Landesrätinnen diskutieren

Chancengleichheit: Wie ist die Lage der Frauen?

Montag, 04. September 2017 | 16:37 Uhr

Trient – Die nächste Frauen-Landesversammlung Tirol-Südtirol-Trentino findet am 10. November 2017 in Trient statt.

Zum ersten Mal trafen heute die Landesrätinnen für Chancengleichheit der Euregio, Martha Stocker, Christine Baur und Sara Ferrari, in Bozen zusammen. “Es ist wichtig, dass wir gemeinsamen Anliegen auch ein gemeinsames Erscheinungsbild geben. Auf diese Weise können wird die Themen an sich stärken”, betonte Landesrätin Stocker. “Wir haben in allen drei Ländern die gesetzliche Gleichstellung von Frauen erreicht”, sagte die Tiroler Landesrätin Baur, “der nächste Schritt muss die gesellschaftliche Gleichstellung sein.” An dieser wollen die drei Länder gemeinsam arbeiten. Es gehe aber auch darum, voneinander zu lernen, denn die “Herausforderungen sind in allen drei Ländern die gleichen”, sagte ihre Trentiner Amtskollegin Ferrari.

Ein Schwerpunkt des Arbeitsgesprächs war das Thema Sicherheit und damit verbunden die Frage, wie die gefühlte Sicherheit von Frauen auf der Straße gestärkt werden könnte. “Wir haben keine statistische Zunahme von Straftaten”, betonte Stocker, es spiele aber auch das Sicherheitsgefühl der Frauen eine Rolle. “Die Kriminalstatistik geht zurück, die Aufklärungsrate steigt, trotzdem haben viele Frauen leider ein subjektives Gefühl der Unsicherheit”, stimmte Baur ihr zu. Ein wichtiges Anliegen ist es daher, das Sicherheitsgefühl der Frauen zu stärken: Im Trentino wird derzeit ein Schal entwickelt, der einen Chip enthält, über den man bei Gefahr einen Notruf absetzen kann. Heute schon aktiv ist dagegen die Gitschn-App, die der Landesbeirat für Chancengleichheit im Jahr 2012 programmiert hat. Sie soll nun auch in Tirol und im Trentino zum Einsatz kommen. “Die App hat den Vorteil, dass sie nicht nur alle wichtigen Notrufnummern enthält und im Ernstfall sofort mit der Polizei oder Feuerwehr verbindet”, erklärte Ulrike Oberhammer, Präsidentin des Landesbeirats. Zudem gebe es einen Knopf, der ein Lichtsignal abgibt und “Feuer” ruft. Studien zeigen, dass Passanten auf Feuer eher reagieren als auf Hilfe. Auch das Thema Heimweg-Telefon, zu dem sie in der vergangenen Woche erste Gespräche geführt hatte, sprach Stocker im Pressegespräch im Anschluss an die Sitzung an. “Wir werden weiter prüfen, ob diese Möglichkeit eine sinnvolle Ergänzung sein könnte.” Ferrari wies in diesem Zusammenhang allerdings auch darauf hin, dass der Großteil der Gewalttaten gegen Frauen in ihrem persönlichen Umfeld passieren. Zu Hause, in Beziehungen.

Die Landesrätinnen diskutierten auch über die Vertretung von Frauen in politischen Gremien und darüber, wie die Beschäftigung von Frauen gefördert werden kann. Sie einigten sich darauf, in der Euregio gemeinsam einen Beschlussantrag einbringen, der darauf abzielt, einen Fonds einzurichten, mit dem Frauen unterstützt werden, die StartUps gründen. Weiters kündigten sie an, dass im Frühjahr 2018 Daten zur Lage der Frauen in Tirol, in Südtirol und im Trentino vorliegen werden. Mit dieser Erhebung kommen sie einem Beschluss des Dreierlandtages vom April 2016 nach.

Auch auf das Datum der nächsten Frauen-Landesversammlung Tirol-Südtirol-Trentino einigten sich Stocker, Baur und Ferrari: Sie wird am 10. November 2017 in Trient stattfinden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Chancengleichheit: Wie ist die Lage der Frauen?"


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herbstscheich
herbstscheich
Superredner
18 Tage 22 h

dazu.. kein Kommentar …

giftzwerg
giftzwerg
Superredner
18 Tage 18 h

wie die Beschäftigung von Frauen gefördert werden kann.

die frau ist von vornherein benachteiligt ,wegen den  kindern.entweder sie verzichtet ,wos jo jetzt immer öfters passiert oder sie bemerkts dann bei der rente,wenn sie lei die hälfte kriag und dafür noch etliche jahre länger arbeiten muss als der mann,weil sie bei den kindern geblieben ist

mit den eigenen kinder kannt sich a frau leicht bis zu 3 jahre beschäftigen , wenn ihr mindestens die zeit für die rente angerechnet würde, auch im privaten.

krakatau
krakatau
Superredner
13 Tage 1 h

Haben die “Landesrätinnen” nichts anderes zu tun wie zu jammern wie die Bauern ? Jetzt wurde das Rentenalter zwischen Männer und Frauen einheitlich festgesetzt. Gerecht wäre wenn die Frauen erst 5 Jahre nach den Männern in Rente gehen dürften, denn sie werden statisch ca 5 Jahre älter (Ich höre schon das jaulen )

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