Von: luk
Claviere/Névache – Ein winterliches Abenteuer der unerwünschten Art erlebte eine Gruppe schweizerischer Touristen in Névache (Frankreich) an der italienischen Grenze bei Claviere. Mit einem Mercedes verließen sie den Ort und fuhren prompt auf eine Straße, die zu den Hochgebirgshütten der Grange di Valle Stretta führt und im Winter für Kraftfahrzeuge gesperrt ist.
Die fatale Fehlentscheidung rächte sich schnell: Das Auto blieb auf einem Schneehaufen hängen und befand sich schließlich mit den Rädern in der Luft über einer Schneemulde. An eine Weiterfahrt in Richtung Hochtal der Clarée war nicht mehr zu denken. Verletzt wurde niemand, doch der unfreiwillige Stopp sorgte für erstaunte Blicke und eine gehörige Portion Kopfschütteln.
Im Winter ist die Straße, die zu den Grange di Valle Stretta führt, für Fahrzeuge gesperrt. Der Grund dafür ist einleuchtend: Die unbefestigte Bergstraße ist bei Schnee und Eis selbst für geübte Wanderer eine Herausforderung. Wanderer und Schneeschuhgeher benötigen vom Ausgangspunkt Pian del Colle etwa zwei Stunden bis zu den Berghütten.
Junges Staatsgebiet Frankreichs
Das Engtal – auf Französisch Vallée Étroite genannt – gehört seit dem Friedensvertrag von 1947 zu Frankreich, obwohl es geografisch zum italienischen Po-Einzugsgebiet zählt. Die Hochalm-Siedlung in 1780 Metern Höhe ist ganzjährig nur von Bardonecchia aus erreichbar und liegt malerisch eingebettet zwischen den Gipfeln der Westalpen.
Während in den Sommermonaten Juli und August ein Shuttlebus Touristen für zwei Euro Hin- und Rückfahrt zu den Almhütten bringt, bleibt im Winter nur der Fußweg. Die Schweizer versuchten dennoch, mit ihrem SUV durchzukommen – und blieben prompt stecken. Rettungskräfte mussten ausrücken, um die Gruppe zu bergen.
Verletzt wurde niemand, doch der unfreiwillige Stopp sorgte für erstaunte Blicke und eine gehörige Portion Kopfschütteln. Der Vorfall zeigt einmal mehr: Winterliche Sperrungen in den Alpen sind kein Vorschlag, sondern eine Notwendigkeit. Wer sie missachtet, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch jene, die zur Hilfe eilen müssen.




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