Top100 ESG Südtirol

Südtirols nachhaltigste Unternehmen: Ranking vorgestellt

Freitag, 13. März 2026 | 11:23 Uhr

Von: mk

Bozen – Nachhaltigkeit wird zunehmend zum Maßstab für unternehmerischen Erfolg. Wie der Weg dorthin gelingen kann, darüber diskutierten gestern Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Institutionen bei einer Veranstaltung an der unibz. Außerdem stellte die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften das Ranking der Top100 ESG Südtirol vor.

Wie gehen die größten Südtiroler Unternehmen den Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit an? Die Veranstaltung „Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung und Governance: das Ranking Top100 ESG Südtirol“, die gestern an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften stattfand, zog eine Bilanz des Weges der Südtiroler Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit. Anlass war die Vorstellung des Berichts, der aus der Analyse der Forschungsgruppe Accounting der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften hervorgegangen ist, bestehend aus Prof. Massimiliano Bonacchi, dem Forscher und Dozenten Luca Menicacci sowie Fabio Zanderigo Jona, Absolvent des Masterstudiengangs unibz in Accounting und Finanzwirtschaft.

Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Unternehmen, Banken und Institutionen an einen Tisch, um zentrale Fragen der nachhaltigen Transformation zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die Messbarkeit und Vergleichbarkeit von ESG-Leistungen, Strategien zur Dekarbonisierung, neue gesetzliche Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie die Rolle einer koordinierten Steuerung auf Landesebene.

Zum Auftakt begrüßte unibz-Rektor Prof. Alex Weissensteiner die Teilnehmenden. Grußworte sprachen anschließend Klaus Egger, Sonderbeauftragter für Nachhaltigkeit des Landes, Mauro Santini vom Unternehmerverband Südtirol sowie Prof.in Elisabeth Gsottbauer, Direktorin des Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit an der unibz.

Die dritte Ausgabe des Berichts: Die Unternehmen verbessern sich im Vergleich zu den vorherigen Ausgaben

Im Mittelpunkt des ersten Teils stand die Präsentation der dritten Ausgabe des Rankings Top100 ESG Südtirol durch Luca Menicacci, der die Studie und die wichtigsten Ergebnisse vorstellte. Aus dem Bericht geht zunächst ein Wachstum der Kultur der Nachhaltigkeitsberichterstattung in Südtirol hervor: Insgesamt sind 36 Unternehmen direkt oder indirekt in Berichtsprozesse eingebunden – fünf mit vollständigem Nachhaltigkeitsbericht, vier mit Teilangaben und 27 über Konzernberichte. Das sind mehr als im Vorjahr.

Auch bei den Bewertungen zeigt sich ein Aufwärtstrend: Zwölf Unternehmen erreichen inzwischen die Spitzenratings AAA oder AA. Gleichzeitig ist die Zahl der Schlusslichter (Rating B und CCC) von 24 auf 18 gesunken. 41 der bereits 2023 bewerteten Unternehmen konnten ihre Leistung verbessern.

„Das Engagement der Unternehmen geht deutlich über bloße Absichtserklärungen hinaus“, betonte Luca Menicacci. „Die steigende Zahl an Zertifizierungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) zeigt, dass Betriebe bereit sind, sich extern überprüfen zu lassen und sich messbaren Standards zu stellen.“

Der Fachvortrag zum Thema „Nachhaltigkeitsberichte zwischen Praxis und Regulierung“ von Fabio Giuffrida (Deloitte Climate & Sustainability) beleuchtete anschließend die Herausforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung im europäischen Regulierungsrahmen.

Nachhaltigkeit als Gemeinschaftsaufgabe

In der zweiten Diskussionsrunde wurde die Perspektive erweitert: Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Finanzwirtschaft und Institutionen diskutierten die Rolle ihrer jeweiligen Bereiche im Transformationsprozess.

Yvonne Profanter stellte das Nachhaltigkeitskonzept des Rittner Unternehmens Loacker vor. Daniela Vitali (Südtiroler Sparkasse) und Manuela Miorelli (Volksbank) gingen auf die Rolle der Banken ein, die mit geeigneten Finanzierungsinstrumenten Investitionen und Dekarbonisierungsmaßnahmen unterstützen. Zum Abschluss rückte die Frage in den Mittelpunkt, wie nachhaltige Entwicklung auf Landesebene gesteuert werden kann – und welche Rolle verlässliche Daten dabei spielen. Luca Filippi von der Handelskammer Bozen stellte eine geplante Nachhaltigkeitsdatenbank vor, die künftig ein besseres Benchmarking der Unternehmen anhand zentraler Nachhaltigkeitsindikatoren ermöglichen soll.

Die anschließende Diskussion mit Unternehmern, Berater:innen und Vertreter:innen öffentlicher Einrichtungen machte deutlich: Gefragt sind praktikable Instrumente zur Integration von Nachhaltigkeit in Geschäftsmodelle, verlässliche und vergleichbare Daten sowie ein kontinuierlicher Dialog zwischen Forschung, Wirtschaft und Politik.

Bezirk: Bozen

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