Freiheitliche Pressekonferenz

„Sanieren statt planieren“

Mittwoch, 06. September 2017 | 16:50 Uhr

Bozen – Die Freiheitlichen haben im Südtiroler Landtag einen Beschlussantrag eingereicht, der sich mit den leerstehenden Gebäuden in Südtirol befasst. Der Antrag wurde heute auf einer Pressekonferenz vorgestellt.

„Vor Jahrzehnten war Südtirol strukturell unterentwickelt und es wurde viel in bauliche Maßnahmen investiert (Schulen, Kulturhäuser, Straßen, Wohnkomplexe usw.). Mittlerweile ist Bauland rar, viele Gebäude stehen in den Ortszentren leer und diese Tatsache muss das neue Landesraumordnungsgesetz berücksichtigen. Bebaubare Flächen dürfen nicht mehr verschwenderisch überbaut werden. In Zukunft wird es in Südtirol heißen müssen: sanieren statt planieren“, erklärt der freiheitliche Landtagsabgeordnete Sigmar Stocker.

„Wenn man durch unser Land fährt, so fallen immer wieder leestehende Häuser in den Städten und Dörfern auf. Dies ist für ein Land, welches wenig Bauraum besitzt, eine unnütze Verschwendung, der man entgegenwirken muss. Aber wie viele Leerstände hat Südtirol? Um dies herauszufinden, muss man die Gemeinden und Städte mit einbinden. Das heißt, Gemeinden sollten in ihren Dörfern und Städten eine Leerbestandserhebung machen, welche Häuser oder auch Hallen in Ortskernen verlassen sind und für Wohnungen genutzt werden könnten. Mit speziellen Förderprogrammen sollte man dann an die Besitzer herantreten und diese zum Verkauf oder zur Nutzung motivieren“, erklären die Freiheitlichen.

In deutschen Städten oder Dörfern habe dieses Modell bereits Erfolg gehabt, wie man auf einer Tagung von “Plattform Land Südtirol” erfahren konnte. Ziel sei es, dass eine immer größere Zersiedelung verhindert werde und dass Zentren aufgewertet würden.

„Es ist mittlerweile nicht mehr vertretbar, dass nicht genutzte Flächen, Häuser oder auch zerfallene Häuser in erschlossenen Orten leer herumstehen. Diese Kubatur gilt es, für die Wiederverwertung zu gewinnen. Das gelingt durch Gespräche mit den Besitzern sowie durch finanzielle und organisatorische Anreize für die Besitzer. Südtirols bautätige Zukunft wird also jene der Wiederverwertung des Bestehenden sein, da ja bereits 40 Prozent der bebaubaren Fläche in den Tälern verbaut ist. Wir müssen auch den kommenden Generationen ein Land weitergeben, wo auch diese Raum finden, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Es besteht dringender Handlungsbedarf in dieser Richtung“, betonen die Freiheitlichen.

Sie fordern in ihrem Beschlussantrag, dass die Gemeinden und Städte innerhalb eines Jahres die baulichen Leerstände (Wohnraum) auf ihren Gemeindegebieten erfassen und der Landesverwaltung weiterleiten.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "„Sanieren statt planieren“"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Tabernakel
15 Tage 49 Min

Toll. Noch eine Statistik. Noch mehr Beamte. Und dann?

kornfeld
kornfeld
Tratscher
15 Tage 10 Min

Wird auch endlich Zeit, hier hat man schon lange genug geschlafen, viele ortskerne sind voller alte unbewohnte Häuser und dafür müssen dann wiesen und weiden herhalten. Aber das denkmalamt muss hier auch entgegenkommen weil mit solchen sinnlosen und überteuerten Richtlinien danken viele gerne ab.

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