Zerstörungen in Teheran

Heftige Angriffe im Krieg im Nahen Osten dauern an

Sonntag, 15. März 2026 | 20:10 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Mehr als zwei Wochen nach Beginn des Kriegs im Nahen Osten dauern die gegenseitigen Angriffe zwischen den USA und Israel sowie dem Iran an. Teheran nahm unter anderem US-Stützpunkte ins Visier. Zudem kam es zu Einschlägen im Großraum Tel Aviv, unter anderem in Bnei Brak, Ramat Gan und Tel Aviv selbst. Es handelte sich um einen der Tage mit den intensivsten Angriffen aus dem Iran seit Kriegsbeginn. Insgesamt gab es in Israel acht Verletzte durch die iranischen Attacken.

Die Armee plant den Krieg nach Angaben eines Sprechers noch mindestens drei Wochen fortzusetzen. Es verblieben noch “Tausende Ziele” im Iran, sagte der Militärsprecher Effie Defrin dem US-Sender CNN. “Wir sind bereit – in Abstimmung mit unseren US-Verbündeten – mit Planungen zumindest bis zum jüdischen Feiertag Pessach, der in etwa drei Wochen beginnt”, sagte Defrin demnach. “Und wir haben sogar weitergehende Pläne für weitere drei Wochen darüber hinaus.”

Am Sonntag griff die israelische Luftwaffe nach Armeeangaben vor allem Ziele in der Region der westiranischen Großstadt Hamedan an. Dort seien mehrere wichtige Kontrollzentren der Revolutionsgarden und der Basij-Miliz, einer paramilitärischen Einheit unter Kontrolle der Revolutionsgarden, angegriffen worden. Diese Zentren hätten zur Vorbereitung von Angriffen auf Israel und weitere Länder im Nahen Osten gedient, schrieb die Armee.

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran kamen nach Angaben von Aktivisten bisher mehr als 3.000 Menschen ums Leben. Unter den Toten seien mindestens 1.319 Zivilisten, darunter 206 Kinder, teilte das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit. Demnach wurden 1.122 Militärangehörige getötet. Weitere 599 Tote konnten weder dem Militär noch der Zivilbevölkerung eindeutig zugeordnet werden.

Iran will sich weiterhin verteidigen

Nach Angaben des iranischen Außenministers Abbas Araqhchi will sich sein Land weiter verteidigen, bis es ein Einsehen der USA gibt. “Wir sind bereit, uns so lange zu verteidigen, wie es nötig ist”, sagte der iranische Chefdiplomat in der US-TV-Sendung “Face the Nation” bei CBS News. Man werde weitermachen, bis US-Präsident Donald Trump erkenne, dass es ein “illegaler” Krieg ohne Aussicht auf Sieg sei.

Auf die Frage der Moderatorin, ob der Iran um eine Waffenruhe gebeten habe, antwortete er: “Nein, wir haben nie um eine Waffenruhe gebeten, und wir haben auch nie um Verhandlungen gebeten.” Der US-Sender NBC News hatte am Wochenende unter Berufung auf ein Telefon-Interview mit Trump berichtet, dieser habe gesagt, der Iran wolle ein Abkommen schließen. Er wolle das aber nicht, weil die Bedingungen noch nicht gut genug seien.

Außerdem telefonierte am Sonntag der iranische Präsident Masoud Pezeshkian mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron. Dabei erörterten sie die Lage in der Region, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete.

Festnahmen im Iran

Unterdessen wurden im Iran Medienberichten zufolge Dutzende Menschen wegen des Verdachts auf Zusammenarbeit mit Israel festgenommen. 20 Menschen seien festgenommen worden, nachdem sie “Informationen über Anlagen von Militär, Polizei und Sicherheitskräften an den zionistischen Feind geschickt haben”, meldete die iranische Nachrichtenagentur FARS am Sonntag unter Berufung auf den Staatsanwalt der Region, Hossein Majidi. Die Festnahmen erfolgten demnach bei Razzien gegen angeblich mit Israel verbundene Netzwerke in der Provinz West-Aserbaidschan.

Mindestens 18 Menschen seien zudem festgenommen worden, weil sie “Bilder von Orten, die von Israel und den USA bombardiert wurden”, sowie von anderen Orten an den Fernsehsender Iran International mit Sitz in London gesendet hätten, meldete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf das Geheimdienstministerium. Der Iran hatte die Zusammenarbeit mit Iran International im Jänner verboten und erklärt, der Sender sei “mit dem zionistischen Regime verbunden”. Bei landesweiten Razzien hatten die iranischen Behörden örtlichen Medien zufolge in den vergangenen Tagen bereits Hunderte Menschen wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit Israel und den USA festgenommen.

Mehrere Verletzte nach Raketenangriff in Bagdad

Bei einem Raketenangriff im Bereich des Hauptstadtflughafens von Bagdad wurden einem Bericht zufolge mindestens fünf Menschen verletzt. Unter den Verletzten waren Angestellte des internationalen Flughafens, Sicherheitskräfte und ein Ingenieur, wie die staatliche irakische Nachrichtenagentur INA berichtete.

Die Raketen seien im Flughafenbereich bei einer Entsalzungsanlage, nahe einem Militärflugplatz und dem zentralen Gefängnis der Hauptstadt Bagdad eingeschlagen. Sicherheitskräfte hätten ein Fahrzeug entdeckt, von dem aus der Raketenangriff erfolgt sei, berichtete INA weiter. Zunächst war unklar, wer für die Attacke verantwortlich war. In den vergangenen Tagen hatten mit dem Iran verbündete militante Gruppen US-Stellungen im Irak angegriffen, unter anderem auch die Botschaft der Vereinigten Staaten in Bagdad.

Augenzeugen hatten zuvor über mehrere Kampfdrohnen berichtet. Auch die US-Streitkräfte sind am internationalen Flughafen stationiert. Bewohner aus den umliegenden Gegenden berichteten über intensive Angriffe, die in mehreren Gebieten der Stadt zu hören gewesen seien.

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