Vater zeigt Sohn, wie man Schwester effektiv schlägt

Perverse “Ausbildung” zum Frauenschläger

Mittwoch, 14. Januar 2026 | 08:16 Uhr

Von: luk

Bozen – Schläge, Ohrfeigen und Todesdrohungen gegen Ehefrau und sieben Kinder – fast täglich über einen Zeitraum von drei Jahren. So beschrieb der Staatsanwalt das häusliche Umfeld eines heute rund 60-jährigen Familienvaters aus Südtirol: ein “gewalttätiges, einschüchterndes und entwürdigendes Lebensregime”. Doch der Fall geht weit über klassische häusliche Gewalt hinaus.

Der Mann soll seinen einzigen Sohn (14) gezielt dazu ermutigt und angeleitet haben, körperliche Gewalt gegen seine minderjährigen Schwestern auszuüben. In den Akten findet sich ein besonders schwerwiegender Vorfall: Der Vater griff zu schweren Arbeitsschuhen mit Metallkappe und erklärte dem Sohn nicht nur theoretisch, sondern demonstrierte auch praktisch, wie man “richtig auf den Kopf schlägt”. Ziel der Gewalt war eine minderjährige Tochter.

Das Strafverfahren ist mittlerweile mit einem Vergleich abgeschlossen worden: Der Angeklagte akzeptierte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Mit dieser Verfahrensform entfällt jedoch der automatische Schadensersatz, weshalb nun ein Zivilverfahren eingeleitet wurde. Der zuständige Richter bestätigte die Beschlagnahme von Vermögenswerten in Höhe von 50.000 Euro auf Immobilien und Eigentum des Mannes. Hintergrund ist die begründete Sorge, dass der 60-Jährige angesichts früherer Unterhaltsverfehlungen Vermögenswerte beiseiteschaffen könnte. Damit soll der Schadenersatzanspruch der Ehefrau und der minderjährigen Töchter gesichert werden.

Die Kinder werden bis heute psychologisch betreut. Mehrere von ihnen haben infolge der jahrelangen Gewalt dauerhafte Verletzungen davongetragen. Das familiäre Gewaltregime hatte laut Anklage bereits 2017 begonnen. Der Mann soll seine Frau und die Töchter regelmäßig mit schweren Beleidigungen und expliziten Morddrohungen überzogen haben. Um sich ihre vollständige Unterwerfung zu sichern, griff er demnach sogar zu einem Messer. Aus verbaler Gewalt wurden bald Ohrfeigen, Schläge und das Werfen gefährlicher Gegenstände.

In einem konkreten Fall erlitt eine Tochter eine tiefe Schnittwunde an der Hand, nachdem sie von einem Metalltablett getroffen worden war, das der Vater wie eine Waffe einsetzte. Besonders häufig richteten sich die Übergriffe gegen die Ehefrau, die deutlich jünger ist und kurz zuvor ein Kind zur Welt gebracht hatte. Einmal soll er ihr so heftig in den Bauch getreten haben, dass sie sich übergeben musste.

Besonders erschütternd ist die Rolle des damals 14-jährigen Sohnes. Er war nicht nur Zeuge der Übergriffe, sondern wurde vom Vater systematisch darin geschult, seine Schwestern zu schlagen. Der Mann zeigte ihm, wie und wo man mit größtmöglicher Wirkung zuschlägt. Die eigenen Töchter dienten dabei als Zielscheiben.

Schließlich fand die Frau den Mut, Anzeige zu erstatten. Daraufhin griffen die Schutzmaßnahmen: Zunächst wurde der Mann aus der Familienwohnung verwiesen, anschließend galt ein striktes Annäherungsverbot gegenüber seiner Frau und den Kindern. Es folgte das Strafverfahren wegen Misshandlung von Familienangehörigen und schwerer Körperverletzung.

Nun richtet sich der Blick auf das laufende Zivilverfahren, in dem über die Entschädigung der Opfer entschieden werden soll, berichtet die Zeitung Alto Adige.

Bezirk: Bozen

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