Schwere Auswirkungen für Fischerei

Unwetter verursachte schwere Schäden in Süditalien

Donnerstag, 22. Januar 2026 | 13:45 Uhr

Von: apa

Das schwere Unwetter “Harry” hält den Süden Italiens weiterhin fest im Griff. Der italienische Zivilschutz hat am Donnerstag für weite Teile Siziliens, Kalabriens und Sardiniens erneut die rote Warnstufe ausgerufen. Anhaltende Starkregenfälle, Sturmwinde mit Böen von über 120 km/h sowie schwere Sturmfluten verwüsteten vor allem die Küste zwischen Catania und Messina. Todesopfer waren vor allem dank eines effizienten Einsatzes des Zivilschutzes nicht zu beklagen.

Die Bilanz der Sachschäden ist jedoch groß, wie italienische Medien berichten. Die bisher geschätzten Summen belaufen sich auf mehr als eine halbe Milliarde Euro. In der Provinz Catania wurden zerstörte Strandbäder, fortgeschwemmte Autos und Boote sowie ganze Abschnitte der Uferpromenade gemeldet, die vom Meer verschlungen wurden. Auch auf Sardinien kam es zu Schäden in Höhe von Hunderten Millionen Euro, verursacht vor allem durch massive Infrastrukturschäden, erklärte die sardische Regierungspräsidentin Alessandra Todde.

Schwere Auswirkungen für Fischerei

Besonders betroffen war auch die Fischerei. Allein auf Sizilien belaufen sich die Schäden nach Angaben des Fischerverbandes Confcooperative Fedagripesca auf rund 40 Millionen Euro. Ausschlaggebend sind vor allem die Tage des erzwungenen Stillstands, Schäden an Fischerbooten und Ausrüstung sowie erhebliche Probleme in den Häfen.

Die widrigen Wetterbedingungen trafen insbesondere Sizilien, Kalabrien und die kleineren Inseln, wo viele Fischereiflotten mehrere Tage lang nicht auslaufen konnten. In zahlreichen Häfen wurden gesunkene oder beschädigte Fischerboote gemeldet.

Folgen des Klimawandels

Nach Angaben von Confcooperative Fedagripesca sind extreme Wetterereignisse inzwischen strukturell geworden. In den vergangenen zehn Jahren habe der Sektor infolge des Klimawandels Schäden von mehr als zwei Milliarden Euro erlitten, die in manchen Regionen bis zu 30 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung ausmachen. Das Unwetter der vergangenen Tage könnte zudem unmittelbare Auswirkungen auf die Fischmärkte haben – mit einem geringeren Angebot an frischem Fisch und möglichen Preissteigerungen.

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