Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina

Christian Schmidt besucht LH Kompatscher

Montag, 05. Januar 2026 | 14:40 Uhr

Von: Ivd

Bozen – Der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft für Bosnien und Herzegowina, Christian Schmidt, hat Landeshauptmann Arno Kompatscher in Bozen besucht. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Herausforderungen multiethnischer Gesellschaften, die zentrale Rolle von Bildung und Rechtsstaatlichkeit und Verständigung zwischen Sprach- und Volksgruppen sowie der Schutz von Minderheiten.

Christian Schmidt berichtete über seine Aufgabe als Hoher Repräsentant, zu der er am 1. August 2021 auf Vorschlag der Bundesregierung und durch Beschluss des Lenkungsausschusses des Friedensimplementierungsrates der Unterzeichnerstaaten des Dayton-Friedensabkommens bestellt worden war. Dieses Amt entstand mit dem Friedensabkommen von Dayton Ende 1995 und dient der Überwachung und Sicherung der zivilen Umsetzung des Friedens in Bosnien und Herzegowina.

Der Hohe Repräsentant überwacht rechtsstaatliche Reformen, die Gesetzgebung und deren Vollzug, fördert die Verständigung zwischen den Volksgruppen und wirkt Eingriffen in die territoriale Integrität des Landes entgegen. Ziel bleibt die euroatlantische Integration Bosnien und Herzegowinas.

Kompatscher erläuterte, wie sich Südtirol  entwickelt hat und zeigte sowohl die Fortschritte als auch die heutigen Herausforderungen auf. “Autonomie lebt vom Dialog und vom gegenseitigen Respekt”, sagte Kompatscher. Verlässliche institutionelle Rahmenbedingungen seien entscheidend für das Zusammenleben. Südtirol zeige, dass wirtschaftliche Entwicklung gestärkt werden kann, wenn politische Verantwortung und gesellschaftliche Offenheit zusammenwirken, betonte der Landeshauptmann.

Christian Schmidt zeigte besonderes Interesse an der Überwindung von Grenzen zwischen den Sprachgruppen sowie am Südtiroler Schulsystem. Der Umgang mit Vielfalt, der Schutz von Minderheiten und die Förderung von Eigenverantwortung spielten auch in Bosnien und Herzegowina eine zentrale Rolle.

Die Gesprächspartner betonten, dass nachhaltiger Frieden und Stabilität nur durch funktionierende demokratische Strukturen, Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftliche Perspektiven entstehen können. “Erfahrungen wie jene Südtirols können wertvolle Anregungen liefern – ohne historische und politische Unterschiede auszublenden”, sagte Schmidt. Der Hohe Repräsentant bedankte sich für den Austausch, in dem mit den südtiroler Erfahrungen spürbar wurde, dass Gemeinsamkeit in Vielfalt in einem Land erreichbar ist. Dazu bedarf es auch des Respekts vor gemeinsamen Institutionen.

Bezirk: Bozen

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