Von: luk
Bozen – Angesichts steigender Energiepreise infolge der jüngsten Eskalation im Nahen Osten fordert der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Bernhard Zimmerhofer, erneut konkrete Maßnahmen zur raschen Umsetzung der Energieautarkie in Südtirol.
Nach den jüngsten Angriffen der USA und Israels auf den Iran seien die Gaspreise um rund 45 Prozent gestiegen, heißt es in einer Aussendung. Da die Strompreise in Italien an den Gaspreis gekoppelt sind, habe dies auch Auswirkungen auf die Stromkosten. Als mögliches weiteres Risikoszenario nennt Zimmerhofer eine Blockade der Straße von Hormus, einer zentralen Route für den weltweiten Öltransport, was gravierende globale Folgen nach sich ziehen könnte.
Zimmerhofer kritisiert, dass Südtirol trotz wiederkehrender internationaler Krisen nicht ausreichend Vorsorge getroffen habe, um sich unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen. Hohe Energiepreise seien mitverantwortlich für steigende Lebenshaltungskosten und eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe.
Der Abgeordnete spricht sich erneut für einen schnellstmöglichen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, die vollständige Energieautarkie Südtirols sowie die Einrichtung einer eigenen Energiepreisregulierungsbehörde aus. Die rechtliche Möglichkeit dafür sehen laut Aussendung auch die Rechtswissenschaftler Peter Hilpold (Universität Innsbruck) und Paolo Piva (Universität Padua) gegeben.
Nach Angaben der Süd-Tiroler Freiheit produziert Südtirol mit jährlich zwischen 6,8 und 8,6 Terawattstunden Strom – überwiegend aus Wasserkraft – deutlich mehr Energie aus erneuerbaren Quellen als im Land verbraucht wird. Der Jahresverbrauch liege bei rund 3,1 Terawattstunden, womit Südtirol Nettoexporteur von Strom sei.
Unterstützung sieht die Partei auch beim Südtiroler Energieverband, der sich für eine klimaneutrale und bürgernahe Energiewirtschaft einsetzt. Um dieses Ziel zu erreichen, brauche es eine verstärkte Nutzung heimischer erneuerbarer Energieträger sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Verbänden.




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