Kritik der STF

“EURAC-Vertreter will Sprachgruppenschutz aufweichen”

Sonntag, 10. September 2017 | 17:41 Uhr

Bozen – “Wenn politische Ignoranz weh täte, würde man dieser Tage laute Schreie aus der EURAC vernehmen. Andrea Carlà, Senior-Researcher am Institut für vergleichende Föderalismusforschung der EURAC in Bozen, fordert in einem Interview eine Aufweichung des Sprachgruppenschutzes in Südtirol, damit sich die Sprachgruppen besser vermischen, weiß aber nicht einmal, dass Südtirol keine territoriale, sondern eine rein ethnische Autonomie besitzt”, so die Südtiroler Freiheit in einer Aussendung.

Im Interview, in dem er einen Vergleich zwischen Südtirol und Katalonien zieht, dabei aber natürlich nicht die Unabhängigkeitsbestrebung als Vorbild sieht, sondern die Forderung nach gemischtsprachigen Schulen abzuleiten versucht, stellt Carlà die irrwitzige Behauptung auf: „Wir haben hier ein gemischtes System, einerseits eine Territorialautonomie, eine Autonomie für alle. Gleichzeitig werden die Sprachgruppen mit Elementen einer Konkordanzdemokratie fein säuberlich getrennt“, so die Bewegung.

“Offenbar kennt Herr Carlà nicht einmal die einfachsten Grundlagen der Südtirol-Autonomie. Südtirol hat nämlich keine Territorialautonomie, sondern eine rein ethnische Autonomie zum Schutze der österreichischen Minderheit in Italien. Im Pariser Vertrag heißt es wörtlich, dass die deutschsprachigen Bewohner Sonderrechte genießen, um die völkische Eigenart sowie kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Sprachgruppe zu schützen. Herr Carlà blamiert sich mit seiner Unwissenheit bis auf die Knochen und schadet damit dem Ruf der EURAC, der immerhin die Betreuung des Autonomie-Konvents anvertraut wurde. Auch seine Schlussaussage „Irgendwann wird es definitiv vorbei sein mit den getrennten Sprachgruppen im Land. Wenn nicht jetzt, dann in 20 oder eben in 40 Jahren.“ lässt erahnen, dass es diesen Leuten in der EURAC nicht um den Schutz der Südtiroler geht, sondern darum, Südtirol endgültig zu italienisieren”, heißt es weiter.

“Sogenannte „Forscher“, die nicht einmal die Grundlagen der Südtirol-Autonomie kennen, sich aber als Weltenversteher aufspielen und die eigenen grün-radikalen Anschauungen als wissenschaftliche Wahrheit verkaufen, sind wahrlich keine Aushängeschild für die EURAC”, bemängelt die Süd-Tiroler Freiheit.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "“EURAC-Vertreter will Sprachgruppenschutz aufweichen”"


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Tabernakel
11 Tage 4 h

Die STF will also immer noch die Rassentrennung wie 1933.

MartinG.
MartinG.
Superredner
11 Tage 4 h

Bin wahrlich kein Freund der STF und der Separatisten in Allgemeinen, aber mit der Trennungspolitik(wie sie auch vom Separatistenblock(STF, FH, Schützen, BBD) beim Autonomiekonvent forciert wurde) schießen sch die STFler und ihre “Kollegen” selber ins Bein. Das Signal an die Italiener, dass es keinen Konsens gibt und sie überstimmt werden, ist verheerend und entfernt diese Gruppen von ihrem Ziel immer weiter; die 600 STF-Stimmen bei der Bozner Gemeinderatswahl waren da ein beredtes Zeichen; armseliges Ergebnis in einer 110.000-Einwohner Stadt. Also bleibt der Separatistenblock weiter in seinem Ghetto.

MartinG.
MartinG.
Superredner
11 Tage 5 h
Der größte Witz aber ist, dass STF und deren blogende Wurmfortsätze immer nach Katalonien schielen, ohne aber zu verstehen(oder besser verstehen wollen) dass dort das Modell eben bei aller Kritik inklusivistisch und eben nicht trennend ist. Bin wohlgemerkt kein Freund des cat-Modells, weil es die Spanier diskriminiert und sie in den Schulen assimiliert; Ausgleich wäre besser; aber die Trennung und der Deutschnationalismus machen es für unsere Separatisten unmöglich, die Italiener zu gewinnen. Der Konvent hat das auch gezeigt; Ziel ist ein “Lederhosenstaat”; der von allen anderen Anpassung verlangt; eben kein Land aller drei Sprachgruppen. Carlà hat diesen Finger in die… Weiterlesen »
MartinG.
MartinG.
Superredner
11 Tage 5 h
Blamiert hat sich hier alleine die STF; hat ja unsere Autonomie ja sehr wohl territoriale Elemente und gilt ja unsere Autonomie auch für die Italiener. Am meisten dürfte aber den STFlern stören, dass der Experte genau den Grund nennt, wieso Separatismus bei uns keine Chance hat und bei höchstens 1/5 der Wähler steckenbleibt. “Durch das Festhalten an der Trennung der Sprachgruppen ist die sezessionistische Bewegung in Südtirol gewissermaßen blockiert.  Denn es gibt nicht nur das Spannungsfeld Rom-Südtirol, sondern auch eines innerhalb der Provinz, den Konflikt zwischen der deutschen und der italienischen Sprachgruppe. Und nachdem die Sezessionsbestrebungen nicht von der italienischsprachigen… Weiterlesen »
Gagarella
Gagarella
Superredner
11 Tage 3 h

Der Kampf der STF. ist so aussichtslos, so als würde man versuchen, den Bach Bergaufwärts zu leiten.
Das Wasser rinnt nun mal abwärts, und mit Süd-Tirol gehts in die selbe Richtung, abwärts.

MartinG.
MartinG.
Superredner
11 Tage 3 h
Den Selbstbestimmungsbefürwortern fehlt der große Wurf. Es fehlt der Wille zu sagen Schwamm drüber über das 20. Jahrhundert; es fehlt der Wille den Italienern die Hand zu reichen und ihnen zu sagen, wir planen die Zukunft auf Augenhöhe(!) gemeinsam. Es fehlt der Wille und mA auch die Intelligenz zur großen Geste, die die Politik in unserem Land aufbrechen und revolutionieren würde. Die Deutschen berücksichtigen alle Wünsche der Italiener und diese beteiligen sich an der Fortentwicklung des Landes; bis hin zu einer sehr weiten Autonomie, vor der selbst die Italiener nicht mehr Angst haben müssen, weil sie gleichberechtigte Bürger auf Augenhöhe… Weiterlesen »
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