Von: APA/Reuters/dpa/AFP
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu will voraussichtlich am Mittwoch in Washington mit US-Präsident Donald Trump über die laufenden Gespräche mit dem Iran beraten. Das teilte sein Büro am Samstag auf “X” mit. Netanyahu dürfte dabei auf eine harte Linie pochen. Trump hatte zuvor erklärt, er sehe “nach sehr guten Gesprächen” Möglichkeiten für eine Verständigung mit dem Erzfeind Iran. Dieser scheine “sehr daran interessiert zu sein, ein Abkommen zu schließen”, so Trump.
Netanyahu erklärte, dass jegliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowohl eine Begrenzung ballistischer Raketen als auch eine Beendigung der Unterstützung der iranischen Verbündeten in der Region beinhalten müsse. Israel sieht in dem iranischen Atom- und Raketenprogramm seine größte existenzielle Bedrohung.
Noch kein Termin für mögliche Fortsetzung
Vertreter der US-Regierung und des Irans hatten am Freitag in der omanischen Hauptstadt Doha Gespräche begonnen. Ein Termin für eine mögliche Fortsetzung steht bisher nicht fest.
Der Iran hat mehrfach erklärt, ausschließlich über sein umstrittenes Atomprogramm verhandeln zu wollen. Gespräche über weitere Streitpunkte lehnt die Führung in Teheran bisher ab.
Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb dazu auf X, dass die US-Regierung letztlich entscheiden müsse, “ob sie sich auf die nukleare Frage konzentriert oder Verhandlungen über alle Themen verlangt – in dem klaren Bewusstsein, dass es in diesem Fall sehr schwierig sein wird, zu einer Einigung zu gelangen”.
“Iran will Deal mit USA”
Trump hatte am Freitag (Ortszeit) gegenüber Reportern auf dem Flug zu seinem Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida erklärt, der Iran wolle einen Deal mit den USA. Die nächste Gesprächsrunde werde “Anfang der kommenden Woche” stattfinden.
Er bekräftigte die rote Linie der USA, wonach der Iran keine Atomwaffen erlangen dürfe. Nachdem er in den vergangenen Wochen vor allem Drohungen in Richtung Teheran ausgestoßen hatte, zeigte er sich nun konziliant und betonte, dass es “reichlich Zeit” für die Verhandlungen über einen Deal gebe.
Auch Iran hatte Gespräche am Freitag positiv bilanziert
Zuvor hatte bereits der iranische Außenminister Abbas Araqchi das Klima bei den Verhandlungen in der omanischen Hauptstadt Maskat als “sehr positiv” bezeichnet. Laut Araqchi konzentrierten sich die Gespräche ausschließlich auf die Atomfrage. Die USA hatten zuvor darauf gedrängt, dass auch die Unterstützung Teherans für Milizen im Nahen und Mittleren Osten und sein ballistisches Raketenprogramm auf die Tagesordnung gesetzt werden müssten. Bei den Treffen hatten die Delegationen der verfeindeten Staaten nicht direkt miteinander konferiert, sondern über Vermittler des Oman.
Die indirekten Gespräche wurden vor dem Hintergrund einer drohenden Eskalation zwischen dem Iran und den USA geführt. Sie fanden etwa einen Monat nach der gewaltsamen Niederschlagung der jüngsten Protestwelle im Iran mit tausenden getöteten Demonstranten statt. Seitdem hatte US-Präsident Donald Trump den Druck auf Teheran massiv erhöht. Er drohte mit einer Militärintervention und schickte unter anderem den Flugzeugträger “USS Abraham Lincoln” in den Persischen Golf.




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