Weitere Ehrung für Südtiroler Tennisprofi

Sinner wird “Botschafter der Sportdiplomatie”

Mittwoch, 31. Januar 2024 | 16:28 Uhr
Update

Rom/Sexten – Die Begeisterung und die Ehrungen für Jannik Sinner in Rom nehmen kein Ende. Bekanntlich hat der Sextner Tennisprofi am Sonntag im Finale der Australian Open den Russen Daniil Medwedew geschlagen und sich seinen ersten Major-Titel geholt. Nach seinem gestrigen Treffen mit Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurde er von ihrem Stellvertreter und Außenminister Antonio Tajani zum “Botschafter der Sportdiplomatie” ernannt.

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Sinner war am Mittwoch zu einem offiziellen Empfang ins Außenministerium in Rom eingeladen worden. „Gemeinsam mit meinem Team habe ich ein persönliches Ziel erreicht und man spürt die Wärme der Menschen. Doch ich bleibe immer derselbe junge Mann, derselbe wie noch vor zwei Wochen“, erklärt Sinner.

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Am heutigen Mittwoch stand für Sinner außerdem am Sitz des italienischen Tennisverbands eine Pressekonferenz an, danach gab es ein Fotoshooting am Kolosseum.

Der 22-jährige Südtiroler hat mit seiner ersten Slam-Trophäe ein Stück italienische Sportgeschichte geschrieben. Doch er weiß, er steht erst am Anfang seiner Karriere. Es gebe noch viel zu tun, er könne sich noch verbessern, erklärte er vor Journalisten. „Meine Trainer arbeiten gut zusammen und sie sind bescheiden. Sie verstehen, was das Beste für mich ist.“

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Einem möglichen Auftritt beim Festival von Sanremo erteilte Sinner hingegen eine Absage. „Ich werde nicht dort hingehen und alle von zu Hause aus anfeuern. Ich muss an ein meine Arbeit denken“, erklärte der 22-Jährige.

Auch auf die Frage, warum er in Monaco lebt hat, reagierte Sinner ruhig. Immer wieder wird ihm sein Wohnsitzwechsel als Kritik vorgehalten. „In Monaco gibt es viele Tennisspieler, mit denen man trainieren kann. Die Strukturen sind dort perfekt und ich fühle mich wie zu Hause. Ich habe dort ein normales Leben. Ich kann ohne Probleme in den Supermarkt gehen. Deshalb werde ich dort bleiben“, erklärte der Südtiroler.

Kritisch äußerte sich Sinner zu den sozialen Medien. „Social Medias gefallen mir nicht so sehr, denn sie zeigen nicht die Wirklichkeit“, erklärte er vor Journalisten. Er selbst bleibe ihnen so viel wie möglich fern und versuche nur sparsam, von ihnen Gebrauch zu machen.

Wie die Nachrichtenagentur Ansa schreibt, bestätigte der Tennisprofi auch die Entscheidung, in seinem Heimatort vorerst keine Feier abzuhalten. Grund ist der tödliche Verkehrsunfall in Osttirol, bei dem die 47-jährige Sextnerin Monika Stauder Tschurtschenthaler und ihre beiden Söhne im Alter von sieben und zehn Jahren ums Leben gekommen sind. Sinner erklärte, dass der Vater derzeit dem dritten Sohn im Alter von 14 Jahren zur Seite stehe, der sich bei dem Unfall schwer verletzt hatte und sich derzeit im Krankenhaus befindet. „Aus diesem Grund wollte ich nicht nach Sexten gehen, um zu feiern. Das wäre wirklich nicht angebracht gewesen. Besser ist es hier (in Rom, Anm.) zu feiern“, meinte Sinner.

Am Donnerstag steht ein Empfang bei Staatspräsident Sergio Mattarella im Quirinalspalast an.

Am Dienstag war Sinner am Flughafen in Rom gelandet, wo man ihn mit viel Applaus empfangen hatte. Gemeinsam mit Sportminister Andrea Abodi ging es dann weiter in den Chigi-Palast zu einem privaten Treffen mit Meloni. Sinner hat sich dort über einen Hintereingang an den Fotografen, Kameraleuten und Journalisten vorbeigeschmuggelt. Es gab keine Interviews, sondern nur ein paar Selfies mit den Angestellten.

Von: mk

Bezirk: Pustertal

Kommentare

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27 Kommentare auf "Sinner wird “Botschafter der Sportdiplomatie”"


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Faktenchecker
1 Monat 17 h

Er wird von der Politik benutzt und wehrt sich nicht.

Paladin
Paladin
Universalgelehrter
1 Monat 17 h

Wenn er sich nicht “wehrt”, heißt das im Umkehrschluss er ist damit einverstanden bzw. es geht ihm gut so, also alles bestens.

Kasknedel
Kasknedel
Tratscher
1 Monat 17 h

Bist du sicher, dass er das alleine entscheiden kann? Ich kann mir vorstellen, dass Sponsoren und Verbände und nicht zuletzt das eigene Marketing ihre Finger immer mit im Spiel haben.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 14 h

@Paladin Nicht unbedingt. Ein 22 Jähriger der sozusagen von 0 auf 100 geht kann sehr wohl überrannt werden. Sowas ist für Sportler meist nicht gut gerade in dem Alter.

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Er klappert halt die obligatorischen Stationen ab wie es jeder tun würde der in den Tennisolymp einzieht und Sportgeschichte schreibt. Wer ihn ansatzweise kennt, weiss, er ist mental schon längst wieder auf dem Trainingsplatz.

Paladin
Paladin
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@NG.: Grundsätzlich hast du Recht, bestes Beispiel ist der 19-jährige Jugendspieler des FCS der seine Karriere gerade, buchstäblich, gegen die Wand gefahren hat. Sinner scheint mir aber jemand zu sein der auf dem Boden geblieben ist und wie gesagt, er hat ein gutes Team an Beratern, die ebenfalls nicht abgehoben scheinen. Das er jetzt alles mitnimmt was sich anbietet ist auch nicht unclever (s. Werbung). Gerade weil man nicht weiß wie lange so eine Sportlerkarriere und der Erfolg andauern.

Kasknedel
Kasknedel
Tratscher
1 Monat 17 h

Langsam tut mir der Junge leid.

Paladin
Paladin
Universalgelehrter
1 Monat 17 h

@ksknedel: Ich glaube kaum, dass ihm das alle saufgezwungen wird. Außerdem hat er ein gutes Team von Beratern hinter sich. Ich glaube um ihn müssen wir uns keien Sorgne machen, der wird schon wissen was er tut.

Speedy Gonzales
Speedy Gonzales
Superredner
1 Monat 17 h

Anschließend wird er noch zum Ritter geschlagen.

HerrSuedtiroler
HerrSuedtiroler
Tratscher
1 Monat 15 h

verdient hätte er es!

Homelander
Homelander
Superredner
1 Monat 14 h

Olbm mit de Politischn bledn Komentare do…jeder würde das gleiche tun, an seiner Stelle….

guenne
guenne
Tratscher
1 Monat 17 h

Als das sehe ich ihm gut. 🙂

krokodilstraene
krokodilstraene
Universalgelehrter
1 Monat 16 h

Das war jetzt ein Slam von vieren…
Dann gibt es noch die ATP-Finals, die inoffizielle Weltmeisterschaft…
Dann gibt es noch Olympia…

Was der italienische Staat wohl auffahren wird, sollte Jannik nochmal etwas davon gewinnen… 😉 😉

otti
otti
Grünschnabel
1 Monat 15 h

Im Grunde wird ihm ein angemessener Empfang mit Ehrungen zuteil.
Auch von Seiten von Fr. Meloni war der Empfang herzlich. Zu verschiedenen Themen hat er klare Aussagen getätigt. Hut ab und weiter viel Konzentration auf seine sportliche Tätigkeit und viel Erfolg.

Viktor
Viktor
Grünschnabel
1 Monat 13 h

Wer kann es sich schon leisten in Monaco zu wohnen bei einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis Wohnfläche von 60.000 €. Natürlich begegnet man dort im Supermarkt keine Normalbürger, denn in dieser kleinen Stadt sind die Superreichen unter sich. Gemessen auf die Einwohnerzahl ist Monaco jene Stadt auf der Welt mit den meisten Millionären und die haben nur einen einzigen Grund dort ihren Wohnsitz zu haben, nämlich weil sie dort Null Einkommens und Vermögenssteuer bezahlen

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 13 h

Ganz so schlimm ist es nicht, die Leute im Supermarkt sind “ganz normal”. Die Wohlhabenden findest du nicht auf der Straße.

Privatmeinung
Privatmeinung
Universalgelehrter
1 Monat 16 h

Jannik, einen Senatorenposten auf Lebenszeit hast du schon fix in der Tasche 😉

montechristo
montechristo
Grünschnabel
1 Monat 12 h

Tennis kanner, aber den Grund für den Wohnsitz hätte er sich besser zurechtlegen müssen.
Am Supermarkt und den Tennisplätzen kann es nicht liegen. Ich denke man muss das schon offen ansprechen, dass es die Steuern sind.
In seinem Fall wohl legal, aber gerecht ist es nicht. Ich finde ungeachtet seiner Leistung sollte es nicht erlaubt sein unter italienischer Flagge anzutreten, wenn man dort keinen offiziellen Wohnsitz hat und demzufolge keine Steuern zahlt. Das ist einfach nicht korrekt.

xXx
xXx
Kinig
1 Monat 11 h

Er ist immer noch italienischer Staatsbürger, auch wenn er in Monaco wohnt.
Er müsste im Italien eh nur Steuern zahlen für Einnahmen, die er auch in Italien macht, dass vergessen auch viele wie du.
Von den 1,9 Millionen der Australien Open hat z.B. der Australische Staat 45% kassiert, wurst wo der Junge seinen Wohnsitz hat.

RAMMSTEIN
RAMMSTEIN
Tratscher
1 Monat 2 Tage

@xXx
Genau. Und bei den Turnieren welche er in Italien macht gilt natürlich das gleiche. Auch dort werden vom Preisgeld die Steuern abgezogen. Er zahlt also sehr wohl Steuern in Italien.

lissi81
lissi81
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Es lebe Jannik Sinner💯!
Dieser junge Mann wird es noch weit bringen! 💕

diskret
diskret
Universalgelehrter
1 Monat 11 h

Der würde mehr erfolg haben in Rom wegen der Autonomie

gutergeist
gutergeist
Superredner
1 Monat 2 Tage

Soviel ich informiert bin, hat das Land Südtirol ihn in keinster Weise unterstützt. Also, liebe Neider und sonstige Problemsucher, regt euch über vieles anderes auf und lasst diesen Top Athleten seinen Weg machen. So wie es jeder auf seine Weise macht.

ines
ines
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Lossts den Bua in Ruah!

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 15 h

Schön was der Sport alles bewegt. 😀

Mandor
Mandor
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Ein großes Vorbild für die Jugend,ein moderner,aufgeschlossener Sportler und jedenfalls nicht von gestern

tucano2
tucano2
Tratscher
1 Monat 2 Tage

er braucht nit in “grande fratello” um auf sich aufmerksom zu mochn, er isch guat und soll sein ding mochn, und dei wos ihm in onfong nit unterstützt hobn, kennen jatz blöd schaugn 😉

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