Von: ka
Anguillara Sabazia – Im beschaulichen Ort Anguillara Sabazia am Bracciano-See im Latium herrscht großes Bangen um das Schicksal von Federica Torzullo. Von der 41-Jährigen fehlt seit einer Woche jede Spur.
Am 9. Januar erstattete ihr Ehemann Claudio Carlomagno bei den Carabinieri Vermisstenanzeige. Seine Darstellung soll jedoch mit den bereits gewonnenen Erkenntnissen der Carabinieri-Beamten viele Unstimmigkeiten aufweisen. Da es mit ihrer Ehe nicht mehr zum Besten stand – die beiden standen kurz vor der Trennung – wurden gegen Claudio Carlomagno Ermittlungen wegen Femizids eingeleitet. Unter anderem wurden das Auto und das Smartphone des Mannes beschlagnahmt. An Orten, die von den Ermittlern als bedeutend angesehen werden, finden derzeit Grabungen statt. Ihre Familie und ihre Freundinnen hoffen, dass Federica Torzullo lebt. Über die ehrenamtliche Vermisstenorganisation Penelope wandten sie sich mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit: „Helft uns, sie zu finden!”

Die 41-jährige Federica Torzullo arbeitet bei der Post am Flughafen Fiumicino in Rom und ist Mutter eines zehnjährigen Kindes. Sie wohnt mit ihrem Mann in einem kleinen Haus im beschaulichen Ort Anguillara Sabazia am Lago Bracciano nördlich von Rom. Laut der Vermisstenanzeige ihres Ehemannes Claudio Carlomagno ist Federica Torzullo am 8. Januar spurlos verschwunden, nachdem sie das Haus mit ihren Ausweispapieren und ihrem Smartphone verlassen hatte. Ihr Smartphone ist jedoch ausgeschaltet.
Zunächst ging man von einem freiwilligen Weggang aus. Doch wenige Tage nach dem Verschwinden von Federica Torzullo verdichteten sich die Hinweise, dass sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei und ihr Ehemann Claudio Carlomagno etwas damit zu tun haben könnte. Da die ursprüngliche Version eines freiwilligen Weggangs angesichts der bisher gesammelten Beweise als unstimmig angesehen wird, haben die Carabinieri unter Leitung der zuständigen Staatsanwaltschaft von Civitavecchia eine Reihe von Ermittlungen eingeleitet.

Zunächst wurde auch der Bracciano-See abgesucht, jedoch ohne Erfolg. Am frühen Montagmorgen erschienen die Carabinieri, um das Auto und das Smartphone des Ehemanns zu beschlagnahmen. Auch das Haus in Anguillara wurde durchsucht. Am späten Dienstagnachmittag wurde schließlich auch der neue Firmensitz des Ehemanns versiegelt. Dieser befindet sich wenige Kilometer vom Wohnort des Paares entfernt und beherbergt die Maschinen und Fahrzeuge der Erdbewegungsfirma des Ehemanns der verschwundenen Frau.
Am Dienstagvormittag kehrten die ermittelnden Carabinieri von Ostia und die Spurensicherung gegen 11.00 Uhr in die beschlagnahmte Villa zurück, um weitere Untersuchungen vorzunehmen. Zudem wurden die Aufzeichnungen einer Überwachungskamera eines anderen Hauses in der Nähe von Federica Torzullos Haus beschlagnahmt. Diese sollen die letzten Wege der 41-Jährigen aufgezeichnet haben. Laut letzten Erkenntnissen soll die Kamera Federica beim letzten Mal beim Betreten des Hauses aufgenommen haben. Die gesamte Umgebung wird überwacht und an Orten, die von den Ermittlern als bedeutend erachtet werden, finden derzeit Grabungen statt.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge ist der Ehemann der verschwundenen Frau mehrfach in Widersprüche geraten, als er nach dem Verschwinden seiner Frau befragt wurde. Misstrauisch wurden die Ermittler auch, als die Arbeiter seines Unternehmens berichteten, dass der Firmeninhaber am Tag des mutmaßlichen Verschwindens seiner Frau etwa 45 Minuten später als gewöhnlich erschienen sei, ohne eine Erklärung dafür zu haben.

Aus den ersten Ermittlungen ging zudem hervor, dass die Ehe der beiden nur noch auf dem Papier existierte, da sie bereits „in Trennung zu Hause” lebten. Eine Scheidung war abzusehen und in den nächsten Tagen hätte die erste Anhörung stattfinden sollen, um das Verfahren mit den Richtern einzuleiten. Dabei hätte auch über das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn entschieden werden sollen, obwohl das Paar tatsächlich noch zusammen in der Villa lebte. Freunde, Kollegen und Familienangehörige des Paares wurden bereits befragt, um ein Bild ihrer Beziehung zu erhalten und um herauszufinden, ob es in der Vergangenheit Fälle von Misshandlung gab, die von der 41-Jährigen gemeldet oder angezeigt wurden.

„Das letzte Mal, dass wir Federica mit ihrem Mann und ihrem Sohn gesehen haben, war zur Weihnachtszeit. Sie waren sehr ruhige Menschen und wirkten wie eine glückliche Familie. Es wäre wirklich unglaublich, wenn er ihr etwas angetan hätte.“ So äußerten sich einige Nachbarn aus der Via Costantino in Anguillara vor dem Haus der seit fünf Tagen vermissten 41-Jährigen. Ein Nachbar berichtete jedoch gegenüber Etruria News, dass er kurz vor Weihnachten Zeuge eines lautstarken Streits geworden sei. Vor Ort sind auch Streifenwagen der Stadtpolizei der am Bracciano-See gelegenen Gemeinde. Die Ermittlungen der Carabinieri gehen in alle Richtungen, um herauszufinden, was mit der Frau geschehen ist.

Auch der ehrenamtliche Vermisstenverein Penelope hat sich des Falls der 41-Jährigen angenommen und Alarm geschlagen. In der Vermisstenanzeige wird sie als 1,80 Meter groß mit langen braunen Haaren beschrieben. Die 41-Jährige hat mehrere Tätowierungen: Eine auf der linken Brustseite, ein Tribal-Motiv in der Mitte und ein Herz auf der rechten Schulter. Ihre Familie und ihre Freundinnen hoffen, dass Federica lebt. „Helft uns, sie zu finden!”, bitten sie über den Verein um zweckdienliche Hinweise.








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