Energiewirtschaft im Visier der iranischen Streitkräfte

Iran attackiert Ölsektor am Persischen Golf

Donnerstag, 12. März 2026 | 08:57 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Während US-Präsident Donald Trump erneut ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht stellt, nimmt der Iran die Energiewirtschaft in der Region um den Persischen Golf immer stärker ins Visier. In Bahrain und im Oman wurden Treibstofflager angegriffen. Mit den Attacken will Teheran die Kosten für eine Fortsetzung des Kriegs weiter in die Höhe treiben. Wegen der Blockade der Straße von Hormuz war der Ölpreis zuletzt auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen.

Der Krieg mit dem Iran könnte nach den Worten von US-Präsident Trump schon “bald” enden. Es gebe “praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte”, zitierte ihn das US-Nachrichtenportal “Axios” nach einem Telefoninterview. So hat er sich schon öfter seit Kriegsbeginn vor bald zwei Wochen geäußert. Das israelische Militär hingegen erklärte, es habe noch eine umfangreiche Liste an Zielen im Iran.

Treibstofftanks in Bahrain und Oman in Flammen

In Bahrain griff der Iran nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen an. In der Nähe des Airports stieg eine Rauchsäule auf, berichtete ein Reuters-Mitarbeiter. Unklar war zunächst, ob es sich bei den betroffenen Treibstofflagern um die Kerosindepots des Flughafens am Rande der Hauptstadt Manama oder eine andere Einrichtung handelte. Die Bewohner des Inselstaats im Persischen Golf wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. Die Menschen in den Vierteln in der Nähe des Flughafens sollten zu Hause bleiben und die Fenster geschlossen halten, teilte das Innenministerium mit.

Im Oman wurden Treibstofftanks im Hafen von Salala von Drohnen getroffen. Auf einem vom arabischen Fernsehsender Al Jazeera veröffentlichten Video war zu sehen, wie ein großer Feuerball über einem der Tanks aufsteigt. Der Golf-Kooperationsrat verurteilte den Angriff. Ein Sprecher der iranischen Militärführung wies eine Verantwortung dafür jedoch zurück. Der Vorfall im “befreundeten, benachbarten und brüderlichen Land Oman” erscheine verdächtig, sagte er. Man respektieren die Souveränität des Oman.

Die Luftabwehr Saudi-Arabiens meldete in der Nacht, dass im Osten des Landes 18 Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. Eine Drohne habe sich auf Kurs zum Ölfeld Shaybah befunden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Dies sei bereits der dritte derartige Vorfall am heutigen Donnerstag. In dieser Woche war das Gebiet regelmäßig Ziel von Drohnenangriffen.

Das kuwaitische Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr des Golf-Staats habe eine Reihe feindlicher Drohnen abgefangen, die in den Luftraum im Norden des Landes eingedrungen seien. Laut dem Elektrizitätsministeriums wurden sechs Stromleitungen durch herabfallende Trümmer abgefangener Drohnen gekappt. Die Lage bei der Strom- und Wasserversorgung ist der Behörde zufolge jedoch unter Kontrolle.

Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten am frühen Morgen, die Luftabwehr bekämpfe eine Bedrohung durch Raketen. In Dubai stürzte in der Nacht zudem eine Drohne auf ein Wohngebäude. Ein Brand wurde unter Kontrolle gebracht, niemand wurde verletzt, wie die Behörden mitteilten.

Irak meldet einen Toten bei Angriff auf Öltanker

Bei einem Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf kam nach Angaben der irakischen Regierung mindestens ein Mensch ums Leben. Die Attacke in irakischen Hoheitsgewässern stelle eine Verletzung der Souveränität des Landes dar, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur INA einen Militärsprecher. Sechs Schiffe wurden demnach entsandt, um der Besatzung der beiden Tanker zu helfen. 38 Crew-Mitglieder seien geborgen worden, darunter ein Toter, sagte der Militärsprecher weiter. Die Hafenverwaltung stellte daraufhin den Betrieb der Ölterminals des Landes bis auf weiteres ein.

Im Krieg zwischen den USA und Israel mit dem Iran geraten Schiffe im Persischen Golf, der Straße von Hormuz und dem Golf von Oman immer wieder unter Beschuss. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit Kriegsbeginn am 28. Februar fast komplett zum Erliegen gebracht.

Brand nach Beschuss von thailändischem Frachter

Ein unter thailändischer Flagge fahrender Frachter wurde nahe der Straße von Hormuz von iranischen Raketen getroffen. Die “Mayuree Naree”, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Indien unterwegs war, sei von zwei Geschoßen oberhalb der Wasserlinie getroffen worden, wodurch am Heck und im Maschinenraum ein Brand ausgelöst wurde, teilte die thailändische Marine mit. Von den 23 thailändischen Besatzungsmitgliedern konnten 20 von der Marine des Oman in Sicherheit gebracht werden. Die drei zunächst vermissten befinden sich nach Angaben des Eigentümers des Schiffes vermutlich noch an Bord. Die Vermissten seien wahrscheinlich im Maschinenraum des Tankers eingeschlossen, in dem durch den Angriff ein Feuer ausgebrochen sei, teilte die thailändische Reederei Precious Shipping am Mittwochabend mit. Der Rettungseinsatz dauere weiter an, erklärte die thailändische Marine.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor bekannt gegeben, zwei Handelsschiffe in der Straße von Hormuz angegriffen zu haben, darunter auch die “Mayuree Naree”. Die omanische Marine konnte im Anschluss 20 Besatzungsmitglieder retten. Dem thailändischen Außenministerium zufolge besitzen alle 23 Besatzungsmitglieder die thailändische Staatsbürgerschaft.

Unterdessen meldete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO), dass vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate ein Containerschiff von einem unbekannten Geschoß getroffen worden sei. Der Treffer habe ein kleines Feuer an Bord ausgelöst, verletzt wurde demnach niemand.

Der Iran wird einem indischen Insider zufolge Tankern unter der Flagge des Landes die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz gestatten. Ein iranischer Insider außerhalb des Landes bestreitet jedoch, dass eine solche Vereinbarung getroffen wurde. Durch die Meerenge fließen 40 Prozent der indischen Rohölimporte.

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