Halbzeitgespräche

Brunner: Lebensraum zukunftsfit machen

Montag, 06. Juli 2026 | 15:07 Uhr

Von: mk

Bozen – Nach der ersten Hälfte der Legislaturperiode hat Landesrat Peter Brunner am 6. Juli im Alperia Fernheizwerk in Bozen-Süd eine #halbzeit-Bilanz über die bisher umgesetzten Maßnahmen in seinen Bereichen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Energie, Raumentwicklung und Sport gezogen.

Einen wichtigen Schwerpunkt der laufenden Amtszeit bildet die Raumentwicklung: Südtirols Gemeinden arbeiten auf Hochtouren an der Ausarbeitung und Genehmigung des Gemeindentwicklungsprogramms für Raum und Landschaft (GProRL) für das eigene Gemeindegebiet. Aktuell verfügen ​17 Gemeinden über ein genehmigtes GProRL, 43 Gemeinden haben das Verfahren dazu eingeleitet und 56 Gemeinden sind in der Phase der Ausarbeitung. „Somit haben nun alle 116 Südtiroler Gemeinden mit der Ausarbeitung des Gemeindeentwicklungsprogrammes begonnen“, freut sich Landesrat Peter Brunner. Bis Ende des Jahres sollen bereits rund 50 Gemeinden ihr GProRL abgeschlossen haben, so Brunners Zielsetzung.

Ein weiteres zentrales Thema sei das Wohnen, vor allem die Frage, wie in Südtirol wieder mehr leistbarer Wohnraum für die ansässige Bevölkerung geschaffen werden könne. „Viele Gemeinden stehen vor derselben Herausforderung: Die Wohnkosten sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, während leistbarer Wohnraum für Familien und junge Menschen immer knapper geworden ist. Genau hier setzen wir mit dem Modell Wohnen mit Preisbindung an“, erklärte Brunner. Ziel des Konzeptes sei es, Wohnungen zu klar definierten und kontrollierten Preisen anzubieten und damit die Kosten spürbar zu senken. „Erste Entwicklungen zeigen bereits, dass die Quadratmeterpreise dadurch um 20 bis 25 Prozent reduziert werden. Das ist ein starkes Signal und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betonte Landesrat Brunner.

​Entscheidend dabei sei auch die Rolle der Gemeinden. „Sie sind der Schlüssel, wenn es darum geht, neuen leistbaren Wohnraum zu schaffen. Deshalb ist es uns wichtig, die Gemeinden frühzeitig einzubinden und sie bei der Umsetzung bestmöglich zu unterstützen.“​

Cristina Pallanch, Bürgermeisterin von Kastelruth, berichtete anschließend vom Projekt Wohnen mit Preisbindung in Seis als konkretem Beispiel für leistbaren Wohnraum. ​„Wenn Land und Gemeinden gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir echte Verbesserungen schaffen”, so ihr Fazit. ​

Als weiteres zentrales Thema in der Raumentwicklung nannte Landesrat Brunner das Schaffen von Mitarbeiterunterkünften. „Viele Betriebe – im Gewerbe, in der Industrie, aber insbesondere auch im Gastgewerbe – stehen vor der Schwierigkeit, ausreichend Personal zu finden und unterzubringen. Gerade für saisonale oder zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse braucht es flexible und praktikable Lösungen“, so der Landesrat.​ „Mit der Anpassung der Durchführungspläne in mehreren Gewerbe- und Industriezonen haben wir einen wichtigen Schritt gesetzt, um zeitweilige Unterkünfte für Mitarbeitende zu ermöglichen.​ Damit schaffen wir konkrete Lösungen für Betriebe und entlasten den angespannten Wohnungsmarkt.“

​Landesrat Brunner gab auch einen Ausblick auf die kommenden zweieinhalb Jahre im Bereich Raumentwicklung: „In Behandlung im Landtag ist das Omnibusgesetz und damit das „Salva Casa“-Dekret, das auch viele Punkte im Bereich Raumentwicklung enthält. Das Ziel der Bestimmungen ist: weniger Bürokratie und Vereinfachungen für die Bürgerinnen und Bürger.“

Territoriale Kreisläufe im Umweltsektor stärken­

Landesrat Peter Brunner beleuchtete bei der #halbzeit-Pressekonferenz am 6. Juli im Alperia Fernheizwerk in Bozen auch zahlreiche Schwerpunkte im Bereich Umwelt und Energie. Unter anderem stellte er die erste Energiebilanz Südtirols vor.

Mit der Weiterführung der Energieförderungen übe das Land Südtirol eine wichtige Funktion als Anreizgeber aus. „Ziel ist es, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und den Umstieg auf erneuerbare Energien zu unterstützen und niedrigere Energiekosten zu erzielen. Die Zahlen zeigen, dass die Förderpolitik wirkt: So ist im Jahr 2025 das gesamte Investitionsvolumen – also die Summe, die die Bevölkerung in Gebäudesanierungen und erneuerbare Energien zu investieren bereit ist –  im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent gestiegen“, berichtete Brunner.

Anhand des Beispiels des Umstiegs von einem Gaskessel auf eine Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage rechnete der Landesrat vor, warum sich dieser sowohl finanziell als auch ökologisch lohne: „Mit der Landesförderung von 60 Prozent beträgt die Amortisationszeit der Investition zwischen 6,5 und 7,5 Jahren – ohne würde sie sich auf rund 16,5 Jahre erhöhen“, berichtete Brunner. Neben der konkreten Entlastung der Haushalte leiste die Fördermaßnahme auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. „Durch den Umstieg von einem Gaskessel auf eine Wärmepumpe in Kombination mit einer PV-Anlage kann ein Einfamilienhaus rund 6,7 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen“, so Brunner.

Die Halbzeit-Pressekonferenz nutzte Landesrat Peter Brunner auch, um die erste Energiebilanz Südtirols vorzustellen. Diese wurde nach EUROSTAT-Methodik mit den Daten aus dem Jahr 2023 erstellt und stellt die Grundlage für eine fundierte Treibhausgasbilanz und die Überarbeitung des Klimaplans dar. „Die Hauptursache für Treibhausgasemissionen liegt im Energiesektor – dort müssen wir ansetzen. Das bedeutet für uns: Energie wird ein integraler Bestandteil der Klimastrategie“, betonte Brunner. ​Südtirol sei bereits heute bei den erneuerbaren Energien, der Stromproduktion und der Fernwärme ​stark aufgestellt. „94 Prozent der Stromproduktion und 40 Prozent der Wärmeproduktion stammen aus erneuerbaren Quellen. Bei den erneuerbaren Energieträgern entfällt der Großteil auf Biomasse“, erklärte Brunner. „Die lokale Erzeugung von Energie stärkt Südtirols Energieautonomie.“ ​Die Energiebilanz zeige aber, dass fossile Energieträger bei der Deckung des Endenergieverbrauches in Südtirol relevant bleiben, insbesondere im Wärme- und Transportsektor​.

Im Bereich Natur und Landschaftsschutz sei es laut Landesrat Brunner ein wichtiges Anliegen, nicht nur zu schützen, sondern die Menschen noch stärker für den Wert von Natur und Landschaft zu sensibilisieren und Wissen darüber zu vermitteln.​ „In diesem Zusammenhang stärken wir die Naturparkhäuser, die wichtige Anlaufstellen für Umweltbildung und Bewusstseinsbildung vor Ort sind, infrastrukturell und personell“, so Brunner.

Ausblickend kündigte Landesrat Brunner an, dass die Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus ab 2027 die Gebäudezertifizierungen sowie die Betreuung der Initiativen KlimaGemeinde und KlimaSchule und deren fachliche Begleitung kostenlos erbringen werde.

Zudem würden sich mit der Autonomiereform neue Spielräume im Umweltbereich (Abfallsystem, kommunale Wärmeplanung) ergeben: „Diese möchten wir nutzen“, betonte Brunner.

Sportförderung stärkt Vereine
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Bei seiner #halbzeit-Pressekonferenz hat Sportlandesrat Peter Brunner die bisherigen Maßnahmen und Entwicklungen im Bereich Sport vorgestellt. Schwerpunkte waren die Förderung von Vereinen und Verbänden, Investitionen in die Sportinfrastruktur sowie die Aufwertung des Landessportbeirates.

Südtirol verfügt über eine breit gefächerte Sportlandschaft: 436 geförderte Sportvereine bieten derzeit insgesamt 966 Sportangebote in 83 unterschiedlichen Disziplinen an. Damit erreicht die öffentliche Sportförderung große Teile der Bevölkerung und schafft ein flächendeckendes Angebot im ganzen Land.

“Sport verbindet Menschen und schafft Gemeinschaft. Hinter den vielen Angeboten im Land stehen tausende Ehrenamtliche, die wertvolle Arbeit leisten. Deshalb setzen wir auf verlässliche Förderungen und gute Rahmenbedingungen für die Vereine”, betonte Sportlandesrat Peter Brunner.

Die Förderung des Sports erfolgt vor allem über Beiträge für Vereine und Verbände sowie durch Investitionen in die Sportinfrastruktur. Für die Verbands- und Vereinstätigkeit wurden 2024 rund 6,3 Millionen Euro bereitgestellt, 2025 waren es 6,7 Millionen Euro und 2026 liegen die Mittel aktuell bei 6,9 Millionen Euro. Unterstützt werden insbesondere Ehrenamt, Jugendarbeit und Nachwuchsförderung. Weitere Schwerpunkte sind die Stärkung des Frauensports sowie die Förderung von Teilhabe und Inklusion im Sport.

Südtirol zählt laut einer ISTAT-Studie aus dem Jahr 2024 zu den sportlich aktivsten Regionen Italiens. 57,4 Prozent der Südtirolerinnen und Südtiroler treiben regelmäßig Sport. Der italienische Durchschnitt liegt bei 37,5 Prozent.

Ein weiterer wichtiger Schritt dieser Legislaturperiode ist die Aufwertung des Landessportbeirates. Der Beirat ist Teil des Regierungsprogramms der Landesregierung; ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Bereiche des Südtiroler Sports an, darunter CONI, VSS, USSA, CIP, die Südtiroler Sporthilfe, der Gemeindenverband sowie Schule und Schulsport. Er soll die sportpolitische Beratung der Landesregierung stärken. Die erste Sitzung findet nach der Sommerpause statt.

VSS-Präsident Paul Romen unterstrich die Bedeutung des Sports und der Vereine für die Gesellschaft: “Sport hat mit Menschen und Emotionen zu tun. Vereine vermitteln Werte, fördern Gemeinschaft und leisten wichtige Arbeit für Kinder und Jugendliche. Südtirol erzielt im Breiten- wie auch im Spitzensport bemerkenswerte Ergebnisse.”

Der neu aufgestellte Landessportbeirat sei ein wichtiges Instrument, um die sportpolitische Entwicklung des Landes gemeinsam weiterzuentwickeln. “Entscheidend ist, dass wir auch künftig möglichst vielen jungen Menschen die Freude an Bewegung und am Sport vermitteln können”, sagte Landesrat Brunner abschließend.

Bezirk: Bozen

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