Von: Ivd
Bozen – Südtirol ist in den letzten Jahren verstärkt mit der Abwanderung junger, hochqualifizierter Menschen konfrontiert. Allein zwischen 2020 und 2024 ist die jährliche Abwanderung von rund 250 auf nahezu 1.500 Personen gestiegen. Besonders attraktiv sind für viele junge Südtiroler die Arbeitsmärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch andere Regionen Italiens. Hauptgründe sind bessere Jobangebote, attraktivere Karriereperspektiven und höhere Gehälter. Häufig verbleiben Absolventen nach einem Studium im Ausland dauerhaft dort.
Gleichzeitig herrscht in Südtirol faktisch Vollbeschäftigung: Die Arbeitslosenquote liegt bei nur 1,6 Prozent. Dennoch waren in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 durchschnittlich über 14.000 Personen als arbeitslos gemeldet. „Es gilt, sowohl vorhandene Arbeitskräftepotenziale besser zu aktivieren als auch gezielt qualifizierte Fachkräfte zurückzugewinnen und neu anzuwerben“, ist Stauder überzeugt.
Mit der Genehmigung des Beschlussantrags wird die Landesregierung beauftragt, eine landesweite, kohärente Fachkräfte- und Brain-Gain-Strategie zu entwickeln. Diese soll ressortübergreifend angelegt sein und Maßnahmen zur Bindung, Rückgewinnung und gezielten Zuwanderung von Fachkräften bündeln. Zentrales Element ist die Einrichtung einer verbindlichen Koordinationsstelle, die die Gesamtverantwortung trägt und die Zusammenarbeit der Ressorts für Arbeit, Wirtschaft, Bildung, Forschung, Wohnen, Familie und Mobilität sicherstellt.
Besonderes Augenmerk soll dabei auf die gezielte Ansprache von Südtirolern im In- und Ausland, den Einbezug nicht-akademischer Fachkräfte, die Aktivierung bislang ungenutzter Potenziale sowie die Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen gelegt werden. Dazu zählen attraktive Arbeitsbedingungen, leistbares Wohnen, gute Mobilitätsangebote und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch die Stärkung innovativer Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups – etwa rund um den NOI Techpark – sowie der Ausbau internationaler Rekrutierungs- und Kooperationsstrukturen sind zentrale Bestandteile der Strategie.
Ebenso ist eine regelmäßige Evaluierung und Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie sowie die Einbindung von Akteuren außerhalb der Landesverwaltung, um breite Synergien zu erzielen, vorgesehen.
„Mit diesem Beschluss schaffen wir die Grundlage für eine langfristige, koordinierte und zukunftsorientierte Fachkräftepolitik und stärken die Attraktivität Südtirols als Arbeits- und Lebensstandort“, so Stauder abschließend.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen