„Bereit für Muttersprache zu kämpfen“

STF wegen „Ärzte-Plakat“ angeklagt

Donnerstag, 03. Dezember 2020 | 13:33 Uhr

Bozen – Kaum ist der Hammer nach zehn Jahren Rechtsstreit wegen des „Besen-Plakates“ gefallen, kommt Italien mit der nächsten Anklage daher: Vertreter der Süd-Tiroler Freiheit – aber auch von einer Werbeagentur und einer Plakatierungsfirma – sollen wegen des „Ärzte-Plakates“ vor Gericht gestellt werden. Das kommt für die Bewegung weder überraschend, noch lässt sie sich dadurch einschüchtern: „Wir sind bereit, für das Grundrecht auf Gebrauch der Muttersprache und gegen die eklatante Ungleichbehandlung zu kämpfen. Ein Gerichtssaal ist dafür genau die richtige Bühne!“

„Hier stirbt das Recht auf Gebrauch der deutschen Muttersprache“, war das drastische und provokante Leitmotiv des Plakates der Süd-Tiroler Freiheit, das vor einem Jahr vorgestellt wurde.

„Ausschlaggebend für die Wahl des Motivs war ein konkreter Fall im Südtiroler Gesundheitswesen, bei dem ein Patient falsch behandelt wurde, weil ein rein italienischsprachiger Arzt die deutsche Sprache des Patienten nicht verstand und dieser dem Arzt die Vorerkrankung nicht ausreichend schildern konnte. Dem Patienten wurden daraufhin falsche Medikamente verschrieben, die aufgrund der Vorerkrankung tödlich hätten enden können. Nur dank der Skepsis des Patienten, der sich vor Einnahme des Medikaments nochmals bei seinem Hausarzt erkundigte, ist es zu verdanken, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelt, zeigen die unzähligen Landtagsanfragen der letzten Jahre zur Missachtung der Muttersprache im Gesundheitswesen“, erklärt die Bewegung.

Das italienische Gesundheitsministerium habe wiederholt betont, dass Ärzte in Italien italienisch sprechen müssen, da sonst eine gute Behandlung der Bevölkerung in den Krankenhäusern nicht gewährleistet werden könne.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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