als Zeuge zu Wort gekommen, der die Version von Benno Neumair widerlegt.

Der 30-Jährige hatte bekanntlich erklärt, am Abend des Verschwindens seiner Eltern zum Abendessen zu einer Freundin nach Auer gefahren zu sein. Aufgrund der Aufnahmen von Überwachungskameras konnte allerdings belegt werden, dass seine Fahrt rund 40 Minuten länger gedauert hat, als man im Normalfall für die Strecke benötigt. Benno Neumair gab den Ermittlern gegenüber an, eine kurze Pause beim Fischerteich in Pfatten eingelegt zu haben, um sich zu entspannen und Musik zu hören. Der Ort habe für ihn eine besondere Bedeutung, da er sich auch in seiner Jugend dort öfters aufgehalten habe.

Während der Fernsehsendung betonte der Zeuge allerdings, Benno Neumair niemals beim Fischerteich gesehen zu haben.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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15 Kommentare auf "Zeuge widerlegt Version von Benno Neumair"


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Sag mal
Sag mal
Kinig
22 Tage 10 h

und die Schwester muss Angst haben dass Er frei kommt.In was für einer Zeit Wir doch Leben🙈Unfassbar

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
22 Tage 7 h

Du schreibst ja immer wir sollen alle lieb haben und alles akzeptieren……… so geschieht es auch.

Asterope
Asterope
Grünschnabel
22 Tage 9 h

Ich frage mich, warum die Ermittler den Betreiber des Fischerteiches noch nie befragt haben. Das ist anscheinend erst einer Mitarbeiterin von Chi l‘ha visto eingefallen. Sehr effizient die Ermittlungen…

Donmclean
Donmclean
Grünschnabel
22 Tage 7 h

magari hobn sie es und geben es net weiter um net an Vorteil der Verteidigung ze geben… a bissl mehr Vertrauen in die Ermittler war net schlecht. Wenn sie net olls veröffntlich, nor wills net hoassn dass sie nix tian.

Donmclean
Donmclean
Grünschnabel
22 Tage 7 h

die Ermittler sein net verpflichtet ins iber olls zu informieren. wohrscheinlich hobn sie es getun. und wenn sie nix sogn, nor wills net hoassn dass sie nix tian. a bissl mehr Vertrauen und Dankbarkeit in die Ermittler.

sonoio
sonoio
Superredner
22 Tage 9 h

gscheider war wenn die leit wia der herr von fischerteich still waretn. mit die behörden reden und net mit die medien..

Jiminy
Jiminy
Kinig
22 Tage 7 h

moderne Gesellschaft: alle wollen im Fernseher auftreten…

Mikeman
Mikeman
Kinig
22 Tage 8 h

@ Sag mal
Wenn die Schwester bereits Angst hat dann gibt es bestimmt auch einen guten Grund dafür

Bauchnoblwollwuzl
22 Tage 8 h

„… betonte der Zeuge allerdings, Benno Neumair niemals beim Fischerteich gesehen zu haben…“
Man kann nicht bezeugen, dass man etwas NICHT gesehen hat. Nur weil man es nicht gesehen hat, heißt nicht, dass es nicht doch geschehen ist.

Z.B. „Herr Richter, ich habe einen Zeugen der gesehen hat, dass mich der Angeklagte geschlagen hat.“. Der Angeklagte:“Herr Richter ich habe 10 Zeugen die nichts gesehen haben“

Jiminy
Jiminy
Kinig
22 Tage 7 h

Einspruch euer Ehren!

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
22 Tage 7 h

Genial

Trina1
Trina1
Superredner
22 Tage 7 h

Madè in ihrem Herzen weiss genau Bescheid !

i_bin_a_do
i_bin_a_do
Neuling
22 Tage 7 h

Es ist bekannt, dass solche Taten oftmals im familiären Umfeld/Bekanntenkreis stattfinden. Warum wurde anfange nur in eine Richtung ermittelt. Sicherlich wurden wichtige Spuren verwischt.

a sou
a sou
Superredner
22 Tage 6 h

Nur weil nicht gleich offiziell gesagt wird wohin ermittelt wird, heißt das nicht, dass nicht ermittelt wurde. Im Gegenteil, es wäre kontraproduktiv gleich öffentlich zu machen, was vermutet wird…

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
22 Tage 10 h

Hm, was heißt “niemals” am Fischerteich gesehen. 
Würde ich in einem 30-Jährigen den Jugendlichen wiedererkennen ? Vielleicht auf einem Jugendfoto.
4. Januar ist laut Artikel offen, ob der Verdächtige am Fischerteich war oder nicht.

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