Von: mk
Trient – Heute Vormittag trafen sich im Palazzo Roccabruna in Trient Vertreterinnen und Vertreter der Handelskammern des Alpenraums. Im Zuge des Treffens wurde eine Studie zur demografischen Entwicklung der Berggebiete vorgestellt.
Am heutigen Vormittag fand im Palazzo Roccabruna in Trient die erste diesjährige Sitzung von Alps Benchmarking statt, welche von der Handelskammer Trient organisiert wurde. Die Initiative fördert die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Handelskammern des Alpenraums (Bozen, Cuneo, Monte Rosa Laghi Alto Piemonte, Pordenone-Udine, Riviere di Liguria Imperia La Spezia Savona, Sondrio, Turin, Trient, Treviso-Belluno, Aostatal, Venezia Giulia Trieste Gorizia zusammen mit Unioncamere Lombardei und Unioncamere Piemont).
Die von der Handelskammer Bozen vorgeschlagene Wiederaufnahme der Initiative knüpft an frühere Kooperationen der Kammern des Alpenraums an. Im Mittelpunkt steht dabei die Auseinandersetzung mit Themen von gemeinsamem Interesse sowie der Austausch von Studien und Analysen zur Förderung der Entwicklung der Berggebiete.
Nach den Grußworten von Andrea De Zordo, Präsident der Handelskammer Trient, und Michl Ebner, Präsident der Handelskammern Bozen, stellte der Generalsekretär der Handelskammer Bozen, Alfred Aberer, die neue Vereinbarung von Alps Benchmarking vor. Sie verpflichtet die Partner dazu, sich gemeinsam für die Förderung einer unternehmensfreundlichen Wirtschaftspolitik, eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen sowie die Organisation von Networking-Aktivitäten zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung der jeweiligen Berggebiete einzusetzen.
„Die Vereinbarung Alps Benchmarking ist wichtig für die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Regionen des Alpenraums. Sie ermöglicht es uns, wirtschaftlich ähnliche Kreisläufe zu stärken, Synergien zu bündeln und auf europäischer Ebene mehr Gewicht zu erlangen. Darüber hinaus fördert sie den Austausch statistischer Daten und wirtschaftlicher Entwicklungsmodelle, unterstützt Weiterbildungsmaßnahmen, ermöglicht den Dialog mit nationalen und europäischen Entscheidungsträgern und begünstigt den Austausch mit ausländischen Handelskammern in angrenzenden Gebieten. Die heutige Unterzeichnung der Vereinbarung ist ein wichtiger Beleg dafür, wie Vernetzung und institutioneller Austausch die territoriale Entwicklung begünstigen“, erklärten Andrea De Zordo, Präsident der Handelskammer Trient und Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen.
Im Anschluss wurde das Schwerpunktthema dieses ersten Jahrestreffens besprochen, das der demografischen Entwicklung der Bevölkerung und der Unternehmen in den alpinen Gebieten gewidmet ist. Die von den Studien- und Forschungsabteilungen der beteiligten Handelskammern durchgeführten Analysen gaben einen Überblick und verdeutlichten die Notwendigkeit, auf die aktuellen Entwicklungen zu reagieren, um dem demografischen Rückgang in den Bergregionen entgegenzuwirken.
Massimo Pavanelli von der Handelskammer Trient gab eine kurze Einführung in den methodischen Ansatz, der von den beteiligten Handelskammern angewandt wurde. Danach informierte Federico Callegari von der Handelskammer Treviso-Belluno zu Verteilung und Dynamik der Wohnbevölkerung in den italienischen Gebieten des Alpenraums, differenziert nach Höhenlage und Erreichbarkeitsindizes. Sein Beitrag zeigte auf, dass der Abwanderung der Bergregionen mit Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität für junge Menschen sowie dem Ausbau des Wohnangebots begegnet werden kann, insbesondere in jenen Gebieten, in denen eine intensive touristische Nutzung die Verfügbarkeit von Wohnraum aufgrund von Kurzzeitvermietungen zusätzlich einschränkt.
Roberto Saletti von der Handelskammer Turin analysierte anschließend die Entwicklung der Unternehmensstruktur in den Gebieten des Alpenraums anhand der Daten aus den Archiven der Handelskammern. Die traditionellen Wirtschaftssektoren der Bergregionen sind rückläufig; die Landwirtschaft bleibt trotz zahlreicher Schwierigkeiten eine tragende Säule, während Dienstleistungen und Tourismus wachsen. Der Alpenraum verfügt über enormes Potenzial, das jedoch nur durch gezielte politische Maßnahmen, angemessene Dienstleistungen und strukturelle Investitionen, die bestehende Ungleichgewichte abbauen und regionale Besonderheiten stärken, vollständig ausgeschöpft werden kann.
Linda Giugovaz von der Handelskammer Venezia Giulia stellte die demografische Struktur und die unternehmerische Dynamik in der Region Venezia Giulia vor und präsentierte empirische Ergebnisse sowie Beispiele für resiliente Entwicklungswege.
Der abschließende Beitrag von Matteo Degasperi von der Handelskammer Trient widmete sich den notwendigen Maßnahmen zur Bewältigung der Abwanderung der Bergregionen. Vorgeschlagen wurde eine Klassifizierung der Maßnahmen, die auf Integration und Flexibilität basiert. Die Strategie geht über standardisierte Lösungen hinaus und verfolgt einen Ansatz, der die Besonderheiten der jeweiligen Gebiete berücksichtigt. Sie stützt sich auf sechs Säulen: die Erneuerung des Wohnraums, den Ausbau wohnortnaher Dienstleistungen, digitale Vernetzung, die soziale Verankerung der Schule, die Gewinnung neuer Talente sowie die Entwicklung lokaler Wertschöpfungsketten zur Sicherung wirtschaftlicher Nachhaltigkeit.




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