Am Montag startete die nächste ESC-Location in Wien in die Woche

ESC-Eurofan House am Karlsplatz empfängt die Community

Montag, 11. Mai 2026 | 15:51 Uhr

Von: apa

Mit dem Eurofan House im Wien Museum am Karlsplatz hat die Bundeshauptstadt seit Montag auch eine etwas ruhigere und familiärere Alternative zu bieten. Bis Samstag lockt die Location viele Song-Contest-Acts und natürlich -Fans. Es soll ein Treffpunkt und Austauschforum werden. Erster Gast war der tschechische Starter Daniel Žižka, der sich als etwas müder, aber dankbarer und geduldiger ESC-Kämpfer im vollen Haus präsentierte. Auch Cosmó ließ sich nicht lange bitten.

Für den Start machte das sonst montags geschlossene Wien Museum eine Ausnahme und öffnete den dritten Stock mit seinem Vortragssaal, dem Café und der einen schönen Blick auf die Host-City bietenden Dachterrasse. Für das – ausgenommen am Finaltag – jeweils in etwa von Mittag bis zum Abend reichende Programm zeichnen der ORF, das internationale ESC-Fan-Medium “Wiwibloggs” sowie auch Österreichs ESC-Fanclub OGAE (Organisation Générale des Amateurs de l’Eurovision) verantwortlich. Die überdachte Outdoor-Option zogen bis zum Wolkenbruch inklusive Temperaturabfall auch zahlreiche ESC-Aficionados.

Flexible Änderungen und großer Andrang zum Auftakt

Und viele kamen überpünktlich: Rund eine Stunde vor Programmstart stellten sich bereits zahlreiche Interessentinnen und Interessenten vor dem Eingang des Museums an. Es dauerte dann auch nicht lange, bis sich der Saal nahezu randvoll gefüllt hatte – mit Personen verschiedensten Alters, gewandet zwischen bunt und verrückt gestylt bis hin zum Alltagsoutfit. Dass die Abläufe hier nicht ganz in Stein gemeißelt sind, wurde rasch klar, denn statt Rumäniens Vertreterin Alexandra Căpitănescu und Norwegens Jonas Lovv wurden kurzerhand Albaniens Kandidat Alis und Maltas Aidan angekündigt.

Premieren-Act Žižka resümierte die Eröffnung am gestrigen Sonntag als langen Abend mit vielen Fragen. Das Treffen mit den Fans sei nun eine Art “Aufladestation” für ihn. Der 23-Jährige verwies auf tägliche Gesangsstunden, die ihn für den Auftritt am Donnerstag (14. Mai) im zweiten Halbfinale fit halten sollten. Im Gespräch mit “Wiwibloggs” gab Žižka Einblicke in das Entstehen seines Songs “Crossroads”, die Bühnenshow und in den lebensverändernden Moment, an dem er erfahren hat, dass er nach Wien zum ESC fahren wird.

ESC-Acts geben sich Klinke in die Hand

Cosmó kam mit seinem Bühnenpartner und Gitarristen Sandro Humitsch, um etwa zu erklären, dass sich die beiden vor vier Jahren über eine “Datingplattform für Musiker und Bands” gefunden haben, gab Einblicke in die tierische Gestaltung der Bühnenshow – und die ikonischen Masken – und zeigte sich einmal mehr als talentierter Unterhalter der versammelten ESC-Fangemeinde. “Sobald JJ gewonnen hat, war klar, dass ich meine Bewerbung abschicken werde. Der Song Contest zuhause ist eine einmalige Chance”, sagte Cosmó – und warf eine Darbietung seines “Tanzscheins” in die zahlreich versammelte Menge.

Albaniens Alis bezeichnete seine ESC-Teilnahme als “besten Unfall meines Lebens”, erklärte, warum er seine Sonnenbrille quasi niemals abnimmt, sprach über die Reaktion seiner Mutter, der der Song “Nân” gewidmet ist, und seine Entwicklung in Richtung Sänger. Zu überzeugen wusste er als solcher auch mit einer Spontandarbietung seines Könnens.

Der maltesische Vertreter Aidan nahm dann gleich einen Gutteil der Delegation mit aufs Podium. “Ich beobachte alles”, meinte der 26-Jährige mit Blick auf Berichte über verbesserte Wettquoten und wachsenden Publikumszuspruch für ihn. So ließ auch er sich nicht lumpen und schmetterte seinen Beitrag “Bella” vom Podium herab ins dankbare Publikum.

Gegenpol zu manch anderer ESC-Location

Die organisierten Treffen mit den Fans sind eine Art Mischung aus öffentlichen Interviews, die auch online übertragen werden, und der – ebenso durchgetakteten – Möglichkeit, Fotos mit Starterinnen und Startern zu ergattern. Das Eurofan House bilde eine Art Gegenstück zur Stadthalle und zum Rathausplatz, sagte Michael Peterseil vom ORF und von der OGAE im Gespräch mit der APA. Man hole hier mehr die Fans ab, die den Stars “so barrierefrei wie möglich näher kommen” möchten.

Der Fanklub sei stark in die Programmierung involviert gewesen und bietet etwa auch ein Pubquiz an, dazu gibt es Podiumsdiskussionen und weitere Veranstaltungen. Im Wien Museum sei alles etwas redelastiger und weniger auf Party ausgelegt. Insgesamt sei der “Song Contest eben mehr als nur die ein, zwei, drei Liveshows pro Jahr”, so Peterseil. Den Meet & Greet-Tagesausklang bestritt einer der großen Stars und Mitfavoriten des 70. Eurovision Song Contest in Wien angesagt: die australische Popsängerin Delta Goodrem.

(S E R V I C E – www.wienmuseum.at/esc2026-fanhouse , https://songcontest.orf.at/story/eurofanhouse100 )

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