Er litt unter Covid-19 mit schwerem Verlauf

Joe Morandell: „Wurde nicht an den Pranger gestellt“

Montag, 03. August 2020 | 18:10 Uhr

Bozen – Der Südtiroler Musiker Joe Morandell nimmt zur Diskussion rund um die Veröffentlichung von Informationen über Personen, die mit dem Coronavirus infiziert wurden, Stellung. Einerseits hatten mehrere Bürgermeister eine offenere Informationspolitik gefordert, anderseits wird auch eine Stigmatisierung befürchtet.

Joe Morandell war einer der ersten gewesen, der vier Monate nach seiner schweren Covid-19-Erkrankung öffentlich darüber geredet hatte. Auf Facebook schreibt er nun zu seiner Covid-19-Erkrankung: „Ich hatte einen sehr schweren Verlauf und jetzt, nach fünf Monaten, noch immer mit Langzeitschäden zu kämpfen. Ich wurde nicht an den Pranger gestellt. Ich wurde auch nicht bloßgestellt oder irgendwie negativ behandelt. Niemand hat mit dem Finger auf mich gezeigt!“, schreibt der Musiker.

Im Gegenteil: Jeder habe ihn freundlich gegrüßt. „Ich sah Menschen an Covid sterben. Mit oder ohne Vorerkrankungen. Das tut nichts zur Sache, denn es waren Menschen. Ich bekam über 3000 Dankesmitteilungen. Ich würde immer wieder gleich handeln und mich outen zum Schutze meiner Mitmenschen“, so Morandell.

Diese Krankheit sei schlimm. Die Menschen seien nicht dumm und würden einen Covid-19-Kranken nicht verurteilen. „Denn jeder weiß, es kann jeden treffen und keiner kann dafür“, erklärt der Musiker. Anders sei dies nur bei jenen, die fahrlässig handeln und die Maske verweigern würden.

Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hat unterdessen klargestellt, dass aus Privacy-Gründen nicht mehr Informationen veröffentlicht werden können.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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